Elon University und die Queens University of Charlotte wollen zusammengehen – offiziell vereinbart am 16. September, mit Details bis Sommer 2026. Beide bleiben vorerst eigenständige Standorte, inklusive getrennter Division-1-Sportprogramme. Doch unter Alumni rumort es: Befürchtet werden Markenverwässerung, Verwirrung bei Studieninteressierten und finanzielle Risiken.
Warum die Fusion?
-
Elons Perspektive: Zugang zur Metropolregion Charlotte (Top-25 nach Bevölkerung), hoher Bedarf an Master- und Professional-Programmen. Gemeinsam ließen sich Angebote schneller ausbauen.
-
Queens’ Sicht: Eine Partnerschaft mit einer „finanziell soliden“ Uni biete Stabilität. Hintergrund: rückläufige Immatrikulationen und ein ausgewiesener Schuldenstand von 108,4 Mio. US-Dollar (GJ 2024, S&P).
Der Druck der Zahlen
-
Queens: Insgesamt ca. 1.800 Studierende; Rückgänge 2023→2024 um 13 %. Seit 2019: Bachelor –29 %, Master –49 %.
-
Elon: Insgesamt ca. 7.300 Studierende; Neuimmatrikulationen –7 % (2023→2024) und –11 % (2024→2025) – begründet mit demografischem Trend.
Worum die Alumni streiten
Die Gruppe „No Elon Merger“ (Alumni von Elon) warnt vor:
-
Marken-Dilution: Zwei Institutionen unter einem Dach schwächten Elons Profil.
-
Verwirrung: Zwei Standorte, zwei Identitäten – unklare Außenwirkung.
-
Kosten: Ein „Turnaround/Merger“ erfordere Millioneninvestitionen.
Elon entgegnet, man verstehe die Sorge um die Marke, die Fusion diene aber der Stärkung beider Hochschulen. Gerüchte um eine Schließung von Queens weist man zurück.
Auch Queens-Alumni äußern Skepsis („klingt eher nach Übernahme“). Andere verweisen auf Chancen – z. B. Anbindung an Elons Law School oder neue Studiengänge.
Einordnung durch Experten
Hochschulberater betonen, Fusionen könnten Lücken im Portfolio schließen: Neue Programme aufzubauen sei teuer; eine Partner-Uni beschleunige die Erweiterung. Beispiel Roosevelt University/Robert Morris (Chicago): Nach der Fusion entstanden neue Colleges, Programme wurden integriert, der Sport stieg in die NCAA Division II auf – ein Hinweis, wie Synergien aussehen können.
Was (noch) offen ist
-
Branding & Name: Wird im Prozess geklärt.
-
Governance & Finanzen: Investitionsbedarf, Integration von Schulden, Organisationsstruktur.
-
Zeitleiste & Mitnahme der Community: „Listening Tour“ im Herbst; Alumni-Town-Hall bei Queens am 1. Oktober. Die Alumni-Initiative informiert unter noelonmerger.com.
Fazit
Die Fusion reagiert auf demografischen Rückgang und Finanzdruck – in Charlotte wittert Elon Wachstumschancen, Queens sucht Stabilität. Ob „strategischer Schulterschluss“ oder „stille Übernahme“: Entscheidend wird, Transparenz in Branding, Finanzierung und Studienangeboten zu schaffen – und zu zeigen, dass beide Campus spürbar gewinnen.
Kommentar hinterlassen