AGF – Aggressive Growth Fund
Ein Aggressiver Wachstumsfonds ist darauf ausgerichtet, möglichst hohe Kapitalzuwächse über einen längeren Zeitraum zu erzielen. Hierbei setzt das Fondsmanagement gezielt auf kleinere, wachstumsstarke Unternehmen (sogenannte Small-Caps) oder dynamische Wachstumsbranchen. Diese Anlagestrategie birgt erhebliche Kursschwankungen und somit ein hohes Risiko – wird jedoch von Anlegern gewählt, die langfristig eine überdurchschnittliche Rendite anstreben und temporäre Verluste in Kauf nehmen können.
ATC – Additional Trading Costs
Die zusätzlichen Handelskosten bei börsengehandelten Fonds (ETFs) sind Gebühren, die über den regulären Ausgabe- und Rücknahmepreis hinaus beim Kauf oder Verkauf entstehen können. Diese fremden Kosten – etwa Börsengebühren oder Maklerprovisionen – werden als prozentualer Anteil des Transaktionsvolumens ausgewiesen und können die Gesamtrendite eines Investments beeinflussen.
ATX – Austrian Traded Index
Der ATX ist der bedeutendste Aktienindex der Wiener Börse. Er setzt sich aus den 20 größten und liquidesten börsennotierten Unternehmen Österreichs zusammen und wird in Echtzeit berechnet. Damit ist der ATX das Stimmungsbarometer der österreichischen Wirtschaft und ein wichtiges Instrument für Investoren, um die Entwicklung der dortigen Bluechips – also etablierten Unternehmen mit hoher Marktkapitalisierung – zu verfolgen.
Abgeltungssteuer
Seit dem Jahr 2009 erhebt der deutsche Staat auf Kapitalerträge wie Zinsen, Dividenden und Kursgewinne eine pauschale Steuer in Höhe von 25 Prozent – zuzüglich Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer. Diese Abgeltungssteuer wird direkt von Banken oder Kapitalverwaltungsgesellschaften einbehalten und an das Finanzamt abgeführt. Der Vorteil: Für viele Anleger entfällt damit die Pflicht, Kapitalerträge in der Einkommensteuererklärung anzugeben. Es handelt sich also um eine abschließende Besteuerung, was den bürokratischen Aufwand deutlich reduziert – allerdings auch Gestaltungsspielraum bei der Steuerplanung einschränkt.
Absicherung
Zur Risikosteuerung innerhalb eines Fondsportfolios kann das Management sogenannte Derivate – wie Futures, Optionen oder Swaps – einsetzen. Diese Finanzinstrumente dienen dazu, starke Wertschwankungen einzelner Anlagen oder ganzer Märkte abzufedern. Solche Strategien, auch Hedging genannt, sind besonders bei Fonds mit hohem Aktienanteil oder bei volatilen Märkten relevant.
Absolute Return
Fonds mit einem Absolute-Return-Ansatz haben das Ziel, in jedem Marktumfeld – also unabhängig davon, ob die Börsen steigen oder fallen – eine positive Rendite zu erwirtschaften. Das bedeutet: Die Benchmark ist nicht ein Index wie der DAX, sondern der Erhalt und moderate Zuwachs des eingesetzten Kapitals. Der Fokus liegt auf Kapitalerhalt und stetigem Ertrag, nicht auf outperformender Marktteilnahme.
Advisor (Berater)
Ein Advisor ist ein externer Experte, der Kapitalverwaltungsgesellschaften beratend zur Seite steht. Er liefert Marktanalysen, Anlageideen oder Einschätzungen zu bestimmten Sektoren. Das Ziel: Durch sein Fachwissen soll die Qualität der Anlageentscheidungen verbessert und letztlich die Performance des Fonds gesteigert werden – immer im Interesse der Anleger.
Agio (Ausgabeaufschlag)
Das Agio, oft auch Ausgabeaufschlag genannt, ist eine Art Eintrittsgebühr, die beim Kauf von Fondsanteilen erhoben wird. Es liegt üblicherweise zwischen 0 und 5 Prozent des investierten Betrags und dient hauptsächlich der Vergütung von Vertriebspartnern oder Finanzberatern. Das Agio fließt nicht in das Fondsvermögen, sondern wird separat berechnet und schmälert somit die effektiv investierte Summe.
Aktienfonds
Ein Aktienfonds investiert überwiegend oder ausschließlich in Unternehmensaktien. Die Auswahl erfolgt nach bestimmten Kriterien – etwa Regionen, Branchen oder Unternehmensgrößen. Diese Fonds eignen sich für Anleger, die bereit sind, stärkere Kursschwankungen zu akzeptieren, um langfristig von den Wachstumschancen der Aktienmärkte zu profitieren. Der Erfolg hängt maßgeblich von der richtigen Titelauswahl des Fondsmanagers ab.
Aktienmarkt
Der Begriff bezeichnet alle Handelsplätze, an denen Aktien gehandelt werden – sei es über offizielle Börsen (wie Xetra, Frankfurt, New York Stock Exchange) oder im außerbörslichen Direktgeschäft. In Deutschland gibt es unterschiedliche Marktsegmente mit verschiedenen Zulassungsvoraussetzungen, z.B. den Amtlichen Handel, den Geregelten Markt oder den Freiverkehr. Der Aktienmarkt ist das Herzstück des Kapitalmarktes – hier entscheidet sich täglich, wie Unternehmen bewertet werden und in welche Richtung sich die Wirtschaft entwickelt.
Aktiv gemanagte Fonds
Bei aktiv gemanagten Fonds trifft das Fondsmanagement auf Basis umfangreicher Analysen bewusste Anlageentscheidungen – mit dem Ziel, eine bessere Performance zu erzielen als der Vergleichsindex (Benchmark). Hierfür wird das Portfolio regelmäßig angepasst, was höhere Kosten verursachen kann. Ob sich die aktivere Herangehensweise lohnt, hängt vom Geschick des Managers und dem Marktumfeld ab.
All-in-Fee
Die All-in-Fee ist eine Kennzahl, die die Gesamtkostenbelastung eines Fonds pro Jahr zusammenfasst – mit Ausnahme des Ausgabeaufschlags. Sie enthält Managementgebühren, Depotbankgebühren, laufende Betriebskosten sowie gegebenenfalls Erfolgsbeteiligungen. Sie ist ein nützliches Instrument für Anleger, um Fonds hinsichtlich ihrer Kostenstruktur miteinander zu vergleichen.
Alpha
Das Alpha ist ein Maß für die Über- oder Unterperformance eines Fonds im Vergleich zu seiner Benchmark. Ein positives Alpha zeigt, dass der Fondsmanager einen echten Mehrwert erbracht hat – unabhängig vom allgemeinen Markttrend. Es ist also ein Indikator für aktives Fondsmanagement und dessen Qualität.
Alternative Investments
Alternative Investments umfassen Anlageformen jenseits der traditionellen Märkte. Dazu zählen Hedgefonds, Private Equity, Rohstoffe oder auch Kunst und Wein. Ziel ist es, durch Strategien, die nicht an Börsenindizes gebunden sind, auch in schwierigen Marktphasen Erträge zu generieren – oft mit geringerer Korrelation zum Aktien- oder Rentenmarkt.
Anlageausschuss
Ein beratendes Gremium innerhalb einer Kapitalverwaltungsgesellschaft, das Einfluss auf die strategische Ausrichtung eines Fonds nimmt. Der Anlageausschuss prüft die Anlagestrategien und kann Empfehlungen geben, welche Märkte oder Anlageklassen aktuell im Fokus stehen sollten – immer unter Berücksichtigung der Interessen der Anleger.
Anlageberater
Ein Anlageberater analysiert die finanzielle Situation eines Kunden und empfiehlt daraufhin passende Investmentlösungen. Dabei spielen Risikobereitschaft, Anlageziele und der zeitliche Anlagehorizont eine zentrale Rolle. Ein guter Berater handelt stets im Interesse des Kunden – idealerweise unabhängig und transparent.
Anlagegrenzen
Ein Fonds darf laut dem deutschen Kapitalanlagegesetzbuch (KAGB) nicht unbegrenzt in einzelne Emittenten investieren. Solche Anlagegrenzen sollen verhindern, dass zu viel Kapital auf ein einziges Wertpapier oder Unternehmen konzentriert wird – und damit das Risiko für Anleger steigt. Es gilt: Je breiter ein Fonds gestreut ist, desto robuster reagiert er auf Marktschwankungen. Anlagegrenzen sorgen somit für eine gesunde Risikoverteilung – ganz im Sinne der Anleger.
Anlagegrundsatz
Der Anlagegrundsatz gibt dem Fondsmanagement den Rahmen vor, innerhalb dessen es investiert. Er beschreibt, in welche Märkte, Anlageklassen oder Regionen schwerpunktmäßig investiert wird – etwa Aktien globaler Technologiekonzerne oder Staatsanleihen europäischer Länder. Der Anlagegrundsatz wird in den Fondsunterlagen genau definiert und spiegelt die strategische Ausrichtung des Fonds wider. Für Anleger liefert er eine Orientierung, ob der Fonds zu ihren Zielen passt.
