Mit einem ausgeklügelten System aus manipulierten Bilanzen, gefälschten Vertragsunterlagen und hochriskanten Finanzgeschäften haben zwei Unternehmer aus Rosenheim Banken, Leasinggesellschaften und Kunden um rund vier Millionen Euro gebracht. Das Landgericht München II verurteilte die beiden Männer nun zu mehrjährigen Haftstrafen.
Nach Überzeugung der Kammer hatten die Angeklagten über Jahre hinweg ihre Geschäftszahlen gezielt geschönt. Durch falsche Angaben zu Umsatz, Gewinn und Liquidität erweckten sie den Eindruck eines florierenden Unternehmens im Bereich Wohnmobilhandel und -vermietung. Auf dieser Grundlage erhielten sie Kredite und Leasingverträge, die sie unter regulären Umständen nie bekommen hätten.
Die so beschafften Gelder flossen einerseits in die laufenden Betriebskosten und zur Bedienung bestehender Schulden, andererseits in riskante Investitionen, die nur selten Erträge brachten. Teilweise konnten zugesagte Fahrzeuge nicht geliefert werden, wodurch auch private Kunden direkt geschädigt wurden.
Das Gericht wertete die Vorgehensweise als gewerbsmäßigen Betrug in besonders schwerem Fall. Beide Angeklagte müssen nicht nur mehrjährige Haftstrafen verbüßen, sondern auch im Rahmen ihrer Möglichkeiten Schadensersatz an die Geschädigten leisten.
Die Staatsanwaltschaft sprach nach der Urteilsverkündung von einem Fall, der deutlich mache, wie anfällig die Branche für Bilanzfälschung und Kreditbetrug sei. Leasingunternehmen und Banken müssten ihre Prüfmechanismen verschärfen, um ähnliche Schäden künftig zu verhindern.
Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Die Verteidigung der beiden Unternehmer kündigte an, eine Revision beim Bundesgerichtshof zu prüfen.
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