In Madagaskar ist es erneut zu Protesten gegen die seit Monaten anhaltenden Strom- und Wasserausfälle gekommen. Obwohl die Regierung ein Demonstrationsverbot verhängt hatte, versammelten sich in mehreren Städten hunderte Menschen auf öffentlichen Plätzen.
Die Proteste verliefen zunächst friedlich, ehe die Polizei mit Tränengas und Gummigeschossen eingriff. Nach Berichten der Nachrichtenseite 24/24 Madagascar kam es zu chaotischen Szenen, viele Demonstrierende flohen in Seitenstraßen. Der französische Sender RFI meldete, dass mindestens zehn Menschen verletzt wurden.
Landesweite Mobilisierung über soziale Medien
Aufgerufen wurde zu den Kundgebungen über soziale Netzwerke – offenbar mit großer Resonanz. Betroffen war vor allem die Hauptstadt Antananarivo, doch auch in Provinzstädten kam es zu Versammlungen. Viele Geschäfte blieben geschlossen, der öffentliche Verkehr war zeitweise massiv beeinträchtigt.
Frust über Energiekrise wächst
Hintergrund ist die dramatische Versorgungslage im Land: Immer wieder fallen Strom und Wasser für Stunden oder Tage aus. Betroffen sind nicht nur Privathaushalte, sondern auch Unternehmen, Schulen und Krankenhäuser. Die Protestierenden werfen der Regierung Missmanagement und Untätigkeit vor.
„Wir leben seit Monaten im Dunkeln, manchmal tagelang ohne Wasser – und die Regierung schweigt“, zitierte ein lokaler Journalist eine Demonstrantin.
Regierung setzt auf Härte
Die Regierung von Präsident Andry Rajoelina hatte die Demonstrationen im Vorfeld ausdrücklich verboten und auf die Gefährdung der öffentlichen Ordnung verwiesen. Menschenrechtsorganisationen kritisieren jedoch das harte Vorgehen der Sicherheitskräfte.
Internationale Beobachter warnen, dass die soziale Unzufriedenheit in Madagaskar weiter eskalieren könnte, sollte es der Regierung nicht gelingen, die Energieversorgung nachhaltig zu stabilisieren.
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