Anlagehorizont
Der Anlagehorizont beschreibt den Zeitraum, für den ein Anleger sein Geld entbehren kann und bereit ist, es in ein Investment zu stecken. Wer nur kurzfristig anlegt, kann keine starken Kursschwankungen verkraften und sollte risikoarme Produkte wählen. Wer hingegen langfristig investiert – etwa zehn Jahre oder mehr – kann zwischenzeitliche Verluste besser aussitzen und hat größere Chancen auf attraktive Renditen. Der Anlagehorizont ist also ein zentrales Kriterium bei der Wahl des passenden Investments.
Anlagekonto
Ein Anlagekonto dient ausschließlich der Geldanlage – nicht dem täglichen Zahlungsverkehr wie etwa ein Girokonto. Auf einem Anlagekonto werden z.B. Investmentfonds, Anleihen oder Aktien verwahrt. Es ist die Basis für alle Kapitalanlagen eines Anlegers – oft kombiniert mit einem Depot, über das Kauf und Verkauf abgewickelt werden.
Anlagepolitik
Die Anlagepolitik ist das operative Handeln des Fondsmanagements auf Basis des festgelegten Anlagegrundsatzes. Sie bestimmt, welche Wertpapiere wann gekauft oder verkauft werden, wie hoch die Barreserve ist und ob Absicherungsstrategien genutzt werden. Die Anlagepolitik soll sicherstellen, dass das Anlageziel des Fonds bestmöglich erreicht wird – sei es Kapitalerhalt, Ausschüttung oder Wachstum.
Anlageregion
Die Anlageregion bezeichnet das geografische Gebiet, auf das sich ein Fonds bei seinen Investitionen konzentriert – z.B. Europa, Nordamerika, Asien oder Schwellenländer (Emerging Markets). Sie kann entscheidend sein für Chancen und Risiken eines Fonds, denn wirtschaftliche und politische Entwicklungen verlaufen in verschiedenen Regionen unterschiedlich.
Anlageschwerpunkt
Der Anlageschwerpunkt zeigt, in welche Anlageklassen, Märkte oder Branchen ein Fonds bevorzugt investiert. So kann ein Fonds etwa den Schwerpunkt auf europäische Technologieaktien oder asiatische Staatsanleihen legen. Der Anlageschwerpunkt verrät Anlegern also, wo die „Gewichtungen“ im Portfolio liegen – und welche Chancen oder Risiken damit verbunden sind.
Anlagestil
Der Anlagestil – auch Investmentstil genannt – beschreibt, wie ein Fondsmanager vorgeht: Setzt er eher auf große, etablierte Unternehmen (Blue Chips) oder auf kleine, wachstumsstarke Firmen (Small Caps)? Investiert er „Value-orientiert“, also auf der Suche nach unterbewerteten Unternehmen, oder „Growth-orientiert“, also auf Unternehmen mit hohen Wachstumsaussichten? Der Stil verrät viel über die Strategie hinter dem Fonds.
Anlagestruktur
Die Anlagestruktur ist die Zusammensetzung eines Fondsportfolios nach verschiedenen Kriterien – z.B. Aktienquote, Rentenanteil, Liquidität oder Regionen. Eine ausgewogene Struktur hilft, Risiken zu streuen und eine stabile Wertentwicklung zu erzielen. Je nach Marktphase und Anlagestrategie kann die Struktur dynamisch angepasst werden.
Anlagetyp
Der Anlagetyp benennt die Art der Vermögenswerte, in die ein Fonds oder Anleger investiert – etwa Aktien, Anleihen, Immobilien, Rohstoffe oder Derivate. Die Wahl des Anlagetypus beeinflusst direkt die Risikostruktur und Ertragserwartung des Investments.
Anlageziel
Ein Fonds verfolgt immer ein klares Anlageziel – etwa Kapitalerhalt, laufende Erträge, hohes Wachstum oder die Nachbildung eines Index. Dieses Ziel wird in den offiziellen Unterlagen definiert und bestimmt maßgeblich die Strategie und Risikostruktur des Fonds. Anleger sollten sich bewusst sein, dass es kein „Alles-in-einem“-Ziel gibt: Höhere Rendite bedeutet oft auch höheres Risiko.
Anleger
Ein Anleger ist eine natürliche oder juristische Person, die Kapital in Investmentprodukte wie Fonds oder Wertpapiere investiert – in der Erwartung, eine Rendite zu erzielen. Mit dem Erwerb von Fondsanteilen wird der Anleger Miteigentümer des Fondsvermögens und profitiert anteilig von dessen Entwicklung.
Anleihen
Anleihen sind verzinsliche Wertpapiere, mit denen sich Staaten, Banken oder Unternehmen Geld am Kapitalmarkt leihen. Als Gegenleistung erhalten Investoren regelmäßige Zinszahlungen und am Ende der Laufzeit die Rückzahlung des investierten Betrags. Synonyme sind Obligationen, Schuldverschreibungen oder Bonds.
Anleihenfonds
Ein Anleihenfonds (auch Renten- oder Bondfonds genannt) investiert das Fondsvermögen überwiegend in Anleihen – etwa von Staaten, Unternehmen oder Emerging Markets. Ziel ist ein stabiles Einkommen bei überschaubarem Risiko, wobei sich die Chancen und Risiken je nach Art der Anleihen stark unterscheiden können.
Annualisierte Performance
Die annualisierte Performance gibt an, wie viel ein Investment im Durchschnitt pro Jahr erwirtschaftet hat – auch über mehrere Jahre hinweg. Sie berücksichtigt den Zinseszinseffekt und macht so unterschiedliche Anlagezeiträume vergleichbar.
Anteilklasse
Ein Fonds kann in verschiedene Anteilklassen unterteilt sein – etwa für institutionelle Investoren oder Privatanleger. Diese unterscheiden sich z.B. bei Gebühren, Währung, Mindestanlagesumme oder Ausschüttungspolitik. Jede Klasse hat eine eigene ISIN und WKN.
Anteilschein
Ein Anteilschein ist der Beleg dafür, dass der Anleger Anteile an einem Investmentfonds hält. Er verbrieft das Miteigentum am Fondsvermögen. In der Praxis erfolgt die Verwaltung heute meist in digitaler Form über ein Depotkonto.
Anteilspreisveröffentlichung
Die Kapitalverwaltungsgesellschaft ist verpflichtet, die Anteilspreise ihrer Fonds regelmäßig – meist börsentäglich – zu veröffentlichen. So können Anleger jederzeit den aktuellen Rücknahmepreis ihres Fondsanteils nachvollziehen.
Anteilumlauf
Der Anteilumlauf beschreibt die Anzahl der Fondsanteile, die sich aktuell im Besitz von Anlegern befinden – also ausgegeben wurden und nicht zurückgenommen wurden.
Anteilwert
Der Anteilwert errechnet sich aus dem gesamten Fondsvermögen geteilt durch die Anzahl aller im Umlauf befindlichen Anteile. Er entspricht dem Rücknahmepreis, zu dem Anleger ihre Fondsanteile verkaufen können.
Antizyklisch
Antizyklisch bedeutet, bewusst entgegen dem Markttrend zu investieren – also dann zu kaufen, wenn andere verkaufen, und umgekehrt. Diese Strategie setzt auf das Prinzip, dass Märkte oft überreagieren – und dadurch Chancen entstehen.
Arbitrage
Arbitrage ist das Ausnutzen von Preisunterschieden eines Finanzinstruments an verschiedenen Märkten. Ein Beispiel: An Börse A ist eine Aktie günstiger als an Börse B. Der Arbitrageur kauft an A und verkauft an B – nahezu risikolos. Solche Gelegenheiten sind heute selten, da moderne Systeme Preisunterschiede schnell ausgleichen.
Asset
Ein Asset ist ein Vermögenswert – z.B. Aktien, Anleihen, Immobilien oder Rohstoffe. Es bezeichnet jede Form von Kapitalanlage, die in einem Portfolio gehalten werden kann.
Asset Allocation
Die Asset Allocation beschreibt die strategische Aufteilung des Vermögens auf verschiedene Anlageklassen. Ziel ist es, durch kluge Mischung von z.B. Aktien, Anleihen und Immobilien das Risiko zu reduzieren und stabile Renditen zu erzielen.
Asset Backed Securities (ABS)
Das sind Wertpapiere, die durch ein Bündel aus Forderungen (z.B. Kreditkartenforderungen oder Autokredite) besichert sind. Die daraus entstehenden Rückflüsse dienen zur Tilgung und Verzinsung. ABS ermöglichen es Banken, Risiken auszulagern und neue Liquidität zu gewinnen – für Anleger bieten sie eine zusätzliche Anlageform mit spezifischem Chancen-Risiko-Profil.
Assetklassen
Darunter versteht man die verschiedenen Anlagekategorien – etwa Aktien, Anleihen, Rohstoffe oder Immobilien. Die Streuung auf unterschiedliche Assetklassen ist ein zentrales Instrument zur Risikostreuung.
