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Betrüger usw.

Riki32 (CC0), Pixabay
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Früher war der Prinz aus Nigeria der King der Romantik-Betrüger. Heute schicken uns Promi-Doubles in Schlager-Montur Liebesbotschaften per Sprachnachricht — und manche hören vor Rührung auf ihr Konto zu schauen. Willkommen im 21. Jahrhundert der digitalen Herz- und Geldräuber!

Statt königlicher Erbschaften winken jetzt angebliche Roland-Kaiser-Duette auf dem Handy: „Ich schick dir gleich noch ein Liebeslied — aber zuerst, könntest du mir 50.000 Euro leihen?“ Klingt absurd? Eine Frau überwies dennoch eine sechsstellige Summe. Nein, sie war nicht naiv — sie war menschlich. Einsamkeit plus ein bisschen Melodie sind ein gefährliches Cocktailrezept.

Die Scammer haben aufgerüstet: Künstliche Intelligenz macht aus plumpen Liebesbetrügereien eine lauernde Netflix-Serie. KI analysiert Antworten, sortiert „lohnt sich“ von „nicht lohnend“ und spuckt dann die perfekte Fake-Romance aus — inklusive täuschend echter Stimmen. Brad Pitt? Check. Rainhard Fendrich? Check. Emotionale Insolvenz des Opfers? Leider auch check.

ORF-Doku „Dich zu lieben“ zeigt das Ganze: kein romantischer Einzelfall, sondern eine Industrie mit Callcenter-Routine, Supervisoren und Spezialagenten — nur ohne rosarote Socken. Die Täter arbeiten wie ein schlecht gelauntes Start-up, nur, dass das Produkt menschliches Vertrauen ist und die Gewinnmarge katastrophal hoch.

Datenschnäppchen kaufen, Bots anschmeißen, menschliche Agenten nachlegen — fertig ist die Love-Scam-Maschinerie. Man könnte darüber lachen, wäre da nicht der menschliche Schaden. Die Opfer sind keine Memes; sie sind Menschen, die geliebt werden wollen — und denen genau dieses Bedürfnis skrupellos ausgenutzt wird.

Was bleibt? Augen auf, Ohren manchmal zu, und die gesunde Portion Misstrauen gegenüber dem vermeintlichen Superstar auf dem Handy. Und vielleicht sollten wir den Dating-Apps neben den Flirt-Tips auch einen Hinweis geben: „Achtung, Herzklopfen kann Ihr Konto leeren.“ Bis dahin: Lieber ein echtes Gespräch mit der echten Oma führen, statt dem angeblichen Kaiser 50.000 Euro zu überweisen — auch wenn er so schön singt.

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