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„Wer redet, regiert“ – Polit-Talk im Alterspräsidentenmodus

pencilparker (CC0), Pixabay
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Ort: Ein viel zu langes Sofa in einem öffentlich-rechtlichen Fernsehstudio.
Anlass: Gregor Gysi hat den Bundestag mit einer 35-Minuten-Rede zur Demokratie gezwungen.
Zu Gast:

  • Oskar Pipi, Alt-Linker mit Leidenschaft fürs Grundgesetz und gute Zigarillos.
  • Gerry Schröder, Altkanzler mit noch älteren Anekdoten und permanentem Russland-Krampf.
  • Guido Linder, liberaler Modefreund, der nie ohne Einstecktuch spricht.
  • Saskia Ecken, sozialdemokratische Moralinstanz mit sanfter Ohrfeigenenergie.
  • Frederico April, Parteigründer von „Die Besseren“ und Influencer im politischen Mood-Setting.

Moderatorin: Herr Pipi, Gregor Gysi hat sich gestern mal wieder die Seele aus dem Leib geredet. Wie fanden Sie’s?

Oskar Pipi: Ach wissen Sie, Gregor ist wie ein alter Kachelofen: dauert lange, bis er warm wird – aber wenn er mal brennt, dann glüht die Hütte. Ich hab in der Zeit zwei Anträge auf Enteignung geschrieben und meine Brille wiedergefunden.

Gerry Schröder (schlürft Rotwein): Ich sag mal so: Wenn man während einer Bundestagsrede zwischendurch duschen, einen Chianti entkorken und in Moskau anrufen kann – und man verpasst nichts –, dann ist das Kunst. Oder Folter. Bei Gregor weiß man das nie so genau.

Guido Linder: Ich hab jede Minute genossen. Endlich mal ein Politiker mit Stil, der seine Redezeit so nutzt, wie ich früher mein Budget beim Außenministerium: hemmungslos. Außerdem trug er eine rote Krawatte. Das war fast liberal.

Saskia Ecken: Ich fand die Themen wichtig. Krieg, Frieden, soziale Gerechtigkeit – das sind Dinge, die… Moment… hatte er irgendwas zur Kindergrundsicherung gesagt? Oder war das in Minute 27?

Frederico April: Ich bin ehrlich: Ich hab’s auf TikTok als 7-teilige Story-Reihe veröffentlicht. Mit Musik von Beethoven und Kommentaren von K.I.Z. Jetzt wissen endlich auch Gen Zs, wer dieser „Gregor Glizzy“ ist. Sehr engagierter Dude.


Moderatorin: Aber war’s nicht ein bisschen… naja… zu viel?

Oskar Pipi: Ich habe zugehört! Und das soll was heißen – ich höre sonst nur Radio Moskau und meine innere Stimme.

Gerry Schröder: Ach komm! Früher hab ich in 7 Minuten eine Agenda 2010 durchgepeitscht. Und der Gysi braucht 35 Minuten, um das Sandmännchen zu erwähnen? Da war selbst Wladimir effizienter – und der braucht für alles ein Referendum.

Guido Linder: Ich sage: Gregor ist wie ein guter Riesling – etwas sauer, aber mit Tiefe. Nur hätte er nach 20 Minuten dekantieren einfach mal abgießen sollen.

Saskia Ecken: Ich hätte mir gewünscht, er hätte die SPD nicht so mit der DDR verglichen. Wir haben schließlich schon genug mit dem Schuldenbremsen-Trauma zu kämpfen.

Frederico April: Ich find’s gut, dass er Israel UND Palästina angesprochen hat. Endlich mal jemand, der versucht, beide Seiten gleichzeitig zu verlieren. Respekt!

Moderatorin: Was sagt ihr zur AfD-Forderung, Gauland als Alterspräsidenten zu installieren?

Gerry Schröder: Da hätte ich mir lieber den Strom abdrehen lassen. 84 Jahre, und der will noch reden? Das ist keine Altersweisheit, das ist akustische Erderwärmung.

Guido Linder: Ich bin dafür, Alterspräsidenten in Zukunft durch ein Publikums-Voting bei „The Voice of Demokratie“ zu bestimmen. Wer nicht innerhalb von 5 Minuten einen sinnvollen Satz formuliert, fliegt raus.

Oskar Pipi: Sollen sie Gauland doch nehmen. Aber dann bitte mit Maulkorb und Eieruhr.

Moderatorin: Zum Abschluss: Wenn ihr Gysi einen Ratschlag geben könntet?

Saskia Ecken: Kürzer. Knackiger. Und nicht jedes Mal die DDR-Gesamtausgabe auspacken.

Frederico April: Weniger „Volkskammer“, mehr „Volks-TikTok“.

Gerry Schröder: Einfach mal nix sagen. Hat bei Olaf auch funktioniert.

Guido Linder: Gregor, Darling: Beim nächsten Mal einfach ’ne Kolumne im Handelsblatt schreiben.

Oskar Pipi: Oder gleich zu mir ins Seniorenparlament kommen. Da reden wir auch viel – aber wir schlafen wenigstens ehrlich dabei ein.

Moderatorin: Danke, meine Damen und Herren – und Herr Pipi. Nächstes Mal sprechen wir über den Haushaltsplan und warum Friedrich Merz plötzlich gerne Schulden macht. Titel: „Schwarze Null trifft graue Haare“. Bleiben Sie dran!

Möchtest du noch eine zweite Runde mit neuen Gästen? Ich hätte da noch eine Marie-Louise Baerbock, einen Kevin Schmus und vielleicht Karl von Lautenschwan im Angebot.

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