Asset Management
Asset Management ist die professionelle Verwaltung von Kapitalanlagen – entweder für Privatanleger oder Institutionen. Ziel ist es, durch gezielte Auswahl und Steuerung der Investments das Vermögen zu sichern und zu mehren.
Asset-Schwerpunkt
Zeigt, welche Anlageklassen in einem Fonds dominieren – etwa „Aktien weltweit“ oder „Renten europäischer Emittenten“. Der Asset-Schwerpunkt gibt Anlegern Orientierung zur Ausrichtung des Fonds.
Auflegungsdatum
Das Auflegungsdatum ist der Tag, an dem ein Fonds offiziell zum ersten Mal auf den Markt kam. Es markiert den Startpunkt der Performancehistorie.
Aufsichtsbehörde
Die Aufsichtsbehörde überwacht die Einhaltung gesetzlicher Vorgaben durch Kapitalverwaltungsgesellschaften. In Deutschland ist dies die BaFin, in Luxemburg die CSSF, in Österreich die FMA. Sie schützt Anleger durch Kontrolle und Genehmigungspflichten.
Ausgabeaufschlag (Agio)
Der Ausgabeaufschlag ist ein einmaliger Aufpreis beim Fondskauf – meist zwischen 0 und 5 Prozent – und wird vom Anlagebetrag abgezogen. Er dient zur Vergütung des Vertriebs und beeinflusst die Einstiegskosten des Anlegers. Ein Vergleich der Aufschläge lohnt sich!
Ausgabepreis
Der Ausgabepreis ist der Preis, zu dem Anleger Fondsanteile erwerben – bestehend aus Anteilwert plus Ausgabeaufschlag.
Auslandsanleihe
Eine Auslandsanleihe wird entweder von einem ausländischen Emittenten in Deutschland begeben oder von einem deutschen Emittenten im Ausland, oft in Fremdwährung. Sie dient der internationalen Kapitalbeschaffung.
Ausschüttung (offene Fonds)
Fonds mit Ausschüttung zahlen regelmäßig die im Jahr erwirtschafteten Erträge – z.B. Dividenden oder Zinsen – an die Anleger aus. Der Anteilwert reduziert sich entsprechend. Diese Fondsform ist besonders für einkommensorientierte Anleger interessant.
Ausschüttungsgleicher Ertrag
Bei thesaurierenden Fonds bleiben Erträge im Fonds und werden nicht ausgezahlt. Sie gelten als ausschüttungsgleiche Erträge und unterliegen dennoch der Besteuerung – obwohl der Anleger nichts „in der Hand“ erhält.
Auszahlungsplan
Ein Auszahlungsplan ermöglicht es Anlegern, sich regelmäßig Beträge aus dem Fondsvermögen auszahlen zu lassen – entweder nur aus den Erträgen oder auch unter Kapitalverzehr. Ideal für die private Entnahmephase, etwa im Ruhestand.
ad-hoc Meldung
Eine ad-hoc Meldung ist eine Pflichtveröffentlichung börsennotierter Unternehmen bei kursrelevanten Ereignissen. Sie dient der Transparenz und informiert alle Marktteilnehmer gleichzeitig über wichtige Entwicklungen – etwa Gewinnwarnungen, Übernahmen oder Personalwechsel.
BVI SRRI – Synthetischer Risiko-Rendite-Indikator
Für offene Immobilien-Publikumsfonds hat der deutsche Fondsverband BVI einen freiwilligen Branchenstandard geschaffen, um Anlegern eine Orientierung zum Chancen-Risiko-Profil eines Fonds zu geben. Der sogenannte SRRI ist ein europaweit einheitlicher Indikator und Bestandteil der wesentlichen Anlegerinformation (KID) für regulierte OGAW-Fonds (UCITS). Er bewertet auf einer Skala von 1 bis 7 das Verhältnis zwischen Risiko und Rendite. Je höher der Wert, desto höher die mögliche Rendite – aber auch das Verlustrisiko. Für nicht-regulierte Fonds kann dieser Indikator ebenfalls nach dem gleichen Schema berechnet werden, ist jedoch nicht verpflichtend. Der SRRI wird monatlich überprüft und aktualisiert.
BVI-Methode
Diese Methode dient zur neutralen Berechnung der Wertentwicklung eines Investmentfonds. Dabei werden sowohl der Anteilswert zu Beginn und Ende des Betrachtungszeitraums als auch alle zwischenzeitlichen Ausschüttungen berücksichtigt. Diese werden so behandelt, als wären sie zum Ausschüttungszeitpunkt sofort wieder in Fondsanteile investiert worden – eine sogenannte reinvestierende Betrachtung. Steuern, Kontoführungsgebühren oder Rücknahmekosten fließen in diese Berechnung nicht ein – der Ausgabeaufschlag kann, muss aber nicht berücksichtigt werden.
Beispielrechnung:
Ein Anleger startet mit einem Anteilswert von 150 Euro. Am Ende der Laufzeit beträgt der Wert 220 Euro, es gab zwischendurch eine Ausschüttung von 10 Euro. Rechnet man mit Wiederanlage der Ausschüttung, ergibt sich ein Wertzuwachs von 54 %. Wird ein Ausgabeaufschlag von z. B. 2,5 % mit einbezogen, sinkt die effektive Wertentwicklung auf etwa 50,25 %.
Balanced Fund
Ein Balanced Fund – zu Deutsch ein ausgewogener Mischfonds – verfolgt das Ziel, durch eine breit gestreute Kombination von Aktien, Anleihen und gegebenenfalls Geldmarktinstrumenten stabile Erträge zu erzielen. Diese Fonds eignen sich für Anleger, die ein Gleichgewicht zwischen Renditechancen und Risikobegrenzung suchen. Die Anlagestrategie wird je nach Marktlage dynamisch angepasst.
Barrendite
Die Barrendite, auch als Ausschüttungsrendite bekannt, zeigt an, wie viel ein Anleger in Prozent seines eingesetzten Kapitals über Ausschüttungen zurückbekommen hat. Sie ergibt sich aus dem Verhältnis der letzten Ausschüttung zum aktuellen Anteilspreis (abzüglich aufgelaufener Erträge seit der letzten Ausschüttung) und ist ein Maß für die laufenden Erträge eines Fonds.
Barreserven
Barreserven sind liquide Mittel innerhalb eines Fonds, die nicht investiert, sondern kurzfristig verfügbar gehalten werden – etwa in Form von Bankguthaben oder Geldmarktpapieren. Diese Reserve ermöglicht dem Fonds, flexibel auf Rückgaben von Anteilen oder neue Anlagechancen zu reagieren.
Barwertmethode
Die Barwertmethode ist ein finanzmathematisches Verfahren zur Bewertung künftiger Zahlungsströme. Sie berechnet, wie viel ein zukünftiger Betrag heute wert ist – unter Berücksichtigung eines angenommenen Zinssatzes. Die Methode hilft dabei, Investitionen vergleichbar zu machen, bei denen Zahlungen zu unterschiedlichen Zeitpunkten anfallen.
Basispunkt
Ein Basispunkt ist ein Hundertstel eines Prozentpunktes – also 0,01 %. Diese Einheit wird vor allem im Zins- und Renditevergleich verwendet, z. B. bei der Erhöhung des Leitzinses von 2,00 % auf 2,25 % spricht man von 25 Basispunkten.
Bear (Bär)
Ein Bear ist im Börsenjargon ein Anleger, der pessimistisch auf die Märkte blickt und mit fallenden Kursen rechnet. Das Sinnbild hierfür ist der Bär, der mit seiner Pranke von oben nach unten schlägt – also wie fallende Kurse. Gegenteil: Bull.
Benchmark
Die Benchmark ist ein Vergleichsmaßstab für die Entwicklung eines Fonds oder Depots. Sie dient dazu, die Leistung eines Fondsmanagers zu beurteilen. Während aktiv gemanagte Fonds versuchen, ihre Benchmark zu schlagen, orientieren sich passiv verwaltete Fonds (wie ETFs) einfach nur an der Entwicklung des Vergleichsindex.
Berater
siehe Anlageberater – also Personen, die Anleger bei der Auswahl von Investments unterstützen und beraten.
Beta
Das Beta misst, wie stark ein Fonds im Vergleich zum Gesamtmarkt schwankt. Ein Beta von 1 bedeutet: Der Fonds entwickelt sich im Gleichschritt mit dem Markt. Liegt das Beta über 1, reagiert der Fonds stärker – sowohl bei Gewinnen als auch bei Verlusten. Ein niedriges Beta spricht für eine defensivere Ausrichtung mit geringeren Schwankungen.
Betragsorder
Eine Betragsorder ist ein Kaufauftrag über einen bestimmten Geldbetrag – nicht über eine feste Stückzahl. Diese Orderform ist typisch für Sparpläne, bei denen Anleger monatlich einen gleichbleibenden Betrag investieren, z. B. 100 Euro.
Bewertungsmethode
Bei der Auswahl einzelner Wertpapiere nutzt das Fondsmanagement Bewertungsmethoden, um zu entscheiden, ob ein Titel unter- oder überbewertet ist. Hierzu zählen die Fundamentalanalyse (z. B. Unternehmenskennzahlen, Geschäftsmodell, Bilanz) oder die technische Analyse (Chartanalyse, Trendverläufe).
