Noch zeigt sich der Atlantik relativ ruhig, doch Meteorologen warnen: Die Hurrikansaison könnte in den kommenden Wochen plötzlich Fahrt aufnehmen. August gilt als Wendepunkt, und verschiedene Anzeichen deuten darauf hin, dass die Bedingungen bald deutlich günstiger für die Entwicklung starker Stürme werden.
Aktueller Stand: Überdurchschnittlich viele Stürme – aber schwach
Bislang gab es drei benannte Tropenstürme (Andrea, Barry, Chantal) – mehr als im Durchschnitt bis Ende Juli. Dennoch liegt die sogenannte Accumulated Cyclone Energy (ACE) – ein Maß für Stärke und Dauer der Stürme – so niedrig wie seit 2009 nicht mehr. Alle bisherigen Stürme waren relativ schwach, wenngleich Chantal in North Carolina zu tödlichen Überschwemmungen führte.
Warum der August entscheidend wird
Meteorologen wie Michael Lowry und Phil Klotzbach erwarten eine plötzliche Zunahme der Aktivität ab Anfang August.
„Die natürlichen Hürden für Sturmentwicklung sind im August viel geringer“, so Lowry. „Ein günstiges Zeitfenster kann schnell zu einem großen Hurrikan führen.“
Derzeit hemmen trockene Luft und Staub die Entwicklung von Stürmen – doch das dürfte sich bald ändern.
Wichtige Faktoren im Blick
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Madden-Julian-Oszillation (MJO): Diese globale Wetterschwankung soll ab Anfang August die Bedingungen im Atlantik deutlich begünstigen. Phasen 1–3 der MJO gelten als besonders sturmfördernd.
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Wassertemperaturen: Das „Main Development Region“ (MDR) – das Gebiet, in dem viele starke Stürme entstehen – ist derzeit ungewöhnlich warm und liegt über dem saisonalen Durchschnitt.
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Saharastaub: Dieser unterdrückt normalerweise die Sturmaktivität. In diesem Jahr ist der Saharastaub auf Rekordtief, was eine ungewöhnlich freie Bahn für Hurrikans bedeuten könnte.
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Bermuda-Hoch: Dieses Hochdruckgebiet bringt trockene Luft aus Europa in den Atlantik und kann die Bildung von Stürmen bremsen. Ob sich das Muster im August ändert, bleibt abzuwarten.
Prognose für die Saison 2025
Laut NOAA werden insgesamt 13 bis 19 benannte Stürme erwartet, von denen 6 bis 10 zu Hurrikans werden könnten. Der Höhepunkt der Saison liegt typischerweise zwischen Mitte August und Anfang Oktober.
Fazit:
Obwohl der Juli ruhig verläuft, warnen Experten vor einer plötzlichen Eskalation ab August. Die Voraussetzungen für Hurrikanbildung verbessern sich spürbar – eine gefährliche Wendung steht möglicherweise unmittelbar bevor.
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