Die USA erleben erstmals seit viereinhalb Jahren wieder Benzinpreise unter der Marke von 3 Dollar pro Gallone. Wie der Automobilclub AAA am Dienstag mitteilte, sank der landesweite Durchschnittspreis für Normalbenzin auf 2,998 Dollar – ein symbolischer, aber bedeutender Wert inmitten einer jahrelangen Kostenkrise bei Alltagsgütern.
Niedrigster Stand seit Mai 2021
Seit Montag sind die Preise erneut leicht gesunken und liegen nun rund sechs Cent unter dem Niveau der Vorwoche. Auch im Vergleich zum Vorjahr ist Autofahren günstiger geworden: Damals kostete eine Gallone Benzin rund 3,05 Dollar.
In vielen Regionen ist der Sprit sogar noch deutlich billiger. In 18 Bundesstaaten – darunter New Mexico, South Carolina, Wisconsin, Iowa und Colorado – liegt der Durchschnittspreis bereits unter 2,75 Dollar.
Damit sind die USA weit entfernt von den Rekordpreisen des Jahres 2022. Damals trieb Russlands Angriff auf die Ukraine die Energiepreise weltweit nach oben; Benzin kostete zeitweise über 5 Dollar pro Gallone – ein historischer Höchststand, der die Regierung Biden unter Druck setzte, strategische Ölreserven freizugeben.
Warum sind die Preise gesunken?
Der Hauptgrund liegt im deutlich günstigeren Ölpreis. Während ein Barrel US-Rohöl im Dezember 2022 noch bei etwa 81 Dollar lag und vor einem Jahr rund 70 Dollar kostete, wird es derzeit für nur 59 Dollar gehandelt.
Mehrere Faktoren wirken zusammen:
• Rekordproduktion in den USA:
Die amerikanische Ölindustrie fördert so viel wie nie zuvor. Gegenüber dem Vorjahr liegt die Produktion leicht höher, bleibt aber auf einem Spitzenwert.
• OPEC dreht den Hahn auf:
Entgegen früherer Jahre hat das von Saudi-Arabien geführte Bündnis die Produktion ausgeweitet – ein wesentlicher Faktor für das Überangebot am Markt.
• Nachfrage steigt nicht im gleichen Maß:
Das Überangebot drückt die Preise trotz geopolitischer Risiken.
Politische Dimension: Trump setzt auf fossile Energie
Präsident Donald Trump macht niedrige Energiepreise zu einem zentralen Thema seiner zweiten Amtszeit. Unter dem Motto „drill, baby, drill“ setzt er auf Deregulierung und massiven Ausbau fossiler Brennstoffe. Bei seiner Rede in Davos forderte er OPEC-Länder offen zu einer höheren Ölproduktion auf.
Auch wenn Trumps Versprechen, Lebensmittelpreise zu senken, bisher nicht eingetreten ist und Stromkosten zuletzt deutlich gestiegen sind, kann er bei Benzinpreisen dennoch einen Erfolg verbuchen.
Wie geht es weiter?
Trotz seiner Drohungen, Venezuela militärisch anzugreifen – ein Land mit den größten Ölreserven der Welt – bleiben die Märkte bisher ruhig. Analysten der Großbank JPMorgan rechnen sogar damit, dass Öl langfristig weiter fallen könnte:
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Ende 2026 könnte Brent-Öl in die 40-Dollar-Spanne sinken.
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2027 erwarten die Analysten einen weiteren Preisverfall auf durchschnittlich 42 Dollar – mit möglichen Abstürzen in die 30-Dollar-Zone.
Sollten diese Prognosen eintreffen, könnten US-Verbraucher über Jahre hinweg mit günstigen Benzinpreisen rechnen.
Eine Gallone entsprichz 3,78 Liter.
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