Bezugsverhältnis
Das Bezugsverhältnis kommt bei Kapitalerhöhungen ins Spiel. Es bestimmt, wie viele neue Aktien ein bestehender Aktionär im Verhältnis zu seinen alten Aktien kaufen darf. Ein Bezugsverhältnis von 5:1 bedeutet: Für 5 bestehende Aktien erhält der Anleger das Recht, 1 neue Aktie zu zeichnen. Bei Derivaten gibt es ebenfalls ein Bezugsverhältnis, z. B. bei Zertifikaten oder Optionsscheinen – hier gibt es an, welchen Anteil am Basiswert ein Produkt abbildet.
Bilanz
Die Bilanz ist ein zentrales Instrument der Unternehmensberichterstattung. Sie stellt Vermögen (Aktiva) und Kapital (Passiva) eines Unternehmens zu einem Stichtag gegenüber und zeigt, wie ein Unternehmen finanziert ist und welche Mittel ihm zur Verfügung stehen. Sie ist Bestandteil des Jahresabschlusses.
Bond Fund
Ein Bond Fund ist die englische Bezeichnung für einen Anleihenfonds – also einen Fonds, der hauptsächlich in verzinsliche Wertpapiere wie Staats- oder Unternehmensanleihen investiert.
Bonds
Bonds ist der englische Begriff für verzinsliche Wertpapiere, also Anleihen. Sie garantieren dem Anleger in der Regel regelmäßige Zinszahlungen sowie die Rückzahlung des Nennbetrags am Ende der Laufzeit.
Bonifikation
Die Bonifikation ist ein Preisnachlass auf den Ausgabeaufschlag. Er wird oft von Direktbanken oder in Sonderaktionen gewährt – etwa bei Onlinekäufen oder im Rahmen eines Fonds-Wechsels. Sie verbessert die Einstiegskonditionen für den Anleger.
Bonität
Die Bonität gibt Auskunft über die Kreditwürdigkeit eines Emittenten – also darüber, wie wahrscheinlich es ist, dass er Zins und Rückzahlung bei einer Anleihe leisten kann. Internationale Ratingagenturen wie Moody’s, S&P oder Fitch bewerten die Bonität mit Ratings von AAA (beste Qualität) bis D (Zahlungsausfall). Die Bonität ist für die Einschätzung des Risikos einer Anleihe entscheidend.
Bonus-Strategie
Bei einer Bonus-Strategie versucht man, auch bei seitwärts laufenden oder leicht fallenden Märkten attraktive Erträge zu erzielen. Dies gelingt durch den Einsatz strukturierter Produkte, bei denen etwa Dividendenerträge zur Absicherung von Kursverlusten verwendet werden. Technisch erfolgt dies oft über Kombinationen von Optionen (z. B. Calls, Puts) mit sogenannten Nullkuponanleihen (Zero Bonds).
Bottom-up-Ansatz
Beim Bottom-up-Ansatz steht nicht der Gesamtmarkt oder eine Branche im Fokus, sondern einzelne Unternehmen. Diese werden auf Herz und Nieren geprüft – erst danach erfolgt die Einordnung in übergeordnete Wirtschaftssektoren. Dieser Anlagestil setzt auf Qualität im Detail und sucht gezielt nach unterbewerteten Titeln. Gegenteil: Top-down-Ansatz.
Brady Bonds / Brady Fonds
Brady Bonds sind langfristige Schuldtitel von Schwellenländern, die durch Sicherheiten wie US-Staatsanleihen gedeckt sind. Sie wurden in den 1980er-Jahren im Rahmen des Brady-Plans zur Umschuldung von Entwicklungsländern eingeführt. Fonds, die in solche Anleihen investieren, nennt man Brady Fonds.
Branchenaufteilung
Die Branchenaufteilung zeigt, wie sich das Fondsvermögen auf verschiedene Wirtschaftssektoren verteilt – z. B. Technologie, Gesundheit, Finanzen. Sie hilft Anlegern, die inhaltliche Ausrichtung eines Fonds zu verstehen und Risiken zu erkennen (z. B. Übergewichtung einer Branche).
Branchenfonds
Branchenfonds konzentrieren sich auf Unternehmen einer bestimmten Branche – etwa Biotechnologie, Energie oder Konsumgüter. Solche Fonds bieten hohes Ertragspotenzial, sind aber auch riskanter, da sie weniger breit gestreut sind und stärker auf Branchentrends reagieren.
Break-Even Point (BEP)
Der Break-even Point ist die sogenannte Gewinnschwelle – also jener Punkt, an dem Einnahmen und Ausgaben gleich hoch sind. Ab diesem Punkt erwirtschaftet ein Unternehmen Gewinn. In der Fondsanalyse kann der BEP auch angeben, ab welchem Kursniveau ein Produkt erstmals einen Gewinn abwirft.
Briefkurs
Der Briefkurs ist der Preis, zu dem ein Verkäufer bereit ist, ein Wertpapier zu veräußern. Er liegt immer über dem Geldkurs, zu dem ein Käufer bereit ist zu kaufen. Die Differenz zwischen beiden – der Spread – ist ein Maß für die Liquidität eines Wertpapiers.
Broker
Ein Broker ist ein Vermittler von Wertpapiergeschäften – meist im Auftrag von Kunden. Er führt Kauf- und Verkaufsaufträge an der Börse aus. Im Gegensatz zum Trader, der auf eigene Rechnung handelt, agiert der Broker treuhänderisch. Heute ist der Begriff oft synonym mit Online-Plattformen, die den Wertpapierhandel ermöglichen.
Bull (Bulle)
Ein Bull ist ein Anleger, der von steigenden Kursen ausgeht. Der Bulle steht symbolisch für Optimismus am Markt, da er seine Hörner von unten nach oben bewegt – wie steigende Kurse. Gegenteil: Bear.
Bundesanleihen
Bundesanleihen sind langfristige Schuldverschreibungen der Bundesrepublik Deutschland – meist mit Laufzeiten von 10 bis 30 Jahren. Sie gelten als besonders sicher, da der deutsche Staat als Schuldner gilt. Auch andere Länder, wie Österreich, geben solche Staatsanleihen heraus.
Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin)
Die BaFin ist die zentrale Aufsichtsbehörde für Banken, Versicherungen, Wertpapierhandel und Finanzdienstleister in Deutschland. Sie wacht darüber, dass Finanzunternehmen solide wirtschaften, Anleger fair behandelt werden und der Markt transparent bleibt. Gegründet 2002, hat sie ihren Sitz in Bonn und Frankfurt und ist dem Bundesfinanzministerium unterstellt.
Bundesverband Investment und Asset Management e. V. (BVI)
Der BVI ist die Interessenvertretung der deutschen Fonds- und Asset-Management-Branche. Er wurde 1970 gegründet und hat sich zum Sprachrohr der Branche entwickelt. Er setzt sich für hohe Standards, Anlegerschutz und die Weiterentwicklung der Investmentkultur in Deutschland ein.
Börse
Die Börse ist der organisierte Marktplatz für Wertpapiere, Devisen, Rohstoffe oder andere Finanzinstrumente. Hier treffen Angebot und Nachfrage reguliert aufeinander, um einen transparenten Preis zu bilden. Moderne Börsen funktionieren überwiegend elektronisch – doch ihr Ursprung reicht bis ins Mittelalter zurück, unter anderem zur Kaufmannsfamilie van der Beurse in Brügge.
Börsenprospekt
Vor dem öffentlichen Angebot von Wertpapieren ist ein Börsenprospekt Pflicht. Er enthält alle wichtigen Informationen über das Produkt und den Emittenten: Art, Zweck, Chancen, Risiken, rechtliche Rahmenbedingungen. Der Prospekt dient dem Schutz der Anleger – und ist Voraussetzung für die Zulassung zum Handel.
CDAX (Composite DAX)
Der CDAX ist ein umfassender Aktienindex, der sämtliche deutschen börsennotierten Unternehmen im Prime Standard und General Standard der Frankfurter Börse abbildet. Er liefert einen breiten Überblick über den Gesamtmarkt deutscher Aktiengesellschaften – von den großen Konzernen bis zu den kleineren und mittelgroßen Unternehmen. Er dient somit als wertvolle Benchmark für Anleger, die in den gesamten deutschen Aktienmarkt investieren möchten.
Call (Kaufoption)
Ein Call ist eine Option, die ihrem Inhaber das Recht (aber nicht die Pflicht) gibt, einen bestimmten Basiswert – z. B. eine Aktie – zu einem vorher festgelegten Preis innerhalb eines definierten Zeitraums zu kaufen. Anleger setzen Call-Optionen ein, wenn sie von steigenden Kursen des Basiswerts ausgehen. Das Gegenstück dazu ist die Put-Option, die auf fallende Kurse spekuliert.
Cash-Quote (Bargeldquote)
Die Cash-Quote bezeichnet den Anteil des nicht investierten Bargelds innerhalb eines Investmentfonds. Diese Mittel werden in kurzfristigen, sicheren Anlagen wie Tagesgeld oder Geldmarktfonds gehalten und dienen der Liquiditätsreserve – z. B. für Rückgaben von Anteilen oder um flexibel auf Kaufgelegenheiten zu reagieren.
