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Was wir über die mutmaßliche Entführung von Nancy Guthrie wissen

sweetlouise (CC0), Pixabay
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Das Verschwinden von Nancy Guthrie, der 84-jährigen Mutter der US-Moderatorin Savannah Guthrie (NBC „Today“), gibt den Ermittlern in Arizona weiter Rätsel auf. Die Seniorin verschwand in der Nacht aus ihrem Haus in Tucson – die Behörden gehen inzwischen davon aus, dass sie gegen ihren Willen mitgenommen wurde. Die Familie bittet öffentlich um ihre sichere Rückkehr und verlangt vor allem einen Beweis, dass Nancy Guthrie noch lebt.

Zeitlicher Ablauf: Was bisher bekannt ist

Nancy Guthrie wurde zuletzt am Abend des 31. Januar an ihrem Wohnhaus in den Catalina Foothills gesehen, einem wohlhabenden Viertel nordöstlich von Tucson. Familienangehörige setzten sie gegen 21:30 Uhr Ortszeit zu Hause ab.

In der Nacht darauf häufen sich auffällige technische Spuren:

  • 01:47 Uhr (1. Februar): Eine Türklingelkamera am Haus wurde laut Ermittlern abgeklemmt und entfernt.
  • 02:28 Uhr: Die App, die mit Guthries Herzschrittmacher verbunden ist, trennte die Verbindung zu ihrem Telefon.

Als Nancy Guthrie am Sonntag nicht zum Gottesdienst erschien, informierten Mitglieder ihrer Gemeinde die Familie. Nach dem Notruf begann eine großangelegte Suche – mit freiwilligen Helfern und auch Einsatzkräften der US-Grenzschutzbehörde Border Patrol, die bis in den nächsten Morgen andauerte.

Besonders alarmierend: Auf der Veranda wurde Blut gefunden, das nach Angaben der Polizei Nancy Guthrie zugeordnet werden konnte. Die Behörden warnen außerdem, sie könne ohne Medikamente in eine akute gesundheitliche Notlage geraten. Der Sheriff des Pima County, Chris Nanos, sagte, sie sei körperlich angeschlagen, habe aber keine bekannten kognitiven Einschränkungen.

Verdächtiger: Maskiert, bewaffnet, mit Rucksack

Die Ermittler veröffentlichten Bilder und Videoausschnitte einer Türkamera, die einen mutmaßlichen Täter zeigen sollen: einen maskierten, bewaffneten Mann, der sich nachts an der Haustür aufhält und offenbar versucht, die Kamera zu blockieren – unter anderem, indem er die Linse mit Pflanzen verdeckt.

Nach Einschätzung des FBI handelt es sich um einen Mann von etwa 1,75 bis 1,77 Metern Größe. Er trug demnach einen Ozark Trail Hiker Pack (25 Liter). Sheriff Nanos erklärte, die Kleidung wirke so, als könne sie aus einem Walmart stammen – entsprechende Überwachungsvideos aus Filialen in der Umgebung würden geprüft. Auch ein Komplize wird nicht ausgeschlossen.

DNA-Spuren und Handschuhe: Hoffnung, aber keine Treffer

Bei der Suche wurden laut Behörden 16 Handschuhe gefunden – viele davon seien vermutlich von freiwilligen Suchern verloren oder weggeworfen worden. Ein Handschuh, der rund zwei Meilen vom Haus entfernt entdeckt wurde, war jedoch auffällig: Das FBI sagte, er passe offenbar zu den Handschuhen des Mannes aus dem Video.

Eine DNA-Analyse ergab zwar ein Profil, aber keinen Treffer in CODIS, der US-Datenbank für DNA von Straftätern. Dennoch glaubt Sheriff Nanos, dass die DNA-Spur später noch entscheidend sein könnte. Zusätzlich sollen am Haus DNA-Spuren gefunden worden sein, die nicht von Nancy Guthrie oder Personen aus ihrem Umfeld stammen.

Festgehalten, befragt, wieder freigelassen

Am 10. Februar wurde ein Mann vorübergehend im Zusammenhang mit dem Fall festgehalten, aber nach einigen Stunden wieder freigelassen. Der Mann, der sich Medien gegenüber nur als „Carlos“ bezeichnete, sagte, er kenne Nancy Guthrie nicht und sei nicht der Täter.

Weitere Maßnahmen folgten: Am 13. Februar wurde ein Haus in der Nähe durchsucht und bei einer Verkehrskontrolle eine Person befragt – ohne Festnahmen.

Das FBI setzt eine Belohnung von 100.000 Dollar für Hinweise aus, die zu einer Festnahme führen. Nach Behördenangaben gingen bereits über 13.000 Tipps aus der Bevölkerung ein. US-Präsident Donald Trump ordnete zudem an, dass Bundesbehörden die Ermittlungen unterstützen; er nannte den Fall „sehr ungewöhnlich“.

Lösegeldforderungen und mögliche Fälschungen

Im Fokus stehen auch mehrere Nachrichten, die als Lösegeldforderungen interpretiert werden. Ermittler prüfen „eine Reihe“ solcher Schreiben. Offiziell ist jedoch nicht bestätigt, dass sie tatsächlich vom Entführer stammen.

Mindestens eine angebliche Lösegeldforderung wurde vom FBI bereits als Fälschung eingestuft – in diesem Zusammenhang wurde ein Mann in Kalifornien festgenommen. Eine weitere Nachricht vom 6. Februar wird ebenfalls untersucht, Details dazu wurden nicht veröffentlicht.

Nach Angaben eines FBI-Agenten soll eine der Nachrichten eine Frist gesetzt haben: eine mehrmillionenschwere Bitcoin-Zahlung bis zum 5. Februar, ansonsten eine höhere Summe bis zum 9. Februar.

Öffentliche Appelle der Familie

Savannah Guthrie und ihre Geschwister wandten sich mehrfach mit emotionalen Videos an die Öffentlichkeit – und direkt an den oder die Täter. Zentrale Forderung: ein eindeutiger Lebensbeweis.

Savannah Guthrie erklärte unter anderem, man sei bereit zu verhandeln, und bat um die Rückgabe ihrer Mutter. In einer späteren Botschaft sagte sie: „Es ist nie zu spät, das Richtige zu tun.“

Wer ist Savannah Guthrie?

Savannah Guthrie (54) ist seit 2012 Co-Moderatorin der NBC-Sendung „Today“ und zugleich Chefjustizkorrespondentin des Senders. Sie wuchs in Tucson auf und ist auch als Interviewerin und Wahlabend-Moderatorin bekannt. Sie hat einen Jura-Abschluss der Georgetown University und studierte Journalismus an der University of Arizona.

 

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