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APEC-Gipfel in Südkorea: Chinas Balanceakt zwischen Machtanspruch und Entspannungspolitik

Chickenonline (CC0), Pixabay
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Beim APEC-Gipfel in Südkorea steht für China weit mehr auf dem Spiel als diplomatische Symbolik. Staats- und Parteichef Xi Jinping reist mit klaren Erwartungen nach Gyeongju und Busan – und einem doppelten Ziel: die wirtschaftlichen Spannungen mit den USA zu entschärfen und gleichzeitig Chinas Führungsrolle im asiatisch-pazifischen Raum zu untermauern.

Handelsfrieden statt Handelskrieg

Im Zentrum der chinesischen Agenda steht der Wunsch nach einer „wirtschaftlichen Waffenruhe“ mit den USA. Das geplante Treffen zwischen Xi Jinping und Donald Trump gilt als diplomatischer Schlüsselmoment des Gipfels. Peking will die Gelegenheit nutzen, um Export- und Zollkonflikte abzumildern – zumindest vorübergehend.
Zwar rechnet kaum jemand mit einem umfassenden Handelsabkommen, doch China dürfte auf eine Stabilisierung der Beziehungen hoffen, um innenpolitisch Zeit zu gewinnen und den Druck auf die eigene Wirtschaft zu mindern.

Imagepflege und Führungsanspruch

Darüber hinaus will Peking den Gipfel als Bühne nutzen, um sich als verantwortungsbewusster, multilateraler Akteur zu präsentieren. China versucht, sich von der Rolle des Konfrontationspartners zu lösen und als globaler Vermittler und Impulsgeber für wirtschaftliche Kooperation aufzutreten.
Mit seiner Präsenz in Südkorea signalisiert Xi Jinping auch, dass China bereit ist, regionale Foren wie die APEC aktiv zu gestalten – natürlich im Sinne einer „partnerschaftlichen Zusammenarbeit“, die zugleich den eigenen Einfluss festigt.

Technologie, Rohstoffe und Sicherheit

Neben Handelsthemen spielt für China auch die strategische Kontrolle über Zukunftstechnologien und Rohstoffe eine zentrale Rolle. Die chinesische Delegation will den APEC-Rahmen nutzen, um den Druck der US-Exportbeschränkungen bei Chips und Hightech-Produkten anzusprechen.
Gleichzeitig sucht Peking diplomatische Annäherung an Südkorea, um regionale Spannungen – etwa im Verhältnis zu Japan und den USA – zu entschärfen. Auch der Zugang zu seltenen Erden und anderen kritischen Materialien dürfte in den Hintergrundgesprächen eine Rolle spielen.

Gegenwind in Südkorea

Chinas Auftritt ist jedoch nicht ohne Risiko. In Südkorea wächst der Unmut über den wachsenden Einfluss Pekings, insbesondere in Fragen von Handel, Sicherheit und Menschenrechten. Proteste im Vorfeld des Gipfels machen deutlich, dass Xi Jinpings Besuch innenpolitisch heikel ist.

Fazit: Zwischen Macht und Mäßigung

Für China ist der APEC-Gipfel ein Balanceakt zwischen Dominanz und Diplomatie. Peking will einerseits Stärke demonstrieren, andererseits Vertrauen schaffen. Die Chancen auf greifbare Ergebnisse bleiben begrenzt – zu tief sitzen die Konflikte mit den USA, zu groß ist die Skepsis vieler asiatischer Nachbarn.
Doch allein, dass Xi Jinping wieder mit den wichtigsten Staats- und Regierungschefs der Region an einem Tisch sitzt, sendet ein Signal: China bleibt – trotz aller Spannungen – eine unverzichtbare Macht in der Asien-Pazifik-Region.

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