Classic All-Share Index
Dieser Index fasst sämtliche Aktien zusammen, die im Prime Standard gelistet sind, aber nicht im DAX enthalten sind. Es sind also Unternehmen aus dem MDAX, SDAX und weitere klassische Werte, die durch diesen Index abgebildet werden. Ziel ist es, eine breitere Marktabdeckung zu bieten, ohne von den „großen DAX-Brummern“ dominiert zu werden.
Commodities (Rohstoffe)
Unter Commodities versteht man an Börsen handelbare Rohstoffe – wie Erdöl, Gold, Silber, Kupfer, Agrargüter oder Industriemetalle. Diese physischen Güter werden in standardisierten Mengen und Qualitäten weltweit gehandelt. Für Investoren bieten Commodities eine Möglichkeit zur Diversifikation und dienen oftmals als Inflationsschutz.
Convertible Fund (Wandelanleihenfonds)
Ein Convertible Fund investiert in sogenannte Wandelanleihen – also Anleihen, die unter bestimmten Bedingungen in Aktien des Unternehmens umgewandelt werden können. Diese Anlageform verbindet die Sicherheit einer Anleihe mit dem Potenzial von Aktienkursgewinnen. Manche Fonds setzen zudem auf Wandelanleihen in Fremdwährung, was zusätzliche Renditechancen, aber auch Währungsrisiken mit sich bringt.
Cost-Averaging (Durchschnittskosteneffekt)
Wer regelmäßig einen festen Betrag in einen Fonds investiert – unabhängig vom aktuellen Kursniveau –, profitiert langfristig vom Cost-Averaging-Effekt. Bei hohen Kursen kauft man weniger, bei niedrigen mehr Anteile. Das glättet Schwankungen und kann über die Zeit zu einem günstigeren durchschnittlichen Einstiegspreis führen als bei einmaligen Investitionen.
Covered Call-Strategie
Diese Strategie – auch Stillhaltergeschäft genannt – kombiniert den Besitz eines Basiswerts (z. B. Aktie) mit dem Verkauf von Call-Optionen auf eben diesen Wert. Ziel ist es, durch die vereinnahmte Optionsprämie eine zusätzliche Rendite zu erzielen. Ideal in seitwärts tendierenden Märkten.
D
DAX (Deutscher Aktienindex)
Der DAX ist der wichtigste deutsche Leitindex. Er bildet die Kursentwicklung der 40 größten und liquidesten Unternehmen ab, die an der Frankfurter Börse im Prime Standard gelistet sind. Der DAX ist ein Performance-Index, d. h. Dividenden werden rechnerisch reinvestiert. Er ist das Börsenbarometer für die deutsche Wirtschaft.
Dachfonds
Ein Dachfonds investiert nicht direkt in einzelne Wertpapiere, sondern in andere Investmentfonds – sogenannte Zielfonds. Damit bietet er eine zusätzliche Diversifikationsebene. Je nach Ausrichtung können Dachfonds Aktien-, Renten-, Misch- oder Hedgefonds bündeln. Sie sind besonders für Anleger gedacht, die auf eine professionelle Streuung und Risikokontrolle setzen.
Defined Benefit (Leistungszusage)
In der betrieblichen Altersvorsorge beschreibt Defined Benefit eine Rentenzusage, bei der der Arbeitgeber eine feste Leistung im Rentenalter garantiert – etwa eine bestimmte monatliche Rente. Die Finanzierung erfolgt meist durch Rückstellungen im Unternehmen. Der Arbeitgeber trägt hierbei das komplette Risiko, was dieses Modell zunehmend unattraktiv macht.
Defined Contribution (Beitragszusage)
Hier verpflichtet sich der Arbeitgeber nur zu einem festen Beitrag während der Ansparphase – nicht zu einer garantierten Rentenhöhe. Das Risiko der Kapitalentwicklung trägt der Arbeitnehmer. Dieses Modell wird international immer beliebter, weil es für Unternehmen besser kalkulierbar ist.
Delta
Das Delta ist eine Kennzahl aus dem Optionshandel und zeigt, wie stark sich der Preis eines Derivats verändert, wenn sich der Basiswert um einen Euro bewegt. Ein Delta von 0,6 bedeutet: Der Optionspreis steigt oder fällt um 60 Cent, wenn sich der Basiswert um 1 Euro verändert – vorausgesetzt, alle anderen Parameter bleiben gleich.
Denominierung (Denomination)
Die Denominierung gibt an, in welcher Währung ein Wertpapier ausgegeben und gehandelt wird – z. B. Euro, US-Dollar oder Schweizer Franken. Bei Fonds ist die Denominierung die sogenannte Fondswährung. Sie beeinflusst die Entwicklung des Investments durch Wechselkursveränderungen.
Depot
Ein Depot ist ein Konto zur Verwahrung von Wertpapieren wie Aktien, Fonds oder Anleihen. Banken und Finanzdienstleister bieten Depots an, um Käufe, Verkäufe und Verwaltung von Wertpapieren zu ermöglichen. Über ein Depot werden auch Dividenden, Zinsen und Informationen zu Hauptversammlungen organisiert.
Depotbank
Die Depotbank verwahrt das Fondsvermögen treuhänderisch getrennt vom Vermögen der Kapitalverwaltungsgesellschaft. Sie prüft die Fondsvorgänge, übernimmt die Ausgabe und Rücknahme von Anteilen, die Preisermittlung sowie die Ausschüttungen an die Anleger. Sie gilt als wichtige Kontrollinstanz im Fondssystem.
Depotbankgebühr
Für die Tätigkeiten der Depotbank – also Verwahrung, Kontrolle und Abwicklung – wird eine jährliche Depotbankgebühr erhoben. Diese wird aus dem Fondsvermögen gezahlt und mindert somit die Netto-Wertentwicklung eines Fonds, ohne dem Anleger direkt in Rechnung gestellt zu werden.
Derivate
Derivate sind Finanzinstrumente, deren Preis sich von einem anderen Basiswert (z. B. Aktie, Index, Zins, Rohstoff) ableitet. Zu den wichtigsten Derivaten zählen Optionen, Futures, Swaps und Optionsscheine. Sie dienen zur Absicherung (Hedging), Spekulation oder Strukturierung von Finanzprodukten.
Devisenabsicherung
Bei internationalen Fonds entsteht oft ein Währungsrisiko. Um dieses zu begrenzen, können Fondsmanager Absicherungsgeschäfte (Hedging) durchführen – z. B. durch Devisentermingeschäfte oder Währungsderivate. Ziel ist es, Wechselkursschwankungen zu neutralisieren.
Differential Return
Der Differential Return zeigt an, ob ein Fonds – unter Berücksichtigung des eingegangenen Risikos – besser oder schlechter als ein Referenzindex abgeschnitten hat. Es geht also um eine risikoadjustierte Outperformance. Diese Kennzahl ist vor allem für institutionelle Anleger relevant.
Disagio
Das Disagio, auch Abgeld genannt, ist die Differenz zwischen dem Nennwert eines Wertpapiers und seinem niedrigeren Ausgabepreis. Beispiel: Ein Wertpapier mit Nennwert 1.000 € wird für 980 € ausgegeben – das Disagio beträgt 20 €. Das Gegenteil ist das Agio (Aufgeld).
Discount-Strategie
Eine Discount-Strategie zielt darauf ab, in seitwärts laufenden oder leicht fallenden Märkten stabile Erträge zu erzielen. Dies wird meist durch Discount-Zertifikate umgesetzt, bei denen der Anleger den Basiswert mit Preisabschlag (Discount) kauft – jedoch mit begrenztem Gewinnpotenzial.
Diversifikation
Diversifikation bedeutet: Das Anlagerisiko wird durch Streuung auf verschiedene Anlageklassen, Regionen, Branchen oder Titel verringert. Der Gedanke dahinter: „Nicht alle Eier in einen Korb legen.“ Ein gut diversifiziertes Portfolio reagiert robuster auf Marktschwankungen.
Dow Jones Industrial Average (DJIA)
Der Dow Jones ist der älteste noch existierende Aktienindex der USA und umfasst 30 der größten US-amerikanischen Unternehmen – etwa Apple, Microsoft oder Coca-Cola. Er gilt als Stimmungsbarometer der US-Wirtschaft und ist einer der bekanntesten Indizes weltweit.
Drawdown
Der Drawdown misst den maximalen Rückgang des Wertes eines Investments – bezogen auf seinen bisherigen Höchststand. Ein Drawdown von 20 % bedeutet, dass der Wert eines Fonds oder Depots in einer betrachteten Phase um ein Fünftel gefallen ist. Der Maximal Drawdown gibt den tiefsten Einbruch an.
Due Diligence
Due Diligence steht für sorgfältige Prüfung. Im Finanzbereich meint das die umfassende Analyse eines Unternehmens, Wertpapiers oder Fonds vor der Investition. Besonders bei institutionellen Investoren ist die Due Diligence – auch qualitative und quantitative Analyse – Pflicht, insbesondere bei alternativen Investments.
