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Betrugsopfer von Bernie Madoff erhalten 4,3 Milliarden Dollar – Fonds schließt Auszahlungen ab

misign (CC0), Pixabay
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Die Opfer eines der größten Finanzbetrugs in der Geschichte der USA können über 90 % ihrer nachgewiesenen Verluste zurückerhalten. Dies gab das US-Justizministerium (Department of Justice, DoJ) bekannt, nachdem der Madoff Victim Fund (MVF) die letzte Runde der Auszahlungen eingeleitet hat.

Mit den jüngsten Zahlungen von insgesamt 131,4 Millionen Dollar (etwa 104,6 Millionen Pfund) erreicht die Gesamtsumme, die der Fonds an 40.930 Anspruchsteller zurückgegeben hat, 4,3 Milliarden Dollar.

Wer war Bernie Madoff?

Bernard „Bernie“ Madoff war ein berüchtigter Wall-Street-Finanzier, der für den größten Ponzi-Betrug in der Geschichte der USA verantwortlich war. Ein Ponzi-Schema ist eine betrügerische Anlagestrategie, bei der Renditen an ältere Investoren aus den Einlagen neuer Kunden gezahlt werden, anstatt aus echten Gewinnen.

Madoff wurde 2009 zu 150 Jahren Haft verurteilt, nachdem er seine Schuld eingestanden hatte. Er starb 2021 im Gefängnis. Seine Investmentfirma, die Bernard L. Madoff Investment Securities, wurde 1960 gegründet und wuchs zu einer der größten Marktakteure an der Wall Street. Madoff war außerdem Vorsitzender der Nasdaq-Börse.

Die Firma zog jahrelang die Aufmerksamkeit der US-Börsenaufsichtsbehörde (SEC) auf sich, da sie außergewöhnliche Renditen erzielte. Obwohl die SEC Madoffs Unternehmen insgesamt achtmal untersuchte, wurde der Betrug erst 2008 aufgedeckt, als die globale Finanzkrise eine Flut von Rückzahlungsanfragen von Anlegern auslöste – rund 7 Milliarden Dollar, die Madoff nicht abdecken konnte.

Wer waren die Opfer?

Madoffs Betrug betraf eine breite Palette von Opfern, darunter:

  • Vermögende Privatpersonen: Zu den betrogenen Prominenten gehörten der Schauspieler Kevin Bacon, der Baseball-Star Sandy Koufax und die Wohltätigkeitsorganisation des Regisseurs Steven Spielberg, „Wunderkinder“.
  • Institutionen: Schulen, Stiftungen, Wohltätigkeitsorganisationen und Pensionsfonds wurden ebenfalls geschädigt.
  • Unternehmen: Internationale Großbanken wie die britische HSBC Holdings (mit einem Verlust von etwa 1 Milliarde Dollar), die Royal Bank of Scotland, die japanische Nomura Holdings und die Man Group waren ebenfalls betroffen.

Wiedergutmachung und die Arbeit des MVF

Der Madoff Victim Fund (MVF) wurde von der US-Regierung eingerichtet, um die Opfer zu entschädigen. Laut Richard C. Breeden, dem ehemaligen SEC-Vorsitzenden und Leiter des MVF, wurden „zehntausende Opfer in die Lage versetzt, die größte mögliche Rückgewinnung ihrer Verluste zu erzielen.“

Mit Abschluss der letzten Zahlungen im Jahr 2025 wird der Fonds schätzungsweise 94 % der nachgewiesenen Verluste der Opfer zurückerstattet haben. Zusätzlich wurden über Insolvenzverfahren weitere 14,7 Milliarden Dollar an ehemalige Kunden von Madoffs Unternehmen zurückgegeben.

Der Aufstieg und Fall von Bernie Madoff

Bernie Madoff galt einst als Wall-Street-Legende. Er war bekannt für seine „stabilen und außergewöhnlichen Renditen“, die jedoch auf einem massiven Betrug basierten.

Madoffs Investmentfirma florierte über Jahrzehnte und täuschte Anleger und Finanzexperten gleichermaßen. Erst die globale Rezession von 2008 legte das Ponzi-Schema offen, als immer mehr Investoren ihre Gelder zurückforderten und Madoff die Summen nicht mehr auszahlen konnte.

Sein Fall ist ein eindringliches Beispiel dafür, wie ein manipulativer Einzelner ein komplexes Netzwerk von Investoren, Unternehmen und Institutionen über Jahre hinweg täuschen kann.

Fazit

Der Fall Bernie Madoff bleibt einer der größten Finanzskandale der Geschichte und ein bleibendes Mahnmal für die Gefahren von Gier und fehlender Aufsicht. Die Rückzahlung von über 90 % der Verluste ist zwar ein Erfolg für die Opfer, aber der Betrug hat tiefe Narben hinterlassen – nicht nur für die finanziell Geschädigten, sondern auch für das Vertrauen in die Finanzmärkte weltweit.

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