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Was ist Multilevel-Marketing (MLM)? Ist TGI AG ein MLM System?

gribovsergei81 (CC0), Pixabay
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Zunächst einmal erklären wir hier den Begriff

Multilevel-Marketing (MLM), auch Strukturvertrieb oder Netzwerkmarketing genannt, ist ein Vertriebsmodell, bei dem Produkte oder Dienstleistungen nicht im Einzelhandel, sondern direkt über selbstständige Vertriebspartner verkauft werden. Der Clou: Jeder dieser Partner kann weitere Verkäufer anwerben und an deren Umsatz mitverdienen – oft über mehrere Ebenen hinweg.

Man verdient also nicht nur am eigenen Verkauf, sondern auch an dem der „nachgelagerten“ Vertriebspartner – der sogenannten Downline.

Wie funktioniert das Vergütungssystem?

Das Herzstück von MLM ist die Provisionsstruktur über mehrere Ebenen (Level) hinweg:

  1. Der Initiator (z. B. eine Firma oder ein „Top-Leader“) vertreibt ein Produkt.

  2. Er rekrutiert weitere Verkäufer (Level 1).

  3. Diese rekrutieren wieder neue Partner (Level 2) – und so weiter.

  4. Bei jedem Verkauf fließt ein Teil der Einnahmen nach oben – durch die Ebenen hindurch.

Wichtig:
Damit sich das für alle lohnt, müssen auf jeder Ebene ausreichend hohe Provisionen ausgeschüttet werden. Und genau hier liegt der Knackpunkt:

Um das ganze System zu „füttern“, braucht es extrem hohe Margen auf das Produkt – oft 50 % oder mehr.

Warum braucht der Initiator hohe Margen?

Beispielhafte Struktur mit Provisionsverteilung:

Angenommen, ein Produkt wird für 100 € verkauft:

  • Der Verkäufer (letzte Ebene) bekommt 20 € Provision.

  • Die Person darüber bekommt 10 €.

  • Die dritte Ebene erhält 7 €.

  • Die vierte bekommt 5 €, und

  • Der Initiator behält 8 € als Gewinn.

➡️ Macht insgesamt: 50 € an Provisionen, die aus dem Verkaufspreis finanziert werden müssen.

Folge: Das Produkt muss mit hoher Marge eingekauft oder selbst hergestellt werden, um überhaupt noch rentabel zu sein. Nur dann kann das MLM-System wirtschaftlich funktionieren.

Was bedeutet das für Konsumenten und Verkäufer?

  • Die Produkte sind häufig überteuert, um das Provisionsnetz zu tragen.

  • Die Verkäufer auf den unteren Ebenen verdienen oft kaum oder gar nichts, es sei denn, sie rekrutieren aktiv neue Mitglieder.

  • Viele MLM-Systeme ähneln daher strukturell Pyramidensystemen, die in vielen Ländern verboten sind – mit dem Unterschied, dass bei MLM ein Produkt im Vordergrund steht.

Fazit:

Multilevel-Marketing lebt davon, dass:

  1. Viele Menschen rekrutiert werden, die nicht nur verkaufen, sondern weitere Verkäufer anwerben.

  2. Sehr hohe Margen auf Produkte aufgeschlagen werden, um alle Ebenen mit Provisionen zu bedienen.

  3. Der Initiator oder die Spitze der Struktur am meisten verdient – oft auf Kosten der unteren Ebenen.

Für eine nachhaltige Struktur müssten entweder:

  • unglaublich viele Produkte verkauft werden, oder

  • kontinuierlich neue Mitglieder ins System einsteigen, um den Geldfluss aufrechtzuerhalten.

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Nun zur Frage, ob die TGI AG ein MLM-System ist.
Aus unserer subjektiven Sicht: auf jeden Fall. Welche Margen dort konkret zur Verfügung stehen, wissen wir derzeit nicht – das wird man möglicherweise irgendwann erfahren.

Anders als im klassischen Vertrieb sind hier häufig Kunde und Vermittler bzw. Tippgeber identisch. Das ist ein wesentliches Merkmal, das auf ein Netzwerk-Marketing-System hinweist.

Wir sind gespannt, ob es der TGI AG gelingt, eine Zulassung für einen Börsenprospekt zu erhalten. Denn – so wie wir das sehen – handelt es sich bei der TGI AG in erster Linie um einen Vertriebsapparat. Das eigentliche Gold wird bei Partnerunternehmen geschürft, dort liegen auch die bewertbaren Werte.

Gerade deshalb interessiert uns natürlich der Börsenprospekt und die darin enthaltene Bewertung. Ob sich dann die Einschätzung von Herrn Kaltennegger in Bezug auf den Wert der Aktie bestätigt – das bleibt spannend.

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