Duration
Die Duration misst, wie empfindlich eine Anleihe oder ein Anleihenfonds auf Zinsveränderungen reagiert. Je höher die Duration, desto stärker schlägt sich ein Zinsanstieg oder -rückgang auf den Kurs nieder. Zudem beschreibt die Duration die durchschnittliche Kapitalbindungsdauer in Jahren – oft kürzer als die tatsächliche Laufzeit.
Durchschnittliche Restlaufzeit
Diese Kennzahl gibt an, wie lange es im Durchschnitt noch dauert, bis die im Fonds enthaltenen Anleihen zurückgezahlt werden. Sie ist ein Indikator für das Zinsänderungsrisiko eines Rentenfonds – je länger die Restlaufzeit, desto höher das Risiko bei steigenden Zinsen.
E
ETF (Exchange Traded Fund)
Ein ETF ist ein börsengehandelter Investmentfonds, der einen bestimmten Index – z. B. den DAX oder den MSCI World – möglichst genau nachbildet. Ziel ist es, die Wertentwicklung des jeweiligen Index passiv zu replizieren, ohne dass ein Fondsmanager aktiv eingreift. ETFs zeichnen sich durch geringe Gebühren, hohe Transparenz und einfache Handelbarkeit wie eine Aktie aus. Für langfristige Anleger eine beliebte, kostengünstige Möglichkeit der breiten Streuung.
Effektive Stücke
Effektive Stücke sind Wertpapiere in physischer Form – also tatsächliche Urkunden auf Papier, oft mit Mantel, Kupons und Erneuerungsschein. In Zeiten digitaler Verwahrung (Wertpapierdepot) sind sie heute selten geworden, haben aber für Sammler oder bei bestimmten Altbeständen noch Bedeutung.
Einmalanlage
Bei der Einmalanlage investiert der Anleger einen größeren Geldbetrag in einem Schritt – z. B. 10.000 Euro in einen Fonds. Vorteil: Das gesamte Kapital kann sofort für Rendite arbeiten. Nachteil: Der Einstiegszeitpunkt kann ungünstig sein. Das Gegenstück ist der Sparplan, bei dem regelmäßig kleinere Beträge investiert werden.
Emerging Markets (Schwellenländer)
Unter Emerging Markets versteht man Länder, die sich im Übergang von einer Entwicklungs- zu einer Industrienation befinden – etwa Brasilien, Indien oder Vietnam. Sie bieten überdurchschnittliche Wachstumschancen, aber auch erhöhte Risiken (z. B. politische Instabilität, schwache Infrastruktur). Für mutige Anleger eine Möglichkeit zur Diversifikation mit Renditepotenzial.
Emittent
Der Emittent ist der Herausgeber eines Wertpapiers – also das Unternehmen, der Staat oder die Institution, die ein Finanzprodukt (z. B. Anleihe, Aktie, Zertifikat) auflegt und damit Kapital von Investoren einwirbt. Der Emittent ist zugleich der Schuldner des Papiers.
Equity Fund
Der englische Begriff für Aktienfonds. Diese Fonds investieren vorrangig in Aktien und eignen sich für Anleger mit langfristigem Anlagehorizont und Bereitschaft zur Akzeptanz von Kursschwankungen.
Erneuerungsschein
Ein Bestandteil physischer Wertpapiere (effektive Stücke). Wenn alle Kupons (z. B. für Dividenden oder Zinszahlungen) eines Anteilscheins abgerissen wurden, berechtigt der Erneuerungsschein zum Bezug eines neuen Kuponbogens.
Errechneter Wert
Der errechnete Wert – auch Nettoinventarwert genannt – gibt den tagesaktuellen Preis eines Fondsanteils an. Er ergibt sich aus dem Gesamtwert aller im Fonds enthaltenen Vermögenswerte abzüglich aller Verbindlichkeiten, geteilt durch die Anzahl der im Umlauf befindlichen Anteile.
Erstausgabe
Der Tag, an dem ein Wertpapier oder Investmentfonds erstmals öffentlich gehandelt oder verkauft wird. Dabei wird der Erstausgabepreis festgelegt – also der Einstiegspreis für Anleger.
Ertragsausgleich
Ein technischer Vorgang innerhalb eines Fonds: Beim Kauf von Anteilen fließt ein Teil der bereits angefallenen Erträge (Zinsen, Dividenden) in den Kaufpreis ein, damit neue Anleger bei späterer Ausschüttung nicht benachteiligt oder bevorzugt werden.
Ertragsschein
Teil eines effektiven Anteilscheins. Er berechtigt den Inhaber zum Erhalt der Ausschüttung (z. B. Dividenden oder Zinsen).
Ertragsverwendung
Hier wird zwischen ausschüttenden Fonds (Erträge werden regelmäßig an Anleger ausgezahlt) und thesaurierenden Fonds (Erträge werden im Fonds wiederangelegt) unterschieden. Die Wahl hängt von den Zielen des Anlegers ab: regelmäßige Einkünfte oder langfristiger Vermögensaufbau.
Ethikfonds
Ethikfonds investieren ausschließlich in Unternehmen, die ethisch, ökologisch und sozial verantwortungsvoll handeln. Tabu sind etwa Kinderarbeit, Umweltzerstörung, Rüstungsindustrie oder Tabak. Solche Fonds orientieren sich an ESG-Kriterien (Umwelt, Soziales, Unternehmensführung) und sprechen besonders wertebewusste Anleger an.
Euribor (Euro Interbank Offered Rate)
Der Euribor ist der Zinssatz, zu dem sich europäische Banken gegenseitig Geld leihen – mit Laufzeiten von 1 Woche bis 12 Monate. Er dient als Referenz für viele variabel verzinste Kredite, Anleihen und andere Finanzprodukte.
Euroland
Euroland bezeichnet alle Länder der Europäischen Union, die den Euro als gemeinsame Währung eingeführt haben – also Mitglieder der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion (EWWU).
Express-Strategie
Bei dieser Anlageform erhält der Anleger eine vorab festgelegte Rückzahlung, wenn ein zugrunde liegender Basiswert (z. B. ein Index oder eine Aktie) zu bestimmten Stichtagen ein definiertes Niveau erreicht oder überschreitet. Die Express-Strategie ist häufig bei strukturierten Produkten wie Zertifikaten zu finden.
F
FFB-Online-Orderschlusszeit
Die FFB-Online-Orderschlusszeit ist die Frist, bis zu der Aufträge (Kauf, Verkauf, Tausch) bei der Fondsdepotbank FFB eingegangen sein müssen, um noch am selben Handelstag verarbeitet zu werden. Orders nach dieser Zeit werden erst am nächsten Bankarbeitstag bearbeitet.
FTSE
Der FTSE (gesprochen: „Footsie“) ist eine Reihe britischer Aktienindizes – darunter der FTSE 100, FTSE 250 und FTSE 350. Sie umfassen die größten börsennotierten Unternehmen Großbritanniens und dienen als britisches Pendant zum DAX oder S&P 500.
FWW FundStars®
Ein Bewertungssystem für Fonds, das auf risikoadjustierter Performance basiert. Fonds, die über drei bis fünf Jahre hinweg im Vergleich zu ihren Mitbewerbern eine überdurchschnittliche Rendite bei geringem Risiko erzielen, erhalten mehr Sterne (bis zu fünf). Es handelt sich um ein reines Rückblick-Rating ohne Prognosecharakter.
Federal Reserve Bank (Fed)
Die Federal Reserve ist die Zentralbank der Vereinigten Staaten. Sie wurde 1913 gegründet und ist verantwortlich für Geldpolitik, Bankenaufsicht und Preisstabilität. Ihre Entscheidungen – z. B. über Leitzinsen – haben globalen Einfluss. Der wichtigste Entscheidungskreis ist das Federal Open Market Committee (FOMC).
Festverzinsliche Wertpapiere
Diese Wertpapiere zahlen dem Anleger einen festen Zins über eine definierte Laufzeit – dazu zählen Staatsanleihen, Pfandbriefe, Unternehmensanleihen und Kommunalobligationen. Am Ende der Laufzeit wird das Kapital zurückgezahlt. Ideal für sicherheitsorientierte Anleger.
Financial Engineering
Ein moderner Begriff für die Entwicklung maßgeschneiderter Finanzlösungen – oft durch Kombination klassischer Produkte mit Derivaten. Auch komplexe Zertifikate oder Anleihen mit besonderen Ausstattungen entstehen auf Basis von Financial Engineering.
Floaters (Floating Rate Notes)
Floaters sind Anleihen mit variabler Verzinsung. Der Zinssatz wird regelmäßig (z. B. vierteljährlich) an einen Referenzzinssatz wie den Euribor angepasst. Sie bieten Schutz vor Zinsänderungsrisiken und sind besonders in steigenden Zinsphasen attraktiv.
Fondsgebundene Lebensversicherung
Bei dieser Versicherungsform wird der Sparanteil der Prämie in Investmentfonds investiert. Die Höhe der Auszahlung hängt daher nicht von einer garantierten Verzinsung, sondern von der Entwicklung der gewählten Fonds ab. Diese Variante bietet höhere Renditechancen – allerdings auch mehr Risiko.
