Manchmal entscheidet reiner Zufall über wirtschaftlichen Erfolg. Für die kleine Karibik-Insel Anguilla, ein britisches Überseegebiet mit nur rund 16.000 Einwohnern, wurde genau das zum Glücksfall. Der Grund: ihre unscheinbare Internet-Endung .ai – ursprünglich lediglich als Länderkürzel gedacht.
Vom Länderkürzel zum KI-Goldesel
Wie alle Staaten und Territorien erhielt auch Anguilla in den 1990er-Jahren eine eigene Top-Level-Domain (TLD). Niemand konnte damals ahnen, dass diese zwei Buchstaben Jahrzehnte später eine neue Bedeutung bekommen würden: AI, die Abkürzung für „Artificial Intelligence“ – Künstliche Intelligenz.
Mit dem weltweiten Boom von KI-Start-ups, Forschungsprojekten und Tech-Unternehmen ist die Nachfrage nach .ai-Domains regelrecht explodiert. Firmen, die mit KI arbeiten, wollen ihre Produkte und Marken möglichst sichtbar platzieren – und eine passende Webadresse ist dafür Gold wert.
Millionen-Einnahmen für eine Mini-Insel
Die Regierung Anguillas profitiert direkt von diesem Trend. Jede Registrierung einer .ai-Domain bringt Gebühren ein, die inzwischen Millionen in die Kassen des kleinen Inselstaates spülen. Für eine Volkswirtschaft, die bislang vor allem vom Tourismus und Fischfang lebte, bedeutet das eine völlig neue Einnahmequelle – quasi ein digitales Rohstoffvorkommen.
Allein in den vergangenen Jahren haben die Lizenzgebühren für .ai-Domains dem Land Einnahmen in zweistelliger Millionenhöhe eingebracht. Für die Bewohner Anguillas, deren Heimat sonst selten in internationalen Schlagzeilen auftaucht, ist das ein unverhoffter Segen.
Anguilla als stiller Gewinner der KI-Revolution
Während Tech-Giganten in den USA und China Milliarden in Forschung investieren, ist Anguilla ein eher stiller Gewinner der KI-Revolution – ganz ohne eigene Konzerne, Patente oder Forschungszentren. Es reicht, dass zwei Buchstaben, die einst für ein kleines Karibik-Paradies standen, heute im Internet mit einer der bedeutendsten Zukunftstechnologien assoziiert werden.
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