Eine Recherche von BBC News Brasil legt nahe, dass der verstorbene US-Finanzier Jeffrey Epstein über ein Netzwerk aus Modelagenturen gezielt junge Frauen und teilweise Minderjährige aus Südamerika angeworben haben könnte. Eine zentrale Rolle soll dabei der französische Modelagent Jean‑Luc Brunel gespielt haben, der Epstein eng verbunden war. Brunel starb 2022 in Untersuchungshaft in Frankreich; gegen ihn wurde wegen Vergewaltigung, sexueller Übergriffe und der Rekrutierung junger Frauen ermittelt.
Die Brasilianerin Gláucia Fekete berichtet, dass Brunel 2004 ihr Elternhaus besuchte, als sie 16 Jahre alt war und erste Schritte als Model machte. Er habe versucht, ihre Mutter davon zu überzeugen, sie zu einem Modelwettbewerb nach Ecuador reisen zu lassen. Dort trafen laut damaligen Berichten Teilnehmerinnen im Alter zwischen 15 und 19 Jahren zusammen.
Fekete erinnert sich, dass Brunel am Ende der Reise anbot, sie auf seine Kosten nach New York zu fliegen, um an Shows teilzunehmen. Ihre Mutter lehnte jedoch entschieden ab und brach den Kontakt ab. Rückblickend ist Fekete überzeugt: „Meine Mutter hat mich gerettet.“
Dokumente, die die BBC einsehen konnte, zeigen zudem, dass Epstein während des Wettbewerbs im Jahr 2004 ebenfalls in der ecuadorianischen Stadt Guayaquil war. Flug- und Regierungsunterlagen legen nahe, dass mindestens ein Model unter 16 Jahren in diesem Zeitraum mehrfach mit Epsteins Privatflugzeug reiste.
Eine weitere Brasilianerin, die anonym bleiben möchte und hier „Ana“ genannt wird, schilderte der BBC, dass Brunels Agentur ihr half, ein US-Visum zu erhalten. In ihrem Pass sei eine von Brunel gegründete Modelagentur – Karin Models of America – als Sponsor eingetragen gewesen, obwohl sie dort nie als Model gearbeitet habe. Das Visum habe lediglich ermöglicht, Epstein zu besuchen.
Ana beschreibt, dass sie Epstein kurz nach ihrem 18. Geburtstag in São Paulo kennenlernte und ihn später mehrfach in den United States und in France traf. Während dieser Zeit habe er Reisen und Aufenthalte bezahlt.
Brasiliens Bundesstaatsanwaltschaft prüft inzwischen, ob es ein Netzwerk zur Rekrutierung von Frauen für Epstein gab. Die Ermittler wollen insbesondere klären, ob die Vorgänge den Tatbestand des Menschenhandels zur sexuellen Ausbeutung erfüllen könnten.
Während Fekete überzeugt ist, nur knapp einer gefährlichen Situation entgangen zu sein, sagt Ana heute, sie habe Glück gehabt, Epsteins Umfeld schließlich verlassen zu können. „Ich hatte Glück“, sagt sie – und denkt zugleich an viele andere Frauen, denen dieses Glück möglicherweise nicht vergönnt war.
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