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Adieu Protein, hallo Ballaststoffe: Warum „Fibermaxxing“ der neue Ernährungstrend ist

Didgeman (CC0), Pixabay
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Der Hype um Proteine war gestern – jetzt dreht sich alles um Ballaststoffe. Besonders die Generation Z hat den Trend rund um eine gesunde Verdauung und Darmflora für sich entdeckt und befeuert ihn unter dem Schlagwort „Fibermaxxing“ auf TikTok.

Der Konsum ballaststoffreicher Produkte boomt – und die Lebensmittelindustrie reagiert prompt. Vom Supermarktregal bis zu Softdrinks und Snacks: „High Fiber“ ist das neue „High Protein“.

Warum Ballaststoffe plötzlich im Fokus stehen

Ballaststoffe gelten schon lange als unterschätzte Superhelden der Ernährung. Sie fördern die Verdauung, können den Blutzuckerspiegel stabilisieren – und aktivieren sogar das appetitzügelnde Hormon GLP-1, das auch in modernen Abnehm-Medikamenten wie Wegovy eine Rolle spielt.

„Der nächste logische Schritt nach Hydration und Protein ist Ballaststoff,“ erklärt Sherry Frey, Wellness-Expertin bei NIQ. Die junge Generation verstehe zunehmend, dass Darmgesundheit auch mit schöner Haut und geistiger Klarheit zusammenhänge.

Supermärkte und Big Food ziehen nach

Die Nachfrage ist real: Laut Daten von Datassential zeigen über 50 % der Konsument:innen Interesse an Fibermaxxing. Gleichzeitig steigt die Zahl ballaststoffreicher Produkte im Einzelhandel, insbesondere bei Snacks, Riegeln und Getränken.

PepsiCo etwa spricht bereits offen davon, dass „Ballaststoffe das neue Protein“ seien. Nach der Übernahme des Trendgetränks Poppi folgte 2025 eine eigene „Pepsi Prebiotic Cola“ – mit zugesetztem Ballaststoff. Auch SunChips, Smartfood Popcorn und Propel werden in ballaststoffreiche Versionen überführt.

Selbst McDonald’s CEO Chris Kempczinski mutmaßte kürzlich, dass „Fiber 2026 richtig groß werden wird“. Ob nun Pommes mit Flohsamen oder ein Big Mac mit Bonus-Ballaststoff – man darf gespannt sein.

Snacks als neue Ballaststoff-Front

Laut NIQ-Expertin Frey werden besonders Chips, Cracker und Snackriegel die Frontlinie dieses Trends sein – oft aus Linsen, Bohnen oder anderen ballaststoffreichen Pflanzen. Der Haken: Der Geschmack. Gesund ja – aber nur, wenn’s auch schmeckt.

Hier setzen Handelsketten mit eigenen Marken an: Aldi launcht gesunde Produktlinien zu kleinen Preisen, Walmart baut sein Sortiment an ballaststoffreichen Eigenmarken unter dem Label Bettergoods massiv aus.

Aber ist das alles wirklich gesund?

Ja – aber nicht uneingeschränkt. Der empfohlene Tagesbedarf liegt bei 25 Gramm (Frauen) bis 35 Gramm (Männer). Doch die meisten Amerikaner:innen erreichen das nicht annähernd – laut US-Gesundheitsbehörde 2020 sogar über 90 % nicht.

Paul Kriegler, Ernährungsberater und Direktor bei Life Time Fitness, warnt dennoch vor übertriebener Euphorie bei Fertigprodukten: „Am besten ist es immer noch, einen Berg Gemüse in Kopfgröße zu essen.“ Die neuen Ballaststoffprodukte seien kein Ersatz für echtes, frisches Essen.

Die offiziellen US-Ernährungsrichtlinien unterstützen diese Sichtweise: weniger hochverarbeitete Lebensmittel, mehr Vollkorn, Obst und Gemüse – möglichst ohne Etikett.

Fazit: Ballaststoffe erleben 2026 ein echtes Comeback. Sie gelten als Alleskönner für Gesundheit, Sättigung und sogar mentale Leistungsfähigkeit. Ob aus Poppi-Cola oder Karottenkopf – die neue Food-Revolution beginnt im Darm.

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