Als Bayern-Fan muss man sich derzeit verwundert die Augen reiben. Während andere Vereine noch überlegen, wen sie überhaupt verpflichten wollen, hat der Rekordmeister offenbar bereits zwei der spannendsten Spieler der Weltmeisterschaft eingetütet – und das zu Preisen, die schon jetzt wie echte Schnäppchen wirken.
Nathaniel Brown von Eintracht Frankfurt und Ismael Saibari von der PSV Eindhoven sollen zusammen rund 100 Millionen Euro kosten. Klingt zunächst nach einer gewaltigen Summe. Doch wer die beiden aktuell bei der WM beobachtet, kommt schnell zu einem anderen Schluss: In einem Jahr könnten Bayern-Fans über diese Ablösen lachen.
Brown wirbelt für Deutschland über die linke Seite, trifft beim 7:1 gegen Curaçao und zeigt genau die Dynamik, die Bayern seit Jahren auf dieser Position sucht. Schnell, mutig, technisch stark – und mit gerade einmal 22 Jahren längst noch nicht am Ende seiner Entwicklung.
Saibari wiederum lässt bei Marokko die Fußballwelt staunen. Ausgerechnet gegen Rekordweltmeister Brasilien trifft der Mittelfeldspieler zum 1:1 und bestätigt damit, warum Europas Topklubs längst Schlange stehen. Wobei: Schlange stehen dürfen sie jetzt wohl nur noch hinter den Bayern.
Denn genau das ist der entscheidende Punkt. Während andere Vereine noch ihre Scouts losschicken und Excel-Tabellen auswerten, hat Max Eberl offenbar bereits Fakten geschaffen. Mit Frankfurt soll längst Einigkeit bestehen, mit Eindhoven nach übereinstimmenden Berichten ebenfalls.
Und genau dafür muss man den oft kritisierten Sportvorstand auch einmal loben. Statt wieder in letzter Minute in Panik zu geraten oder für irgendwelche englischen Ersatzspieler Mondpreise zu zahlen, hat Bayern diesmal früh gehandelt.
Besonders erfreulich: Beide Spieler steigern aktuell mit jeder WM-Partie ihren Marktwert. Jeder Treffer, jede starke Leistung macht die Transfers im Nachhinein günstiger. Hätten die Bayern noch ein paar Wochen gewartet, würden vermutlich Premier-League-Klubs mit ihren Geldkoffern um die Ecke kommen und die Preise in astronomische Höhen treiben.
So aber könnte sich zeigen, dass die angeblichen 100 Millionen in Wahrheit eher ein Sonderangebot waren.
Selbst der kritische Aufsichtsrat um Uli Hoeneß dürfte sich angesichts dieser Entwicklung ein zufriedenes Grinsen kaum verkneifen können. Schließlich geht es beim FC Bayern nicht nur darum, Stars zu kaufen – sondern sie zu verpflichten, bevor sie unbezahlbar werden.
Sollten Brown und Saibari ihre Entwicklung fortsetzen, könnte man in einigen Jahren sagen: Bayern hat nicht 100 Millionen Euro ausgegeben. Bayern hat 100 Millionen Euro gespart.
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