Fondsgeschäftsjahr
Das Geschäftsjahr eines Fonds ist nicht zwangsläufig identisch mit dem Kalenderjahr. Es wird von der Kapitalverwaltungsgesellschaft individuell festgelegt und dient zur Bilanzierung und Berichterstattung.
Fondsgesellschaft
Auch Kapitalverwaltungsgesellschaft (KVG) genannt. Sie legt Fonds auf, verwaltet sie und trifft die Anlageentscheidungen – immer im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben und der festgelegten Anlagestrategie.
Fondsgröße
Gibt an, wie viel Kapital in einem Fonds investiert ist – also das gesamte Fondsvermögen. Eine große Fondsgröße kann auf Marktvertrauen hinweisen, aber auch die Flexibilität des Fondsmanagers einschränken.
Fondskategorie
Fonds werden nach ihrem Anlageschwerpunkt in Kategorien unterteilt – z. B. Aktienfonds, Rentenfonds, Geldmarktfonds, Mischfonds oder Immobilienfonds. Die Kategorie gibt Auskunft über Chancen, Risiken und Eignung für verschiedene Anlegertypen.
Fondslandschaft
Bezeichnet die Gesamtheit aller angebotenen Fonds in einem bestimmten Markt oder Segment. Die Fondslandschaft ist heute sehr vielfältig – mit tausenden Produkten weltweit.
Fondsmanagement
Das Fondsmanagement analysiert Märkte, wählt geeignete Anlagen aus und steuert das Fondsvermögen. Der Fondsmanager agiert dabei im Rahmen des definierten Anlageziels – sei es Sicherheit, Wachstum oder regelmäßige Erträge.
Fondsmanager-Risiko
Die Wertentwicklung eines aktiv gemanagten Fonds hängt maßgeblich von den Entscheidungen des Fondsmanagers ab. Eine Fehlentscheidung oder falsche Markteinschätzung kann die Performance erheblich belasten.
Fondspicking
Beim Fondspicking wird gezielt in bestimmte Investmentfonds investiert – statt direkt in Einzelwerte wie Aktien oder Anleihen. Diese Strategie wird oft von Vermögensverwaltern genutzt und spielt auch bei Dachfonds eine wichtige Rolle.
Fondsranking / Fondsrating
Fondsranking vergleicht Fonds anhand vergangenheitsbezogener Kennzahlen (z. B. Performance, Volatilität).
Fondsrating bewertet Fonds zusätzlich anhand qualitativer Kriterien – wie Fondsmanager-Erfahrung, Anlagephilosophie und Kostenstruktur. Ratings stammen z. B. von Morningstar, FWW oder Lipper.
Fondsshops
Fondsshops sind unabhängige Vertriebsplattformen für Fonds – oft online. Sie bieten Beratung, Auswahl und Ordermöglichkeiten für Produkte verschiedener Anbieter – ohne Bankbindung.
Fondsstrategie
Bezeichnet die Anlagestrategie eines Fonds – z. B. Wachstum durch Aktien, Einkommensorientierung durch Anleihen oder Risikostreuung durch Mischstrategien. Sie ist aus den Fondsunterlagen ersichtlich und sollte zum Anlageziel des Investors passen.
Fondstausch / Fondswechsel
Der Wechsel innerhalb der Fondspalette einer Kapitalverwaltungsgesellschaft ist oft möglich. Viele Gesellschaften bieten bei solchen Swaps reduzierte oder keine Ausgabeaufschläge an – insbesondere bei Umbrella-Fonds.
Fondsuniversum
Die Gesamtheit aller verfügbaren Investmentfonds – national und international. Das Fondsuniversum bildet die Auswahlbasis für Vermögensverwalter und Fondspicking-Strategien.
Fondsvermögen
Das gesamte Kapital, das im Fonds angelegt ist – inklusive aller Wertpapiere, Barbestände, Zinsen und sonstiger Vermögenswerte.
Fondsvertrieb
Der Verkauf von Fondsanteilen erfolgt über Banken, Online-Plattformen, Versicherungsgesellschaften oder freie Finanzberater. Der Fondsvertrieb ist entscheidend für den Markterfolg eines Fonds.
Fondswährung
Die Fondswährung ist die Währung, in der der Fonds rechnet und bilanziert – z. B. Euro, US-Dollar oder Schweizer Franken. Bei Fremdwährungsfonds können Wechselkursschwankungen die Rendite beeinflussen.
Forward Pricing
Beim Forward Pricing wird der Preis eines Fondsanteils zum Zeitpunkt der Order nicht sofort festgelegt, sondern erst zum nächsten Bewertungstag – meist auf Basis der aktuellen Börsenkurse. Dadurch soll verhindert werden, dass Anleger aus Zeitunterschieden an den Märkten einen Vorteil auf Kosten anderer ziehen.
Freistellungsauftrag
Damit Kapitalerträge nicht automatisch mit Abgeltungsteuer belastet werden, können Anleger bei ihrer Bank einen Freistellungsauftrag stellen – bis zur Höhe des Sparerpauschbetrags (1.000 € bzw. 2.000 € bei Ehepaaren). So bleibt dieser Betrag steuerfrei.
Fund Research (Fondsanalyse)
Fund Research bezeichnet die systematische Analyse von Investmentfonds auf Basis quantitativer (Zahlen, Daten) und qualitativer (z. B. Fondsmanager, Strategie) Kriterien. Ziel ist es, geeignete Fonds mit solider Historie und überzeugendem Konzept zu identifizieren.
Fundamentalanalyse
Bei der Fundamentalanalyse wird die wirtschaftliche Lage eines Unternehmens untersucht – etwa Gewinn, Marktstellung, Schulden, Dividendenpolitik. Diese Analyseform ist das Gegenstück zur Chartanalyse, die nur Kursverläufe betrachtet.
Futures
Futures sind standardisierte Terminkontrakte: Käufer und Verkäufer verpflichten sich, einen bestimmten Vermögenswert (z. B. Rohstoffe, Aktienindizes) zu einem fixen Preis und Termin zu handeln. Futures dienen der Absicherung (Hedging) oder der Spekulation auf Kursentwicklungen.
G
GARP (Growth at a Reasonable Price)
GARP steht für „Wachstum zu einem vernünftigen Preis“. Diese Anlagestrategie kombiniert die Vorzüge von Value- und Growth-Investing: Fondsmanager suchen gezielt nach Unternehmen mit überdurchschnittlichem Wachstumspotenzial, deren Aktien jedoch (noch) günstig bewertet sind. GARP-Investoren achten also sowohl auf dynamisches Gewinnwachstum als auch auf eine faire, nicht übertriebene Bewertung – eine Art „gesunde Mitte“ der Anlagestile.
Garantiefonds
Garantiefonds versprechen dem Anleger, das eingesetzte Kapital ganz oder teilweise zu einem definierten Zeitpunkt (meist am Laufzeitende) zu sichern. Je nach Konstruktion wird zusätzlich versucht, eine positive Rendite zu erwirtschaften. Möglich wird dies durch eine Kombination aus sicheren Anlagen (z. B. Anleihen) und renditestärkeren Komponenten wie Optionen oder Aktien. Nur Fonds, die eine explizite Garantie in ihren Vertragsbedingungen verankert haben, gelten als echte Garantiefonds.
Geldkurs
Der Geldkurs (engl. Bid) ist der Preis, zu dem ein Händler bereit ist, ein Wertpapier zu kaufen. Er liegt stets unter dem Briefkurs (Ask), dem Preis, zu dem der Händler verkauft. Die Differenz zwischen Geld- und Briefkurs – der sogenannte Spread – ist oft eine wichtige Ertragsquelle für Marktteilnehmer wie Banken oder Broker.
Geldmarktfonds
Diese Fonds investieren in sehr kurzfristige Schuldverschreibungen mit hoher Bonität und kurzer Restlaufzeit (maximal 397 Tage), etwa Schatzanweisungen oder Einlagenzertifikate. Geldmarktfonds gelten als besonders sicher, bieten aber in der Regel nur geringe Renditen. Sie eignen sich zur Liquiditätssteuerung oder als Parkplatz für Gelder in unsicheren Marktphasen.
Geldmarktnahe Fonds
Im Unterschied zu klassischen Geldmarktfonds investieren geldmarktnahe Fonds auch in fest- oder variabel verzinsliche Anleihen mit kurzen Restlaufzeiten (0–3 Jahre). Sie bieten etwas höhere Ertragschancen bei einem leicht gesteigerten Risiko. Ideal für konservative Anleger, die auf etwas mehr Rendite als beim Tagesgeld hoffen, ohne stark schwankende Märkte in Kauf zu nehmen.
Geldmarktzinssatz
Der Geldmarktzinssatz ist der Zinssatz, den Banken für kurzfristige Einlagen zahlen – in der Regel für Laufzeiten bis zu einem Jahr. Er hängt stark vom Leitzins der Zentralbanken ab und beeinflusst z. B. die Verzinsung von Tages- und Festgeld sowie die Bewertung geldmarktnaher Fonds.
