Der republikanische Gouverneur von Florida, Ron DeSantis, steht erneut unter politischem Druck – und dieses Mal stammt er nicht von den Demokraten, sondern aus den eigenen Reihen. Während er am Donnerstag bei einer Veranstaltung an der Golfküste Floridas einen Parteifreund, Senator Joe Gruters, öffentlich kritisierte, erhielt ebendieser wenige Stunden später die Rückendeckung von niemand Geringerem als Donald Trump – für den Posten des nächsten RNC-Vorsitzenden (Vorsitzender des Republikanischen Nationalkomitees).
Für DeSantis ist dies nicht nur ein taktisches Eigentor, sondern Teil eines Musters: Er liefert sich regelmäßig politische Gefechte, die ihm am Ende selbst schaden. Schon seit dem Ende seiner gescheiterten Präsidentschaftskandidatur 2024 wirkt der Gouverneur zunehmend isoliert – selbst in seinem Heimatstaat.
Machtkampf um die Parteispitze
Trump, dessen Einfluss in der Partei nach wie vor dominiert, hat mit Gruters nun einen weiteren Unterstützer auf einen Schlüsselposten gesetzt. Sollte dieser tatsächlich Vorsitzender des RNC werden, dürfte das für DeSantis problematisch werden – insbesondere, wenn er in Zukunft erneut für das Präsidentenamt kandidieren will. Ein Parteiapparat unter Trumps Kontrolle könnte für DeSantis zur Hürde werden.
Auch privat ist der Konflikt brisant: DeSantis’ Ehefrau, Casey DeSantis, wird für 2026 als mögliche Kandidatin für das Gouverneursamt in Florida gehandelt. Doch ihr potenzieller Gegner, Byron Donalds, ist ebenfalls ein Trump-Vertrauter – und genießt die Unterstützung sowohl des Ex-Präsidenten als auch von Gruters.
Fehlkalkulation mit Ansage
Insider berichten, dass DeSantis von Trumps Unterstützung für Gruters völlig überrascht wurde. Noch vor wenigen Wochen sah es so aus, als hätten sich Trump und DeSantis nach dem heftigen Vorwahlkampf versöhnt. Bei der gemeinsamen Eröffnung eines Migrantenzentrums in Florida – genannt „Alligator Alcatraz“ – lobten sich beide überschwänglich. Trump sagte damals:
„Du bist mein Freund, und du wirst immer mein Freund bleiben.“
Doch politisch agiert Trump offenbar weiter im Alleingang – und lässt DeSantis auflaufen.
Alte Rechnungen, neue Folgen
Dass DeSantis Gruters nicht für das Amt des Chief Financial Officers von Florida ernannte, obwohl dieser sich ebenfalls für den Posten bewarb, gilt nun als strategischer Fehler. Stattdessen unterstützte DeSantis seinen Vertrauten Blaise Ingoglia und ließ keine Gelegenheit aus, Gruters öffentlich zu diskreditieren.
„Selbst wenn George Washington persönlich mich darum bitten würde, Gruters zu ernennen – ich würde Nein sagen“, erklärte er kürzlich.
Viele Republikaner in Florida können diesen Konfrontationskurs nicht nachvollziehen. Ein Parteispender sagte gegenüber CNN:
„Sein Problem ist: Er kann nicht über seinen Schatten springen. Wenn er jemanden nicht mag, dann bleibt das so – selbst wenn es politisch klüger wäre, zu verzeihen.“
Fazit
Ron DeSantis hat sich im Ringen um Macht und Einfluss in der Republikanischen Partei in eine schwierige Lage manövriert. Einst als Hoffnungsträger und mögliche Trump-Alternative gefeiert, verliert er nun zunehmend Rückhalt – ausgerechnet durch den Mann, der ihm einst zum Gouverneursposten verhalf. Sein Hang zu Konfrontation und mangelnde Kompromissbereitschaft drohen ihn politisch zu isolieren – und seine Zukunft auf nationaler Ebene ernsthaft zu gefährden.
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