Der US-Rapper Kanye West, der sich inzwischen Ye nennt, darf vorerst nicht mehr nach Australien einreisen. Grund dafür ist sein im Mai veröffentlichter Song „Heil Hitler“, der laut Behörden den Nazi-Diktator Adolf Hitler verherrlicht.
Australiens Innenminister Tony Burke bestätigte die Entscheidung zur Visa-Annullierung in einem Interview mit der Australian Broadcasting Corporation (ABC). Die Veröffentlichung des Songs habe dazu geführt, dass das zuvor gültige Visum des Künstlers zurückgezogen wurde.
„Wenn jemand Antisemitismus als rational darstellt, lasse ich ihn nicht einreisen“, sagte Burke wörtlich. „Wir haben genug Probleme in diesem Land, da müssen wir nicht zusätzlich noch Hass importieren.“
Heftige Kritik, Plattform-Verbote und Namensänderung des Songs
Der Song „Heil Hitler“ war Anfang Mai als Teil von Wests neuem Album „WW3“ erschienen und wurde international scharf verurteilt. Das zugehörige Musikvideo zeigt Männer in Tierfellen, die den Songtitel skandieren – mittlerweile ist es auf Plattformen wie Spotify, Apple Music und YouTube gesperrt.
Nur kurze Zeit nach dem Skandal behauptete West, er sei „fertig mit Antisemitismus“ – und veröffentlichte eine abgeänderte Version des Songs unter dem Titel „Hallelujah“, in der er statt Nazi-Propaganda christliche Botschaften verarbeitet.
Australien zieht klare Grenze
Ob es sich bei dem Einreiseverbot um eine dauerhafte Maßnahme handelt, ist derzeit unklar. Minister Burke betonte jedoch, dass jedes neue Visum individuell geprüft werde – und der Fall West nun unter verschärfter Beobachtung stehe. Die Entscheidung stehe im Einklang mit dem australischen Einwanderungsgesetz.
Schon im Jahr 2023 war West in Australien wegen ähnlicher Äußerungen im Gespräch – damals hatte Bildungsminister Jason Clare seine „grauenhaften“ Aussagen über den Holocaust öffentlich verurteilt und seine Einreise infrage gestellt.
Langjährige Kontroversen um Kanye West
Der vielfach Grammy-ausgezeichnete Künstler war in den vergangenen Jahren immer wieder mit antisemitischen Aussagen aufgefallen. Anfang 2025 hatte er sich öffentlich als „Nazi“ bezeichnet, eine frühere Entschuldigung zurückgezogen und mehrfach Verschwörungserzählungen verbreitet.
Bereits 2022 hatte Adidas seine Kooperation mit West wegen dessen Äußerungen beendet. Ende 2024 einigten sich beide Parteien auf einen gerichtlichen Vergleich zur Beilegung aller laufenden Verfahren.
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