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Zweckoptimismus

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Der deutsche Immobilienmarkt sendet gemischte, aber überwiegend positive Signale im zweiten Quartal 2024. Trotz einer deutlich gestiegenen Nachfrage nach Kaufimmobilien zeigen sich die Preise in vielen Segmenten noch leicht rückläufig, wie aus dem aktuellen Marktbericht der führenden Immobilien-Plattform ImmoScout24 hervorgeht.

In den begehrten Metropolregionen zeichnet sich eine Trendwende ab: In sieben von acht Großstädten blieben die Angebotspreise für Bestandswohnungen von April bis Juni im Vergleich zum Vorquartal weitgehend stabil. Dies deutet auf eine zunehmende Marktberuhigung hin, nachdem die Preise in den vergangenen Monaten teilweise deutlich nachgegeben hatten.

Bundesweit betrachtet ergibt sich ein differenzierteres Bild. Die Preise für Bestandswohnungen sanken im Durchschnitt um moderate 1,1 Prozent, während Neubauwohnungen einen etwas stärkeren Preisrückgang von 2,1 Prozent verzeichneten.

Dr. Sabine Müller, Chefökonomin bei ImmoScout24, kommentiert die Entwicklung: „Der Preisrückgang bei Neubauwohnungen ist vor allem auf die rückläufige Bautätigkeit zurückzuführen. Steigende Baukosten und verschärfte Finanzierungsbedingungen haben viele Neubauprojekte ausgebremst oder ganz zum Erliegen gebracht.“

Trotz der leicht sinkenden Preise gibt es Grund zum Optimismus. Die Nachfrage nach Kaufimmobilien ist im Vergleich zum Vorquartal deutlich gestiegen. Experten sehen darin ein Zeichen dafür, dass potenzielle Käufer die aktuelle Preissituation als Einstiegschance wahrnehmen.

Prof. Dr. Michael Schmidt, Immobilienexperte an der Universität Frankfurt, erläutert: „Wir beobachten eine zunehmende Zahl von Interessenten, die die gesunkenen Preise nutzen möchten. Gleichzeitig haben sich viele an das höhere Zinsniveau gewöhnt und passen ihre Finanzierungsstrategien entsprechend an.“

Regionale Unterschiede bleiben jedoch bestehen. Während attraktive Lagen in Großstädten weiterhin gefragt sind und stabile Preise aufweisen, verzeichnen ländliche Regionen und Randlagen teilweise noch deutlichere Preisrückgänge.

Für die zweite Jahreshälfte 2024 erwarten Marktbeobachter eine weitere Stabilisierung der Preise. Die steigende Nachfrage könnte in einigen Segmenten sogar zu leichten Preissteigerungen führen. Allerdings bleibt der Markt anfällig für externe Faktoren wie Zinsentwicklung und wirtschaftliche Gesamtlage.

Fazit: Der deutsche Immobilienmarkt zeigt erste Anzeichen einer Erholung. Die steigende Nachfrage bei gleichzeitiger Preisstabilisierung in den Metropolen deutet auf ein wiedererwachendes Vertrauen der Käufer hin. Dennoch bleibt der Markt komplex und regional unterschiedlich, was eine sorgfältige Analyse vor jeder Investitionsentscheidung unerlässlich macht.

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