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Adventszeit und Adventstage

Myriams-Fotos (CC0), Pixabay
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Die Bedeutung und Geschichte der Adventszeit und der einzelnen Adventstage

Die Adventszeit ist eine der wichtigsten und zugleich besinnlichsten Phasen im Kirchenjahr und markiert die Vorbereitung auf das Fest der Geburt Jesu Christi, Weihnachten. Sie ist eine Zeit der Einkehr, der Erwartung und der Hoffnung. Die Adventszeit beginnt traditionell am vierten Sonntag vor Weihnachten und endet am Heiligen Abend. Die vier Wochen stehen symbolisch für die Jahrhunderte, die das Volk Israel auf die Ankunft des Messias gewartet hat.


Historische Wurzeln der Adventszeit

Die Ursprünge der Adventszeit reichen bis ins 4. Jahrhundert zurück. Der Begriff „Advent“ stammt vom lateinischen „adventus“ und bedeutet „Ankunft“. Ursprünglich war der Advent eine Fastenzeit, die ähnlich wie die Passionszeit vor Ostern der Buße und Besinnung diente. Im 6. Jahrhundert legte Papst Gregor der Große die Dauer des Advents auf vier Wochen fest, um die vier Sonntage vor Weihnachten zu symbolisieren.

Im Mittelalter war die Adventszeit nicht nur eine Zeit der geistigen Vorbereitung, sondern auch eine Phase der Disziplin und Zurückhaltung. Sie galt als eine sogenannte „geschlossene Zeit“, in der weltliche Vergnügungen wie Feste, Hochzeiten oder Tanzveranstaltungen untersagt waren.


Die Bedeutung der vier Adventssonntage

Jeder der vier Adventssonntage hat eine eigene symbolische Bedeutung und trägt dazu bei, den Weg zu Weihnachten bewusst zu gestalten.

Erster Advent: Hoffnung und Erwartung

Der erste Adventssonntag markiert den Beginn der Adventszeit. In vielen Kirchen wird die erste von vier Kerzen am Adventskranz angezündet. Diese Kerze symbolisiert Hoffnung und das Warten auf das Licht der Welt, das mit der Geburt Christi kommt. Es ist ein Tag, an dem Christen daran erinnert werden, sich auf das Kommen des Heilands vorzubereiten.

Zweiter Advent: Frieden

Der zweite Adventssonntag steht im Zeichen des Friedens. Die Botschaft von Jesus Christus, der den Frieden bringen soll, wird besonders hervorgehoben. Die zweite Kerze am Adventskranz wird entzündet und steht für das Licht, das die Dunkelheit der Welt vertreibt.

Dritter Advent: Freude (Gaudete)

Der dritte Adventssonntag trägt in der katholischen Tradition den Namen „Gaudete“ (lateinisch für „Freut euch“). Dieser Sonntag ist geprägt von der Vorfreude auf die baldige Ankunft Christi. Die Liturgiefarbe wechselt an diesem Tag von Violett zu Rosa, um die Freude und Hoffnung auf das kommende Weihnachtsfest zu unterstreichen.

Vierter Advent: Liebe

Am vierten Adventssonntag wird die letzte Kerze entzündet, die für die Liebe steht. Sie symbolisiert die Liebe Gottes zu den Menschen, die durch die Geburt Jesu Christi zum Ausdruck kommt. Dieser Tag ist eine letzte Einladung zur Besinnung, bevor das Weihnachtsfest gefeiert wird.


Symbole der Adventszeit

Adventskranz

Der Adventskranz ist eines der bekanntesten Symbole der Adventszeit. Er wurde im 19. Jahrhundert vom Hamburger Theologen Johann Hinrich Wichern eingeführt, um Kindern die Wartezeit bis Weihnachten zu verkürzen. Ursprünglich hatte der Kranz 24 Kerzen – eine für jeden Tag im Dezember bis Weihnachten. Später reduzierte sich die Zahl auf vier Kerzen für die Adventssonntage. Der Kreis des Kranzes symbolisiert die Unendlichkeit und das grüne Tannengrün steht für das Leben und die Hoffnung.

Adventskalender

Der Adventskalender, der im 19. Jahrhundert in protestantischen Familien entstand, soll die Zeit bis Weihnachten sichtbar machen. Anfangs wurden 24 Bilder oder Kerzen verwendet, später entstanden die bekannten Kalender mit Türchen und kleinen Überraschungen.

Adventssterne

Der Adventsstern, oft auch als Herrnhuter Stern bekannt, erinnert an den Stern von Bethlehem, der die Weisen aus dem Morgenland zur Krippe führte. Er ist ein Symbol für die Führung und das Licht Gottes.


Die Adventszeit im heutigen Kontext

In der modernen Zeit hat die Adventszeit sowohl kirchliche als auch weltliche Aspekte. Neben der spirituellen Vorbereitung auf Weihnachten spielt auch die festliche Gestaltung der Wochen eine große Rolle. Adventsmärkte, Lichterdekorationen, gemeinsames Backen und das Öffnen von Adventskalendern sind feste Bestandteile dieser Zeit geworden.

Doch auch heute bleibt der Kern der Adventszeit eine Einladung zur Besinnung und Reflexion. Sie ruft dazu auf, innezuhalten, Dankbarkeit zu üben und sich auf die christliche Botschaft von Hoffnung, Frieden, Freude und Liebe zu konzentrieren.


Fazit

Die Adventszeit ist eine Zeit der Vorbereitung, die tiefe Wurzeln in der christlichen Tradition hat. Sie vereint Besinnung, Hoffnung und Gemeinschaft und führt schließlich zur Feier der Geburt Jesu Christi, des Lichts der Welt. Die vier Adventssonntage und ihre Bedeutung erinnern daran, was in dieser Zeit wirklich zählt: die Botschaft des Friedens, der Liebe und der Hoffnung, die durch Weihnachten erneuert wird.

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