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Amazon-Ausfall legt Teile des Internets lahm – Tausende Nutzer betroffen

geralt (CC0), Pixabay
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Ein großflächiger Ausfall beim Cloud-Dienst Amazon Web Services (AWS) hat am Montag zahlreiche Online-Dienste und Apps weltweit beeinträchtigt – darunter auch bekannte Plattformen wie Roblox, Fortnite, Reddit und die Starbucks-App. Zwischenzeitlich meldeten über 1.000 Unternehmen Störungen.

Laut dem Portal Downdetector gingen weltweit mehr als 6,5 Millionen Fehlermeldungen ein. Betroffen waren unter anderem Bankdienstleistungen von Lloyds, Halifax und Bank of Scotland, aber auch Online-Angebote wie Snapchat und Duolingo.

Amazon bestätigte am Nachmittag, dass es zu Problemen bei der sogenannten DNS-Resolution gekommen sei – einer zentralen Funktion, mit der Computer Internetadressen wie „bbc.co.uk“ in technische Adressen umwandeln.
Ein Sprecher erklärte, die Ursache sei identifiziert und behoben, es könne aber noch zu „vereinzelten Fehlern“ kommen, während die Systeme vollständig hochgefahren werden.


Starbucks-App mit „begrenzter Unterbrechung“

Auch Starbucks war von den Ausfällen betroffen. Über 1.800 Nutzer meldeten Probleme mit der mobilen App, über die Bestellungen und Zahlungen abgewickelt werden.
Eine Sprecherin des Unternehmens erklärte am Abend:

„Unsere App funktioniert wieder einwandfrei. Es gab nur eine sehr begrenzte Unterbrechung, die schnell behoben wurde.“

Ob die Störung direkt mit dem AWS-Ausfall zusammenhing, ließ das Unternehmen offen.


Alltagstaugliche Auswirkungen: Vom Online-Unterricht bis zum Bankkonto

Für viele Nutzer hatte der Ausfall ganz reale Folgen:

  • Eine Mutter aus Schottland berichtete, sie habe wegen einer verzögerten Banküberweisung kein Geld für Babynahrung.
  • Ein angehender Buchhalter aus London konnte wegen der Ausfälle stundenlang keine Gebühren für seine Prüfung bezahlen – und fürchtete um seine berufliche Zukunft.
  • Die Online-Lehrerin Katie Eade aus Derby berichtete, dass ihre Schüler „völlig verwirrt“ gewesen seien, weil Videounterricht nicht möglich war.

Technische Achillesferse des Internets

Mit rund einem Drittel aller Internetdienste, die auf Amazon Web Services basieren, zeigt sich erneut, wie verletzlich das Netz ist.
Selbst kleine Fehler in großen Cloud-Netzwerken können massive Kettenreaktionen auslösen.

„Diese Ereignisse zeigen, wie fragil unsere digitale Infrastruktur ist“, sagt IT-Journalistin Shiona McCallum. „Wenn ein Anbieter wie Amazon ausfällt, betrifft das sofort Millionen von Menschen.“

Auch Charlotte Wilson von der Cybersecurity-Firma Checkpoint Software warnte, dass großflächige Störungen häufig zu einer Zunahme von Phishing-Versuchen führen:

„Betrüger nutzen solche Momente, um gefälschte Entschuldigungs- oder Rabattmails zu verschicken.“


Aktienkurs bleibt stabil – Vertrauen in Amazon ungebrochen

Trotz der massiven Störungen reagierten die Märkte gelassen.
Die Amazon-Aktie stieg am Montag in New York sogar um rund ein Prozent – Anleger scheinen davon auszugehen, dass der Vorfall keine langfristigen Folgen haben wird.

Zum Vergleich: Als das Cybersecurity-Unternehmen Crowdstrike im Vorjahr ein fehlerhaftes Update veröffentlichte, das weltweit Systeme lahmlegte, verlor die Aktie über 10 Prozent an Wert.


Fazit: Ein kurzer Aussetzer – mit großem Warnsignal

Auch wenn die meisten Dienste inzwischen wieder funktionieren, hat der Zwischenfall deutlich gemacht, wie stark das Internet von wenigen zentralen Akteuren abhängt.
Ob es gelingt, diese Abhängigkeit zu verringern, bleibt fraglich – denn Alternativen sind teuer und technisch anspruchsvoll.

Ein Cloud-Experte fasst es so zusammen:

„Heute war kein guter Tag für Amazon – aber ein wichtiger Weckruf für alle, die glauben, das Internet sei unverwundbar.“


 

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