Nach dem desaströsen Abschneiden der SPD bei der Bundestagswahl ist der Katzenjammer groß. Die Sozialdemokraten haben knapp zehn Prozentpunkte verloren, und die Forderungen nach personellen Konsequenzen werden lauter. Doch wie bewerten die altgedienten Genossen das Wahldebakel? Wir haben uns mit den Polit-Urgesteinen Peer Steinrück, Siegmal Gabriäl, Mikel Müller und Gerhard Blöder zusammengesetzt, um die Lage gewohnt selbstkritisch zu analysieren.
Interviewer: Herr Steinrück, Herr Gabriäl, Herr Müller, Herr Blöder – wie erklären Sie sich dieses katastrophale Wahlergebnis der SPD?
Peer Steinrück: Ach wissen Sie, wir haben einfach Pech gehabt. Die Leute wollen Veränderung, aber gleichzeitig nichts Neues. Sie wollen Erfahrung, aber keine alten Gesichter. Sie wollen ein starkes Profil, aber keine klaren Positionen. Da kann man als SPD nur verlieren.
Siegmal Gabriäl: Genau! Wir haben über Jahre konsequent darauf hingearbeitet, unser Profil so weit zu verwässern, dass wir wirklich für jeden wählbar sind. Nur dummerweise hat das dazu geführt, dass uns am Ende keiner mehr gewählt hat. Das kann man doch wirklich nicht vorhersehen!
Mikel Müller: Ich sehe hier eine mediale Verschwörung. Die Medien haben ständig betont, dass Olaf Scholz der unbeliebteste Kanzler der Geschichte ist – dabei ist das doch nur die halbe Wahrheit. Er ist auch einer der am wenigsten beachteten! Das hätte man auch positiver formulieren können, so à la: „Der erste Kanzler, der niemandem in Erinnerung bleibt.“
Gerhard Blöder: Also ich finde ja, dass wir als Partei viel zu kritisch mit uns selbst umgehen. Klar, wir haben es verbockt. Klar, unser Kanzler hat die Strahlkraft eines feuchten Waschlappens. Klar, wir haben jedes Wahlversprechen gebrochen, das nicht ohnehin schon unglaubwürdig war. Aber sind wir wirklich schuld?
„Radikale Neuausrichtung? Nein, danke.“
Interviewer: Es gibt Rufe nach einer „radikalen Neuausrichtung“. Was halten Sie davon?
Peer Steinrück: Radikale Neuausrichtung? Womit denn? Das würde ja bedeuten, dass wir wirklich mal eine eigene Idee entwickeln. Nein, nein, wir bleiben lieber bei unserem bewährten Konzept: ein bisschen links, ein bisschen Mitte, ein bisschen uninspiriert.
Siegmal Gabriäl: Richtig! Wir müssen uns doch treu bleiben. Die Leute erwarten von der SPD, dass sie sich alle vier Jahre für den Wahlkampf ein neues Gesicht gibt, aber dann doch genau das Gleiche macht wie immer.
Mikel Müller: Ich verstehe das Problem nicht. Wir haben doch inhaltlich alles geliefert: ein bisschen Klimaschutz, ein bisschen soziale Gerechtigkeit, ein bisschen Wirtschaftskompetenz – und natürlich alles so vage, dass es niemandem wehtut.
Gerhard Blöder: Ich sage: Wir müssen einfach warten, bis die anderen Parteien sich selbst zerstören. Die CDU stolpert über ihre eigenen Korruptionsskandale, die Grünen über ihre Verbotsfantasien und die FDP über… na ja, sich selbst. Dann kommen die Wähler wieder reumütig zur SPD zurück, weil sie merken, dass wir zwar langweilig, aber wenigstens nicht völlig wahnsinnig sind.
„Scholz zum Rücktritt bewegen? Haha!“
Interviewer: Viele Genossen fordern, dass Olaf Scholz nach diesem Debakel zurücktritt. Ist das realistisch?
Peer Steinrück: Olaf Scholz zum Rücktritt bewegen? Haben Sie ihn mal erlebt? Dieser Mann hat sich jahrelang als Kanzler durchgewurschtelt, indem er einfach nie auf Fragen geantwortet hat. Er ist die menschgewordene Ausweichantwort!
Siegmal Gabriäl: Absolut. Scholz könnte im Bundestag einschlafen, und die Leute würden es erst merken, wenn das Pult anfängt zu schnarchen. Der tritt nicht zurück – der bleibt einfach so lange regungslos, bis alle das Thema vergessen haben.
Mikel Müller: Wobei ich sagen muss, ich finde es bemerkenswert, dass die SPD es geschafft hat, den einzigen Kanzler zu stellen, der noch farbloser ist als Angela Merkel.
Gerhard Blöder: Also ich persönlich finde ja, dass Olaf Scholz genau das richtige Mindset für die SPD hat: Abwarten, Nichtstun und hoffen, dass sich das Problem von selbst löst.
Fazit: Weiter wie bisher, aber mit mehr Verwirrung
Interviewer: Abschließend: Was ist Ihr Rat für die Zukunft der SPD?
Peer Steinrück: Einfach abwarten. Vielleicht passiert ja noch irgendwas.
Siegmal Gabriäl: Ich plädiere für ein „Weiter so“, aber mit noch mehr Beraterverträgen für mich persönlich.
Mikel Müller: Wir sollten eine Kampagne starten: „SPD: Immerhin nicht die AfD!“ Das könnte funktionieren.
Gerhard Blöder: Mein Rat? Bier trinken. Hat mir immer geholfen.
Ob die SPD wirklich aus ihrer Krise findet, bleibt abzuwarten. Doch eines ist sicher: Diese Genossen haben immer eine Ausrede parat. 🚀
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