Chaos auf Scheremetjewo, und diesmal nicht wegen schlechter Durchsagen oder verlorener Koffer: Die russische Fluggesellschaft Aeroflot wurde von einem massiven Cyberangriff getroffen und musste Dutzende Flüge streichen. Auf den Abflugtafeln: weniger Starts, mehr Stornos – und ein blinkender Cursor, der anscheinend Morsezeichen sendet. (Verdacht: „LOL.“)
Details? Fehlanzeige. Die Airline schweigt eisern – typisch Aeroflot-Kundenservice, nur diesmal auf Admin-Ebene. Die Staatsanwaltschaft bestätigte den Hackerangriff und begann umgehend mit strafrechtlichen Ermittlungen – vermutlich gegen das WLAN.
Kreml: „Besorgniserregend“ – Hacker: „Ruhm der Ukraine!“
Der Kreml nannte die Lage „besorgniserregend“, was in der Putin-Skala irgendwo zwischen „mildem Ärger“ und „versehentlichem Atomknopf drücken“ liegt. Die proukrainische Gruppe Silent Crow übernahm die Verantwortung – und das mit Stil: Ihre Erklärung schloss mit den Worten „Ruhm der Ukraine! Lang lebe Belarus! Und kein Flug für Moskau!“
Laut eigenen Angaben hackte man sich gemeinsam mit den Cyberpartisans BY aus Belarus ins System – eine Art IT-Punkband des Widerstands. Ihr bisheriges Repertoire: Attacken auf russische Immobilienregister, Telekombuden und, besonders dreist, die russische Niederlassung von Kia. (Gerüchteweise wurde dort das automatische Parkassistenzsystem gegen eine russische Einparkhilfe getauscht: ein Kollege mit Handzeichen.)
Sommerferien mal anders: Aeroflot grounded
Der Angriff kam zur denkbar schlechtesten Zeit: Urlaubsbeginn. Zehntausende Russinnen und Russen wollten gerade Richtung Türkei, Zypern oder wenigstens Sotschi aufbrechen – und saßen nun auf dem Boden fest. Manche nennen es „Cyberkrieg“. Andere: „Gratisverlängerung der Schwiegermuttertage in Moskau“.
Auf sozialen Netzwerken kursieren bereits Memes mit dem Titel: „Aeroflot – Wir fliegen nicht weiter für Sie.“
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