Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hat Hinweise darauf veröffentlicht, dass die Commercehelden GmbH mit Sitz in Innsbruck (Österreich) sowie die Marketplace24-7 GmbH mit Sitz in Freienbach (Schweiz) in Deutschland eine Vermögensanlage in Form sogenannter „Amazon-Warenpakete“ öffentlich anbieten könnten, ohne dass dafür ein gesetzlich vorgeschriebener Verkaufsprospekt vorliegt.
Nach Angaben der Aufsichtsbehörde bestehen Anhaltspunkte dafür, dass diese Angebote über Internetseiten im Zusammenhang mit der Non-Dom-Group an Anleger in Deutschland vermarktet werden.
Nach dem Vermögensanlagengesetz (VermAnlG) dürfen Vermögensanlagen in Deutschland grundsätzlich nicht öffentlich angeboten werden, ohne dass zuvor ein von der BaFin gebilligter Verkaufsprospekt veröffentlicht wurde. Dieser Prospekt muss potenziellen Anlegern wichtige Informationen über das Investment liefern, etwa über Risiken, Geschäftsmodell, Kosten und Struktur der Anlage.
Im Rahmen der Prospektbilligung prüft die BaFin jedoch nicht, ob die Angaben inhaltlich richtig sind oder ob das Investment wirtschaftlich sinnvoll ist. Auch eine Bewertung der Seriosität des Anbieters oder eine inhaltliche Kontrolle des Produkts erfolgt nicht. Die Verantwortung für die Angaben im Prospekt liegt bei den jeweiligen Emittenten.
Wird eine Vermögensanlage ohne den erforderlichen Prospekt öffentlich angeboten, kann dies einen Verstoß gegen gesetzliche Vorschriften darstellen. Anbieter und Emittenten können für die fehlende Veröffentlichung eines Verkaufsprospekts haftbar gemacht werden.
Anleger können selbst prüfen, ob für ein bestimmtes Angebot ein von der BaFin gebilligter Verkaufsprospekt hinterlegt wurde. Die Finanzaufsicht stellt dafür eine öffentliche Datenbank für hinterlegte Prospekte zur Verfügung.
Sollten Anleger bereits in solche „Amazon-Warenpakete“ investiert haben oder ein Investment in Erwägung ziehen, empfiehlt es sich, die rechtliche Situation sorgfältig prüfen zu lassen. Gerade wenn ein öffentliches Angebot möglicherweise ohne den gesetzlich vorgeschriebenen Verkaufsprospekt erfolgt ist, können sich unter Umständen rechtliche Ansprüche oder Rückabwicklungsmöglichkeiten ergeben.
Betroffenen Anlegern wird daher empfohlen, sich zeitnah an eine auf Kapitalmarktrecht spezialisierte Rechtsanwaltskanzlei zu wenden, um ihre individuellen Möglichkeiten prüfen zu lassen. Eine anwaltliche Beratung kann helfen, Risiken besser einzuschätzen und gegebenenfalls erforderliche Schritte zum Schutz des investierten Kapitals einzuleiten.
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