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Wie Trumps neue Zölle die USA treffen – Kosten, Konflikte und mögliche Konsequenzen

jackmac34 (CC0), Pixabay
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Bereits weniger als drei Monate nach Beginn seiner zweiten Amtszeit verhängte US-Präsident Donald Trump umfangreiche Strafzölle auf Importe aus Dutzenden Ländern. Seine Begründung: Amerikanische Unternehmen würden seit Jahren unfair behandelt, die Zölle sollten das ändern.

Doch das Ergebnis: steigende Verbraucherpreise, internationale Kritik – sogar von Verbündeten – und eine rechtliche Prüfung durch den Obersten Gerichtshof der USA, der nun entscheidet, ob Trump überhaupt rechtmäßig gehandelt hat.

Zölle als „Tag der Befreiung“?

Trump verkündete die Zölle am 2. April 2025 im Rosengarten des Weißen Hauses – den Tag nannte er „Liberation Day“. Geplant waren 10 % Zoll auf alle Importe, mit weiteren Aufschlägen auf Waren aus 60 Ländern, die laut Trump besonders stark zum US-Handelsdefizit beitragen.

Zitat Trump: „Seit Jahrzehnten wurde unser Land geplündert – von Freunden und Feinden gleichermaßen. Jetzt ist unsere Zeit gekommen.“

Gegenschläge aus China und Kanada

China reagierte sofort mit eigenen Zöllen auf US-Waren und bremste die Ausfuhr seltener Erden. Erst im November 2025 kam es zu einer teilweisen Entspannung: China kündigte wieder Käufe von US-Soja an, die USA senkten im Gegenzug einige Zölle.

Auch Kanada schlug zurück – mit Zöllen auf US-Produkte wie Stahl, Aluminium, Elektronik oder Sportartikel. Viele davon wurden im September wieder abgeschafft – jedoch blieben sie für kritische Industrien bestehen.

Zusätzlich entstand in Kanada eine breite „Buy Canadian“-Bewegung: Restaurants verbannten US-Produkte wie Kentucky Bourbon, setzten auf heimische Alternativen.

Verbraucherpreise steigen deutlich

Laut der Tax Foundation haben die Zölle bis Oktober 2025 die Einzelhandelspreise in den USA um 4,9 % erhöht. Rindfleischpreise stiegen stellenweise sogar um 18,4 %. Eine Analyse von Goldman Sachs ergab: US-Konsumenten tragen rund 55 % der Zollkosten selbst.

Im November 2025 hob Trump Zölle auf über 200 Lebensmittelprodukte auf – u. a. auf Kaffee, Rindfleisch und Orangensaft aus Brasilien.

2.000-Dollar-Rebate-Schecks – Realität oder Wahlkampfversprechen?

Trump kündigte an, die Einnahmen aus den Zöllen teilweise an US-Bürger zurückzugeben – mit 2.000-Dollar-Schecks für Menschen mit geringem und mittlerem Einkommen.

Das Problem: Die Tax Foundation schätzt die Zolleinnahmen für 2025 auf ca. 158 Milliarden Dollar, für 2026 auf 207 Milliarden. Die geplanten Schecks könnten aber bis zu 607 Milliarden Dollar kosten – mehr als doppelt so viel.

Oberster Gerichtshof prüft Rechtmäßigkeit

Die Verfassungsmäßigkeit der Zölle liegt nun beim Supreme Court. Strittig ist, ob Trump als Präsident überhaupt befugt war, eigenständig solch umfassende Zollmaßnahmen zu erlassen – eigentlich liegt das Steuerrecht beim Kongress.

Mehrere konservative Richter äußerten Zweifel an Trumps Vorgehen, ein Urteil wird in Kürze erwartet.

Fazit: Trumps massive Zollpolitik bleibt umstritten – wirtschaftlich, rechtlich und politisch. Während internationale Spannungen zunehmen und Verbraucherpreise steigen, bleibt offen, ob die versprochenen Rebate-Schecks je kommen – oder bloß Teil einer politischen Strategie bleiben.

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