Warum sich lange mit tränenreichen Abschieden und Tierheimen aufhalten, wenn es doch so einfach geht? Der Zoo von Aalborg hat da eine charmante Lösung parat: Wer sich von seinem Meerschweinchen, Kaninchen oder gar Pferd trennen möchte – bitte einfach direkt spenden! Die Raubtiere freuen sich über die Abwechslung auf dem Speiseplan, und der Mensch spart sich das schlechte Gewissen. Win-win, oder?
Ganz vorne mit dabei: Aalborg Zoo, der nicht nur Raubtiere füttert, sondern gleich auch die Verantwortung für die natürliche Nahrungskette übernimmt. Schließlich ist es ja Tierschutz, wenn Luchse ganze Beutetiere reißen dürfen – auch wenn die Beute bis letzte Woche noch „Hoppel“ hieß und in einem Kinderzimmer lebte.
In einem Facebook-Post preist der Zoo seine neue Spendenoption an: Hühner, Kaninchen und Meerschweinchen seien „ein wichtiger Bestandteil der Nahrung unserer Raubtiere“. Und wer noch ein Pferd im Garten stehen hat, das gerade nicht mehr gebraucht wird – bitte sehr! Solange es nicht kürzlich beim Tierarzt war, ist auch dieses willkommen. Und das Beste: Pro Kilo gibt’s sogar Steuererleichterung. Pferd gegen Steuerbonus – der moderne Tauschhandel.
Nicht kleckern, sondern klotzen heißt es auch visuell: Der Spendenaufruf wird von einem Foto einer Wildkatze mit beeindruckendem Gebiss begleitet. Ganz subtil, versteht sich – man will ja nur informieren.
Der Andrang ist offenbar groß: 2025 wurden laut Zoo bereits 137 Kaninchen, 53 Hühner, 18 Meerschweinchen und 22 Pferde zur Verfügung gestellt. Viele davon seien „alt oder verletzt“ gewesen – wobei das wohl eher eine psychologische Beruhigungspille für die Spender*innen sein dürfte.
Nürnbergs Paviane – zu viele, zu lebendig
Während Aalborg offensiv auf Tierfutterspenden setzt, schlittert der Tiergarten Nürnberg in einen Shitstorm. Dort wurden kürzlich zwölf Paviane aus Platzgründen getötet. Sechs davon landeten direkt auf dem Menü von Löwen, Tigern und Buntmardern. Zwei starben bereits bei der Narkose – vermutlich aus Vorahnung.
Die anderen wurden vorbildlich weiterverwertet: Köpfe für die Wissenschaft, Hände und Füße für die Sensibilität der Besuchenden entfernt. Zahngesundheit der Raubtiere inklusive – Fell und Knochen reinigen schließlich die Beißerchen auf natürliche Weise. Da kann sich so mancher Hundebesitzer mit Zahnsteinproblemen nur wundern.
Proteste? Klar – aber bitte friedlich!
Die Gruppe „Animal Rebellion“ zeltet mittlerweile vor dem Tiergarten Nürnberg – mit dem Ziel, Affentötung und Zucht zu stoppen. Der Zoo zeigt sich entspannt: Solange keiner mit Bananen wirft, ist alles im grünen Bereich.
Und sonst so?
Ach ja, da war ja noch die berühmte Giraffe Marius. 2014 im Kopenhagener Zoo live zerteilt und an Löwen verfüttert – wegen Genetik und Populationsmanagement. Damals ein Skandal, heute fast schon Routine.
Fazit: Wer Haustiere hat, aber keine Lust mehr auf sie, kann nun beruhigt schlafen. Zoos sind da, um zu helfen. Sie machen aus sentimentalen Altlasten wertvolle Rohstoffe für die Ernährung von Raubtieren – und tun dabei noch etwas für Tierwohl und Wissenschaft. Was will man mehr?
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