Startseite Allgemeines Yoshi, Birdo & jede Menge Easter Eggs: „The Super Mario Galaxy Movie“ ist ein knallbunter Nostalgietrip
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Yoshi, Birdo & jede Menge Easter Eggs: „The Super Mario Galaxy Movie“ ist ein knallbunter Nostalgietrip

Alexas_Fotos (CC0), Pixabay
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Wann hat man zuletzt schon im Kinofoyer so viel Vorfreude erlebt? Kinder kreischen, Popcorn fliegt, Eltern versuchen verzweifelt, die 3-D-Brillen zu organisieren – und irgendwo verdrückt sogar jemand ein paar sentimentale Tränen. Bei „The Super Mario Galaxy Movie“ ist das Chaos vor dem Film fast Teil des Programms. Im Saal selbst herrscht dann allerdings etwas, das in Familienvorstellungen beinahe als Wunder gilt: 98 Minuten lang sitzen die Kinder mucksmäuschenstill.

Von Natalie Brunner

Wer zu Ostern oder Weihnachten in eine Premiere eines Familienfilms geht, braucht gute Nerven. Schlangen an der Kassa, Schlangen beim Popcorn, Schlangen bei der Brillenausgabe – und überall aufgeregte Kinder in Super-Mario-Kappen, die so geschniegelt sitzen, als würden sie persönlich zu Prinzessin Peach eingeladen. Familienfilme sind längst ein Milliardengeschäft: Vier Kinokarten, Getränke, Snacks, Merch – da darf die Werbetrommel auch schon Monate vorher ordentlich gerührt werden.

Genau so war es auch bei „The Super Mario Galaxy Movie“. Den ersten Trailer habe ich schon vor Weihnachten gesehen, und seitdem war die Vorfreude groß – bei mir mindestens genauso sehr wie bei meinen fünfjährigen Begleitern. Schon „The Super Mario Bros. Movie“ von 2023 hat mich wahrscheinlich mehr begeistert als viele Kinder im Saal. Ich sage nur: die Donkey-Kong-Mario-Kart-Sequenz zu „Take on Me“ – Gänsehaut. Und selbst der legendär schräge Realfilm von 1993 mit Bob Hoskins und Dennis Hopper hat für mich bis heute einen gewissen Charme. Ich bin keine Gamerin, aber diese verspielten, fast magischen Mario-Welten haben mich immer abgeholt.

Bowser in der Kunsttherapie, Bowser Jr. im Chaos-Modus

Der Trailer zum neuen Film machte früh klar, wohin die Reise geht: Bowser, gewohnt größenwahnsinnig und emotional maximal dysreguliert, versucht mithilfe von Kunsttherapie seine Schurkenrolle zu verarbeiten. Eine Prämisse, die allein schon herrlich absurd ist. Parallel dazu startet Bowser Jr. seine ganz eigene Rettungsmission – mit dem üblichen Mario-Repertoire aus Prinzessinnen-Entführung, Weltuntergangsplänen und maximalem Chaos. Also: business as usual.

Auffällig ist, dass im Galaxy-Film vergleichsweise wenig gesprochen wird – und das ist eine Stärke. Statt auf ausufernde Dialoge setzt der Film auf Mimik, Timing, Slapstick und visuelles Erzählen. Die Figuren definieren sich weniger über kluge Sätze als über Reaktionen, Gesten und das Tempo, mit dem die Gags einschlagen. Das passt überraschend gut zum Mario-Kosmos.

Die Besetzung ist dabei prominent:

  • Chris Pratt spricht Mario
  • Charlie Day Luigi
  • Anya Taylor-Joy Prinzessin Peach
  • Keegan-Michael Key Toad
  • Jack Black natürlich Bowser
  • Benny Safdie Bowser Jr.
  • Brie Larson Rosalina
  • Glen Powell Fox McCloud
  • und Donald Glover leiht Yoshi seine Stimme – wobei dessen gesamter Wortschatz bekanntlich aus einem einzigen, ikonischen „Yoshi“ besteht.

Und ja: Das funktioniert erstaunlich gut.