Gemischte Fonds (Mischfonds)
Mischfonds kombinieren mehrere Anlageklassen – z. B. Aktien, Anleihen und Liquidität – in einem Produkt. Der Vorteil: Durch die Streuung sinkt das Risiko. Je nach Ausrichtung sind Mischfonds eher sicherheits- oder wachstumsorientiert. Einige Mischfonds investieren auch in alternative Anlagen wie Rohstoffe oder Immobilien.
Genussschein
Ein Genussschein ist ein Mischform-Wertpapier zwischen Aktie und Anleihe. Er gewährt dem Inhaber z. B. Anspruch auf eine Gewinnbeteiligung, aber kein Stimmrecht. Die Ausgestaltung kann aktienähnlich oder anleiheähnlich sein. Genussscheine sind typischerweise nachrangig: Im Insolvenzfall stehen sie hinter klassischen Gläubigern, aber vor Aktionären.
Gesamtkostenquote (TER – Total Expense Ratio)
Die Gesamtkostenquote gibt an, wie hoch die laufenden Kosten eines Fonds pro Jahr im Verhältnis zum durchschnittlichen Fondsvermögen sind. Sie umfasst Managementgebühren, Depotbankgebühren und weitere laufende Aufwendungen, jedoch keine Transaktionskosten oder Ausgabeaufschläge. Die TER ermöglicht es Anlegern, die Kostenstruktur verschiedener Fonds direkt zu vergleichen.
Geschlossene Immobilienfonds
Diese Fonds investieren typischerweise in ein oder mehrere Immobilienprojekte und sind als Personengesellschaft organisiert. Anleger werden Miteigentümer und partizipieren direkt an Mieteinnahmen und Wertentwicklung. Die Zeichnungsfrist ist begrenzt – ist das Kapital eingesammelt, wird der Fonds geschlossen. Ein Ausstieg vor Laufzeitende ist meist nur schwer möglich.
Geschlossener Fonds
Ein geschlossener Fonds sammelt Kapital für ein konkretes Projekt – z. B. Windparks, Schiffe oder Filmproduktionen – und wird nach Erreichen des Zielvolumens für neue Anleger geschlossen. Die Beteiligung erfolgt meist über eine Kommanditgesellschaft. Anleger sind langfristig gebunden und tragen hohe Risiken, können aber im Erfolgsfall überdurchschnittlich profitieren.
Geschäftsjahr
Das Geschäftsjahr eines Fonds oder Unternehmens beschreibt den Zeitraum, für den eine Bilanz sowie ein Jahresbericht erstellt werden. Es kann vom Kalenderjahr abweichen und richtet sich häufig nach der Fondskonzeption. Der Geschäftsbericht informiert Anleger über Vermögenslage, Erträge und Aktivitäten im Berichtszeitraum.
Gewichtung
Die Gewichtung zeigt, wie stark bestimmte Anlageklassen, Branchen oder Einzeltitel im Fonds vertreten sind – meist als prozentualer Anteil am Gesamtvermögen. Eine Übergewichtung bedeutet, dass ein Segment stärker betont wird als im Vergleichsindex (Benchmark), eine Untergewichtung das Gegenteil.
Gewinnwachstum
Das Gewinnwachstum eines Unternehmens ist ein zentrales Auswahlkriterium für viele Fondsmanager – vor allem bei Wachstumsfonds. Es signalisiert, wie stark ein Unternehmen seine Erträge steigern kann – und ist damit ein potenzieller Treiber für steigende Aktienkurse.
Growth-Funds (Wachstumsfonds)
Growth-Funds investieren gezielt in Unternehmen mit hohem zukünftigen Wachstumspotenzial – etwa im Technologiebereich oder bei innovativen Geschäftsmodellen. Diese Fonds sind chancenorientiert, jedoch oft auch stark schwankungsanfällig. Sie eignen sich für risikobereite Anleger mit langfristigem Anlagehorizont.
H
HDAX
Der HDAX kombiniert die 110 größten deutschen börsennotierten Unternehmen aus den Indizes DAX, MDAX und TecDAX. Er dient als umfassenderes Barometer für den deutschen Aktienmarkt als der DAX allein.
Halbjahresbericht
Ein Halbjahresbericht gibt zur Mitte des Fondsgeschäftsjahres einen Überblick über die Entwicklung des Fonds. Er enthält u. a. Angaben zur Vermögensaufstellung, Performance und eventuellen Änderungen der Anlagestrategie. Er ergänzt den jährlichen Rechenschaftsbericht.
Hard Close
Ein Hard Close bedeutet, dass ein Investmentfonds keine weiteren Gelder mehr annimmt – weder von neuen noch von bestehenden Anlegern. Dies kann z. B. bei Fonds mit Kapazitätsgrenzen der Fall sein, um die Performance zu schützen.
Hebel (Leverage)
Der Hebel beschreibt, wie stark sich der Wert eines Derivats im Verhältnis zur Veränderung des Basiswerts bewegt. Ein hoher Hebel ermöglicht überproportionale Gewinne – aber auch überproportionale Verluste. Wichtig: Im Sprachgebrauch wird „Hebel“ oft mit der Kennzahl Omega verwechselt. Erst durch Multiplikation des Hebels mit dem Delta ergibt sich das tatsächliche Preisänderungsverhältnis.
Hedgefonds
Hedgefonds sind flexible, oft spekulativ ausgerichtete Investmentfonds, die mit vielfältigen Strategien – etwa Leerverkäufen, Derivaten oder Arbitrage – versuchen, hohe Renditen zu erzielen. Ursprünglich zur Absicherung (Hedging) konzipiert, nutzen viele Hedgefonds heute auch sehr risikoreiche Strategien. Sie unterliegen oft weniger Regulierungen und sind meist nur institutionellen oder vermögenden Anlegern zugänglich.
Hedgefondsprodukte / Rechtsformen
Die rechtliche Ausgestaltung von Hedgefondsprodukten kann unterschiedlich sein: Beteiligung an einer Gesellschaft, Inhaberschuldverschreibung, klassischer Investmentfonds oder Managed Account. In Deutschland erfolgt die Produktklassifizierung u. a. durch die FWW GmbH. Für Anleger ist die Rechtsform wichtig, da sie Auswirkungen auf Haftung, Transparenz und Verfügbarkeit hat.
Hedging (Absicherung)
Hedging bedeutet: Bestehende Positionen im Portfolio werden gegen Kursverluste abgesichert – z. B. durch Derivate oder Short-Positionen. Beispiel: Ein Fondsmanager verkauft Aktien leer, die er vorher ausgeliehen hat. Fallen die Kurse, kauft er sie günstiger zurück. So kann er Verluste aus anderen Positionen kompensieren. Ziel: Risikoreduzierung.
High Grade Bonds
High Grade Bonds sind Anleihen von Emittenten mit sehr guter Bonität – etwa Staaten oder große, finanzstarke Unternehmen. Sie gelten als besonders sicher und sind oft mit niedrigeren Zinsen ausgestattet. Gegenteil: High Yield Bonds.
High Yield Bonds (Hochzinsanleihen)
Diese Anleihen bieten eine überdurchschnittliche Verzinsung, da sie von Emittenten mit geringerer Bonität stammen. Sie sind risikoreicher als High Grade Bonds – können aber bei sorgfältiger Auswahl attraktive Erträge bringen. Für Anleger mit Risikobewusstsein geeignet.
High Yield Fonds
High Yield Fonds investieren überwiegend in Hochzinsanleihen. Sie bieten höhere Renditechancen als klassische Rentenfonds, gehen aber auch mit erhöhtem Ausfallrisiko einher. Eine breite Streuung innerhalb solcher Fonds hilft, das Risiko zu minimieren.
Historische Performance
Die historische Performance zeigt, wie sich ein Fonds oder Wertpapier in der Vergangenheit entwickelt hat – z. B. über 1 Jahr, 3 Jahre oder 5 Jahre. Sie kann eine Orientierung bieten, ist jedoch keine Garantie für die Zukunft.
Hochzinsanleihen
Siehe High Yield Bonds: Anleihen mit hoher Verzinsung, aber auch höherem Ausfallrisiko. Sie stammen oft von kleineren Unternehmen oder aus Schwellenländern. Für Renditejäger mit Nervenkostüm.
Holding Period (Haltedauer)
Bezeichnet die Zeitspanne, in der ein Investment gehalten wird – von Kauf bis Verkauf. Die Holding Period ist wichtig für steuerliche Aspekte und die Berechnung der Rendite.
Hot Issues
Begriff der US-Börsenaufsicht (SEC) für Wertpapiere, die direkt nach der Emission deutlich über dem Ausgabepreis gehandelt werden. Meist handelt es sich um besonders gefragte Aktien – etwa bei einem spektakulären Börsengang (IPO).
Hurdle-Rate
Die Hurdle-Rate ist eine Art „Leistungsschwelle“: Erst wenn ein Fonds eine bestimmte Rendite erzielt hat, darf die Verwaltung eine erfolgsabhängige Vergütung einbehalten (Performance Fee). Sie schützt Anleger davor, dass bereits geringe Erfolge „vergoldet“ werden.
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