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Wer ist Han Zheng, der hochrangige chinesische Vertreter bei Trumps Amtseinführung?

geralt (CC0), Pixabay
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Während Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping die Einladung zur Amtseinführung des neuen US-Präsidenten Donald Trump persönlich ausschlug, entsandte Peking mit Han Zheng dennoch einen ranghohen Vertreter nach Washington. Der chinesische Vizepräsident wird an der feierlichen Zeremonie teilnehmen – ein seltenes diplomatisches Signal und möglicherweise eine riskante Geste des guten Willens, um Spannungen mit Trump und seiner überwiegend China-kritischen Regierung zu entschärfen.

Wer ist Han Zheng?

Han Zheng gilt als erfahrener Politiker, doch sein Amt als Vizepräsident Chinas ist weitgehend symbolischer Natur. Die wahre Macht liegt bei der Ständigen Kommission des Politbüros der Kommunistischen Partei, aus der Han 2022 ausschied. Dennoch hat er Xi Jinping bereits mehrfach auf internationaler Bühne vertreten – unter anderem bei der Krönung von König Charles III. im Vereinigten Königreich. Seine Anwesenheit in Washington deutet darauf hin, dass Peking eine Neuausrichtung der angespannten US-chinesischen Beziehungen anstrebt.

Treffen mit der US-Wirtschaft – und Elon Musk

Neben politischen Gesprächen traf Han Zheng am Sonntag auch Vertreter der amerikanischen Wirtschaft, darunter den Tesla-CEO Elon Musk, einen engen Verbündeten Trumps. Laut der chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua betonte Han in diesem Gespräch die Notwendigkeit einer Stärkung der Handelsbeziehungen zwischen China und den USA. Tesla betreibt seine größte Produktionsstätte außerhalb der USA in Shanghai. Musk selbst hat das Treffen bislang nicht kommentiert.

Xi Jinping gratuliert Trump – Hoffnung auf einen Neuanfang?

Hans USA-Besuch folgt auf ein Telefonat zwischen Xi Jinping und Donald Trump am Freitag. Xi gratulierte Trump zu seiner Wiederwahl und sprach sich für einen Neustart der Beziehungen aus. Laut dem chinesischen Außenministerium erklärten beide Staatschefs, dass sie eine positive Entwicklung der bilateralen Beziehungen anstreben.

Trump bestätigte auf Truth Social, dass das Gespräch „sehr gut“ verlaufen sei. Die beiden diskutierten unter anderem über Handel, den Kampf gegen Fentanyl und die Zukunft von TikTok, der chinesischen Social-Media-App, die in den USA unter massiven politischen Druck geraten ist.

TikTok-Krise: Trump verschiebt Verbot

Trump kündigte am Sonntag an, die Durchsetzung des kürzlich vom Supreme Court bestätigten TikTok-Verbots zu verzögern. Die Regelung hätte die App in den USA verboten, falls der chinesische Mutterkonzern Bytedance sie nicht verkauft. Nach Trumps Ankündigung war die App, die für etwa 12 Stunden offline war, wieder verfügbar.

Besonders bemerkenswert: TikTok-CEO Shou Zi Chew wird bei Trumps Amtseinführung einen prominenten Sitzplatz erhalten – ein weiteres Zeichen, dass Trump seine wirtschaftlichen Beziehungen zu China trotz harter Rhetorik nicht abreißen lassen will.

Trump erwägt China-Reise – Ein strategischer Balanceakt?

Laut CNN-Quellen erwägt Trump bereits eine China-Reise nach Amtsantritt. Dies könnte ein Hinweis darauf sein, dass er trotz seiner harten Haltung gegenüber Peking weiterhin offen für Verhandlungen bleibt.

Treffen mit JD Vance – schwierige Gespräche über Handel und Sicherheit

Han Zheng traf am Sonntag auch den neuen US-Vizepräsidenten JD Vance, um über kritische Themen wie Fentanyl-Schmuggel, Handelsungleichgewichte und regionale Sicherheit zu sprechen. Während China betonte, dass es bereit sei, stabile und gesunde Beziehungen zu den USA zu pflegen, bleibt das Verhältnis zwischen den beiden Supermächten angespannt.

Warum Han Zhengs Besuch wichtig ist

Hans Teilnahme an der Amtseinführung ist außergewöhnlich, da ausländische Staats- und Regierungschefs normalerweise nicht eingeladen werden. Neben Han werden jedoch auch Italiens rechte Ministerpräsidentin Giorgia Meloni und Argentiniens Präsident Javier Milei erwartet.

Die Einladung an Xi Jinping selbst war eine noch bemerkenswertere Geste, insbesondere weil Trump während des Wahlkampfs eine aggressive Handelspolitik gegen China angekündigt hatte, darunter massive Zollerhöhungen. Xi wäre jedoch kaum nach Washington gereist – nicht nur aus geopolitischen Gründen, sondern auch wegen des enormen Sicherheits- und Organisationsaufwands einer solchen Reise.

China hofft auf eine wirtschaftliche Stabilisierung

China sieht in Trumps Amtszeit Chancen und Risiken. Peking hofft, dass der Fokus der Trump-Regierung stärker auf wirtschaftlichem Wettbewerb als auf einer systemischen Konfrontation mit China liegen wird. Während Bidens Regierung versuchte, eine breite Sicherheitskoalition gegen China zu schmieden, könnte Trump eine transaktionale Beziehung zu Peking bevorzugen, in der wirtschaftliche Deals wichtiger sind als geopolitische Allianzen.

Ein wichtiger Faktor bleibt jedoch Trumps unberechenbarer Stil. Sollte er seine angedrohten Zölle von über 60 % auf chinesische Importe tatsächlich verhängen, könnte China schnell zum Feindbild Nummer eins werden.

Fazit: Ein heikler Neustart?

Hans Teilnahme an der Amtseinführung ist eine symbolische, aber bedeutende Geste. Peking setzt auf Diplomatie und Wirtschaftsinteressen, während Trump zwischen harter Rhetorik und geschäftlichem Pragmatismus schwankt. Ob dies zu einer Entspannung der US-chinesischen Beziehungen führt oder in einer neuen Handelseskalation endet, bleibt abzuwarten.

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