Amazon hat mal wieder die Zukunft ausgerufen — diesmal für seine sprachfreudige Dauerbegleiterin Alexa. Die neue Alexa+ soll dank generativer KI noch schlauer, noch hilfreicher und (natürlich) noch unverzichtbarer werden. Vorausgesetzt allerdings, man besitzt zufällig auch gleich noch die passenden Amazon-Geräte dazu.
Nur für Besitzer der „großen Bildschirme“
Auf dem großen Show-Event in New York präsentierte Amazon stolz seine neue Assistentin. Doch es gibt einen Haken: Die coolsten Funktionen von Alexa+ laufen am besten (oder ausschließlich) auf den neueren Echo-Show-Modellen, also auf den smarten Amazon-Bildschirmen Echo Show 8, 10, 15 oder am besten gleich dem riesigen Echo Show 21. Auf dem kleinen Echo Dot hingegen darf man weiterhin brav „Alexa, Wetter“ rufen – und sich ansonsten raushalten.
Der neue Premium-Service kostet 20 Dollar im Monat, für Prime-Kunden ist Alexa+ inklusive. Für alle anderen heißt es: Erst teuer aufrüsten, dann teuer abonnieren.
Alexa reserviert jetzt Tische und kocht Waffeln
In der Praxis macht Alexa+ jetzt Dinge, die früher mühsam manuell erledigt werden mussten: Tische im Restaurant buchen („Alexa, für vier Personen bei Luigi um 19 Uhr“ – und schon erledigt), Konzertkarten aufstöbern, Einkaufslisten erstellen und optimieren („Bio-Orangensaft statt normalem, bitte“), sogar komplette Rezept-Zutatenlisten zusammenstellen. Wer also keine Lust mehr hat, selber zu denken, kann jetzt auch das delegieren.
Besonders charmant: Alexa+ kann auch Kinderbespaßung übernehmen und Geschichten erfinden — wobei sich der anwesende Tester bei Amazons Präsentation dann doch etwas „algorithmisch hohl“ fühlte, wie er ehrlich zugibt.
Aber bitte nur auf den richtigen Bildschirmen!
Wirklich reibungslos funktionieren diese KI-Zaubereien aber nur auf den großen Echo-Displays, weil man dort bequem tippen und wischen kann, wenn Alexa doch mal Blödsinn vorschlägt. Und auch die praktischen neuen „Ring Kamera Rückblicke“, bei denen Alexa automatisch die schönsten Momente des Tages zusammenstellt (zum Beispiel: „Zeig mir, wann der Hund Gassi war“), gibt’s erstmal exklusiv nur auf dem Echo Show 15 und 21.
Warum das alles nicht auch auf dem Smartphone läuft? Amazon bleibt die Antwort schuldig. Wahrscheinlich, weil der große Bildschirm eben auch noch mitverkauft werden soll.
„Jetzt reden Sie einfach, wie Sie wollen“
Ein Highlight soll die neue Natürlichkeit der Gespräche sein: Keine starren Alexa-Befehle mehr, sondern echte Konversation. Zumindest in der Theorie. Produktchef Panos Panay verspricht: „Sie müssen nicht mehr Alexa-Sprache sprechen.“ Bleibt abzuwarten, ob Alexa+ dann auch versteht, wenn man beim dritten Anlauf hektisch „Lösch den Wecker!“ ruft, weil man einfach nur ausschlafen will.
Der ganz große Plan: Jeder braucht seine Alexa+
Amazon sieht jedenfalls großes Potenzial. In Zukunft, so das Ziel, soll Alexa+ zur zentralen KI-Schaltzentrale im Haushalt werden — natürlich am besten mit passendem Echo-Superbildschirm an jeder Wand. Nur beim „emotionalen Theater“ bleibt ein gewisser Beigeschmack: Je mehr KI sich um unsere Alltagsbanalitäten kümmert, desto mehr könnte der Nutzer irgendwann vergessen, dass am anderen Ende eben kein Mensch antwortet.
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