Mit Wero ist seit Mitte 2024 ein neuer Player auf dem europäischen Zahlungsmarkt aktiv, der es mit etablierten US-Anbietern wie PayPal aufnehmen will. Hinter dem Projekt steht die European Payments Initiative (EPI), ein Zusammenschluss führender Banken und Zahlungsdienstleister aus mehreren EU-Ländern. Ziel ist es, eine gemeinsame, sichere und europäische Alternative zu internationalen Bezahldiensten zu schaffen – mit allen Vorteilen moderner, digitaler Zahlungsabwicklung.
Wero ermöglicht aktuell vor allem Echtzeit-Überweisungen zwischen Privatpersonen: Geld kann direkt von Konto zu Konto gesendet werden – rund um die Uhr, innerhalb weniger Sekunden, und allein über Handynummer, E-Mail-Adresse oder QR-Code. Bis Ende 2024 nutzten bereits rund 17 Millionen Menschen den Dienst, über 12 Millionen Transaktionen wurden in dieser Zeit durchgeführt.
In den kommenden Monaten soll der Funktionsumfang deutlich erweitert werden. Ab 2025 will Wero auch im Onlinehandel Fuß fassen und Zahlungen mit Optionen wie Kauf auf Rechnung, Ratenzahlung oder Abo-Services ermöglichen. Ab 2026 sind zusätzlich mobile Zahlungen im stationären Handel geplant.
Die Einführung erfolgt schrittweise: Aktuell ist Wero in Deutschland, Frankreich und Belgien nutzbar, demnächst folgen Luxemburg und die Niederlande. In Deutschland beteiligen sich unter anderem Sparkassen, Volks- und Raiffeisenbanken sowie die Deutsche Bank.
Wero verspricht nicht nur eine einfachere Handhabung, sondern auch mehr Datenschutz, da die Daten in Europa bleiben, sowie günstigere Konditionen für Händler. Kritiker bemängeln jedoch die späte Markteinführung und die bislang noch geringe Bekanntheit. Laut Umfragen wissen nur wenige Verbraucher von dem Angebot – und noch weniger nutzen es regelmäßig.
Ob Wero tatsächlich zur echten PayPal-Alternative wird, hängt entscheidend davon ab, wie schnell es gelingt, sowohl Händler als auch Kunden von den Vorteilen zu überzeugen. Der Wettbewerb um die digitale Geldbörse der Europäer hat jedenfalls begonnen.
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