Die DEGAG Bestand und Neubau 1 GmbH gehört zur DEGAG-Gruppe, einem großen Firmengeflecht, das mit Immobiliengeschäften und Anlegergeldern gearbeitet hat. Nun liegt ein Gutachten vor, das die wirtschaftliche Lage erklärt.
1. Grund für das Verfahren
-
Das Unternehmen hat am 27.01.2025 selbst Insolvenz beantragt.
-
Der Grund: Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung.
-
Geschätzte Schulden: rund 630 Millionen Euro .
2. Geschäftsmodell
-
Die Gesellschaft war eine von drei Emissionsgesellschaften innerhalb der DEGAG-Gruppe.
-
Sie hat von rund 3.300 Anlegern Kapital eingesammelt, indem sie Genussrechte/Genussscheine verkauft hat .
-
Mit dem Geld erwarb sie wiederum Genussrechte an der DEGAG Holding AG.
-
Diese leitete das Kapital über andere Gesellschaften (z. B. MEZEQ Invest GmbH) an Immobilienfirmen der Gruppe weiter.
-
So entstand ein kompliziertes Geflecht von Geldströmen, die nun im Insolvenzverfahren aufgearbeitet werden müssen .
3. Probleme im Geschäftsmodell
-
Viele Immobilien der DEGAG-Gruppe waren in schlechtem Zustand und oft nur teilweise vermietet .
-
Geplante Kredite platzten, sodass Geld für Anlegerauszahlungen fehlte.
-
Zinszahlungen an Investoren und Provisionen an Vermittler konnten Ende 2024 nicht mehr bedient werden.
4. Vorwürfe gegen die Leitung
-
Der Gründer soll große Geldsummen für andere Unternehmen und private Zwecke entnommen haben .
-
D. habe die wichtigsten Entscheidungen in der Gruppe allein getroffen.
-
Er selbst sagt, er habe nur eine beratende Rolle gehabt. Sein Aufenthaltsort ist derzeit unklar.
-
Die Vorgänge sind auch Gegenstand von strafrechtlichen Ermittlungen .
5. Struktur und Verflechtungen
-
Alleinige Gesellschafterin war die DEGAG Investment GmbH, die ebenfalls insolvent ist .
-
Die Gruppe finanzierte sich über:
-
Bankdarlehen
-
Genussrechtskapital von Anlegern
-
interne und externe Darlehen .
-
6. Folgen für Anleger
-
Rund 3.300 Anleger sind betroffen.
-
Es drohen hohe bis vollständige Verluste des eingesetzten Kapitals.
-
Eine Sanierung oder Fortführung ist nicht möglich.
7. Empfehlung des Gutachters
-
Das Amtsgericht Hameln ist zuständig.
-
Das Unternehmen ist zahlungsunfähig und überschuldet.
-
Eine die Kosten deckende Insolvenzmasse ist vorhanden.
-
Daher soll das Insolvenzverfahren eröffnet werden .
Fazit in einfacher Sprache:
Die DEGAG Bestand und Neubau 1 GmbH hat sich übernommen. Sie sammelte fast 80 Millionen Euro von Anlegern ein, leitete das Geld innerhalb der Gruppe weiter – und am Ende blieb nichts übrig. Die Immobilien warfen zu wenig Miete ab, Kredite scheiterten, und Zinsen wie Provisionen konnten nicht mehr gezahlt werden. Die Schulden betragen fast 638 Millionen Euro. Für Anleger bedeutet das: hohe Verluste sind kaum zu vermeiden.
Kommentar hinterlassen