Das Weiße Haus hat am Montag entschieden Partei für Tom Homan, den sogenannten Border Czar von Präsident Donald Trump, ergriffen. Hintergrund sind Medienberichte, laut denen Homan im Jahr 2024 eine Tasche mit 50.000 US-Dollar in bar von verdeckten FBI-Ermittlern entgegengenommen haben soll – angeblich als Gegenleistung für seine Unterstützung bei der Vergabe künftiger Regierungsaufträge.
Trotz der brisanten Vorwürfe betonte Präsidentensprecherin Karoline Leavitt, dass Homan „absolut nichts falsch gemacht“ habe und weiterhin das uneingeschränkte Vertrauen des Präsidenten genieße.
„Der Präsident steht zu 100 % hinter Tom Homan, weil er nichts Unrechtes getan hat. Er ist ein mutiger Beamter, der bei der Sicherung unserer Grenze hervorragende Arbeit geleistet hat“, sagte Leavitt in einem Pressebriefing am Montag.
Angeblicher Geldempfang Teil eines FBI-Stings
Die New York Times berichtete vergangene Woche, dass Homan im September 2024 von Undercover-FBI-Agenten eine mit Bargeld gefüllte Tasche – angeblich in einer Fast-Food-Tüte von Cava – angenommen habe. Die Ermittler gaben sich als Geschäftsleute aus, die sich im Fall einer zweiten Trump-Regierung Vorteile bei Bundesaufträgen sichern wollten.
Die Operation richtete sich zunächst nicht gezielt gegen Homan, doch dessen mutmaßliche Bereitschaft zur Zusammenarbeit habe zu einem Ermittlungsverfahren wegen möglicher Bestechung und Amtsmissbrauch geführt, so die Zeitung.
Untersuchung eingestellt – Trump-treue Justiz weist Vorwürfe zurück
Das Justizministerium unter der zweiten Trump-Administration stellte die Untersuchung jedoch wieder ein. Laut Leavitt sei eine Überprüfung durch Trump-Verbündete im Justizministerium sowie durch FBI-Direktor Kash Patel zu dem Schluss gekommen, dass es „keine Beweise für illegales Verhalten oder strafbare Handlungen“ gebe.
„Dies ist ein weiteres Beispiel für die politische Instrumentalisierung des Biden-Justizministeriums gegen Präsident Trumps Unterstützer“, sagte Leavitt. „Das FBI hat versucht, Homan in eine Falle zu locken.“
Auch Stellvertretender Justizminister Todd Blanche und FBI-Direktor Patel sprachen in einer gemeinsamen Erklärung von einer „haltlosen Untersuchung“, die beendet worden sei, um sich auf „echte Bedrohungen für das amerikanische Volk“ zu konzentrieren.
Demokraten fordern Aufklärung im Kongress
Die Opposition sieht das anders: Demokratische Mitglieder des Heimatschutzausschusses im Repräsentantenhaus fordern, dass Homan vor dem Gremium aussagt. In einem Schreiben an den republikanischen Vorsitzenden Andrew Garbarino forderten sie am Montag eine umgehende Anhörung:
„Der Kongress muss Homans Handlungen und seinen Einfluss auf staatliche Ausgaben untersuchen. Wir fordern Sie dringend auf, ihn ohne Verzögerung vorzuladen.“
Homan: „Ich gehe nicht – und ich halte nicht den Mund“
Homan selbst wies die Vorwürfe am Montag gegenüber Fox News zurück:
„Alle zwei Wochen gibt es ein neues Dreckstück über mich. Aber macht ruhig weiter – Tom Homan geht nicht. Tom Homan hält nicht den Mund.“
Homan war bereits während Trumps erster Amtszeit kommissarischer ICE-Direktor (Immigration and Customs Enforcement). Seit seiner Rückkehr als Chefkoordinator für Grenzpolitik spielt er eine zentrale Rolle in Trumps Massendeportationsprogramm. Der Präsident lobte ihn mehrfach öffentlich für seine kompromisslose Haltung gegenüber irregulärer Migration.
Fazit: Während das Weiße Haus und die Trump-nahe Justiz den Vorfall als „politisch motivierte Falle“ abtun, fordern Demokrat:innen Aufklärung. Der Fall Homan dürfte in den kommenden Wochen weiter für Spannungen in Washington sorgen – nicht nur wegen der konkreten Vorwürfe, sondern auch wegen des Umgangs der Regierung mit mutmaßlichem Fehlverhalten in den eigenen Reihen.
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