Nintendo feiert sich selbst – und wir feiern mit

Der Film trifft einen Rhythmus, der sich angenehm nach Mario anfühlt – auch wenn er nicht eins zu eins dem Spielprinzip der „Galaxy“-Reihe folgt. Gleichzeitig ist „The Super Mario Galaxy Movie“ ein einziges großes Easter-Egg-Festival für alle, die mit Nintendo, Videospielen und Popkultur der letzten vier Jahrzehnte groß geworden sind.

Im Grunde feiert Nintendo hier vor allem sich selbst – und den 40. Geburtstag der Mario-Reihe. Das klingt vielleicht nach kalkulierter Nostalgie, ist aber so charmant und liebevoll inszeniert, dass man sich dem schwer entziehen kann.

Die besten Momente gehören – wie so oft – Bowser. Sein permanentes Schwanken zwischen Größenwahn, Vaterkomplexen, Erziehungsfragen und moralischer Verwirrung macht ihn zur heimlichen Hauptfigur. Jack Black liefert ihn erneut mit genau der richtigen Mischung aus Pathos, Witz und peinlicher Emotionalität.

Handlung? Nennen wir es: dekoratives Transportmittel

Die – räusper – nennen wir es einmal Handlung orientiert sich lose an den Spielen „Super Mario Galaxy“ und „Odyssey“. Wirklich wichtig ist sie aber nicht. Die Struktur ist klar episodisch: Eine Szene jagt die nächste, ständig passiert etwas, überall blinkt, wuselt, kracht und glitzert es.

Der Film hat keine große Lust auf klassische Dramaturgie – und das ist vermutlich seine klügste Entscheidung. Stattdessen gibt es:

  • fantastische Welten,
  • ein hohes Tempo,
  • dauernd kleine visuelle Gags,
  • liebevolle Hintergründe voller Anspielungen
  • und einen gloriosen Auftritt von Birdo, der pinken, eierfeuernden Kultfigur, die allein schon jede Szene aufwertet.

Für Fans ist das pures Glück. Für alle anderen immerhin ein visuell sehr imposantes Spektakel.

Knallig, überdreht, erschöpfend – aber genau richtig

Optisch ist „The Super Mario Galaxy Movie“ genau das, was man sich erhofft: knallig, detailverliebt, verspielt und extrem nah an den Spielen. Alles leuchtet, alles pulsiert, alles ist in Bewegung. Nach rund anderthalb Stunden 3-D-Animations-Rambazamba merkt man allerdings auch: Das ist ein Reizfeuerwerk, das das Gehirn durchaus ermüden kann.

Fast ist man dankbar, dass der Film auf komplizierte Erzählstränge verzichtet. Sich gleichzeitig über quietschende Sterne, herumfliegende Yoshis, Easter Eggs, Birdo, explodierende Planeten und eine ausgefeilte Story Gedanken machen zu müssen – das wäre vielleicht selbst für Erwachsene zu viel des Guten.

Das wichtigste Urteil kommt von den Kindern

Kinder sind im Kino ein gnadenlos ehrliches Publikum. Sobald ihnen langweilig wird, wird geredet, geraschelt, geturnt und kommentiert. Bei „The Super Mario Galaxy Movie“ war davon nichts zu hören. 98 Minuten lang herrschte ehrfürchtige Stille.

Mehr Kompliment kann man einem Familienfilm kaum machen.

Am Ende bleibt ein Film, der weniger durch Story als durch Tempo, Farben, Fanservice und Charme überzeugt. Ein überdrehter, manchmal fast zu intensiver, aber enorm unterhaltsamer Nostalgietrip für Kinder, Eltern und alle, die irgendwann einmal mit Mario, Luigi und Yoshi aufgewachsen sind.

Fazit:
5 von 5 Power-Ups – für Kinder sowieso, für nostalgische Erwachsene überraschend oft ebenfalls.

Und ganz nebenbei gibt es sogar noch eine kleine Weisheit fürs Leben, geliefert von Kamek, Bowsers treuem Ratgeber:

„Ah kids: the days go slow, the years go fast.“

Selten hat ein Mario-Film so schön zusammengefasst, warum man sich diesen Kinostress am Feiertag freiwillig antut.

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