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Zyklusorientiertes Training: Beliebt, aberWirksamkeit kaum belegt

MIH83 (CC0), Pixabay
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Das sogenannte „Cycle Syncing“ – also das Anpassen des Trainings an den Menstruationszyklus – liegt besonders in sozialen Medien im Trend. Wissenschaftlich ist der Nutzen jedoch kaum belegt. Die Sportwissenschaftlerin Antje Peuckert vom Olympiazentrum Vorarlberg warnt daher vor zu großen Erwartungen.

Die Idee: Frauen passen Intensität und Art ihres Trainings an hormonelle Schwankungen im Zyklus an, um Leistung und Wohlbefinden zu optimieren. In der Praxis bedeutet das oft: sanfteres Training vor oder während der Periode, intensivere Einheiten rund um den Eisprung. Auch Ernährung und Erholung spielen dabei eine Rolle. Für Frauen mit natürlichem Zyklus – also ohne hormonelle Verhütung – könne das durchaus sinnvoll sein, so Peuckert.

Doch die Wirkung ist individuell verschieden. Viele Frauen berichten, dass sie keine zyklusbedingten Veränderungen spüren, andere leiden vor oder während der Periode unter Schmerzen, Müdigkeit oder Leistungseinbußen. Laut einer französischen Studie und einer Umfrage von Swiss Olympic fühlen sich bis zu 59 % der Sportlerinnen in dieser Zeit weniger leistungsfähig.

Peuckert empfiehlt, Beschwerden ernst zu nehmen und Training entsprechend flexibel zu gestalten – etwa durch angepasste Pläne, Ernährung oder zusätzliche Ruhephasen. Wärme, Schmerzmittel und der Verzicht auf entzündungsfördernde Lebensmittel wie Kaffee könnten helfen. Wichtig sei die Eigenbeobachtung: Wer regelmäßig Symptome und Zyklusphasen dokumentiert, könne daraus persönliche Trainingsmuster ableiten.

Skeptisch sieht Peuckert dagegen standardisierte Apps oder Trainingsprogramme zum „Cycle Syncing“. Denn: „Die Studienlage ist zu dünn, um allgemeingültige Empfehlungen auszusprechen.“ Zwar zeigten manche Untersuchungen positive Effekte, andere fanden jedoch keine messbaren Unterschiede.

Ein Grund für die Unsicherheit: Nur etwa sieben Prozent aller sportwissenschaftlichen Studien beziehen sich ausschließlich auf Frauen. Oft wurden Zyklusphasen ungenau definiert oder die Teilnehmerzahl war zu gering.

Peuckert plädiert daher für mehr Forschung und Aufklärung – und weniger Einfluss von Influencerinnen, die das Thema auf sozialen Plattformen oft zu stark vereinfachen. Cycle Syncing sei kein Allheilmittel, sondern „eher das i-Tüpfelchen“, sagt sie. Wichtiger sei, dass Frauen ihren Körper kennen und auf seine Signale hören.

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