Ganz ehrlich – da hilft nur noch: einmal tief durchatmen, mit dem Kopf schütteln, kurz gegen die Wand lehnen und dann laut die Frage stellen: Was macht eigentlich ein Schulministerium den ganzen lieben Tag?
Denn während in Klassenzimmern Kreide quietscht und die Zukunft der Nation mühsam das kleine Einmaleins lernt, wuchert der pädagogische Wildwuchs fröhlich weiter. 200 Lehrer werden gebraucht für 1.000 Schüler an einem Gymnasium in Dresden – nicht, weil plötzlich 18 neue Schulgebäude aus dem Boden geschossen sind, sondern weil viele Lehrkräfte regelmäßig krank werden oder sich in die komfortable Kuschelecke der Teilzeit verabschieden.
Teilzeit. Sie wissen schon. Drei Tage Schule, vier Tage Erholung, 100 % Erschöpfung.
Und offenbar so gut bezahlt, dass ein Vollzeitjob gar nicht mehr nötig ist. Beneidenswert.
Man fragt sich: Warum jammern wir eigentlich über Lehrermangel, wenn keiner mehr Lust auf Mehrarbeit hat?
Schulausfall als Lebensgefühl
Und als wäre das alles nicht genug, gibt es an der uns bekannten Schule natürlich trotzdem:
Schulausfall.
Weil: auch Teilzeitkräfte brauchen Pausen, Vertretungen sind Mangelware, und der Kopierer ist sowieso schon wieder kaputt.
Ein strukturelles Desaster im Stundenplan-Format.
Work-Life-Balance statt Wissensvermittlung
Dieses Beispiel zeigt vor allem eines: Wir sind mit unserer „Work-Life-Balance“ ganz, ganz tief in der Work-Life-Schieflage angekommen.
Und mal ehrlich: Wer will es den Schüler*innen verdenken, wenn sie sich denken:
„Wenn meine Mathelehrerin montags, donnerstags und nur in geraden Kalenderwochen da ist – warum sollte ich dann am Mittwoch um 8 Uhr was leisten?“
Deutschland, wir haben ein Problem
Was bleibt?
Ein Schulwesen im Feierabendmodus.
Ein Ministerium im Büroschlaf.
Und eine Gesellschaft, die sich fragt, ob Bildung vielleicht doch mehr braucht als WLAN und ein iPad.
Deutschland, wir haben ein Problem.
Aber hey – immerhin wissen wir jetzt alle, wie man Teilzeit beantragt.
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