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Was ist eine negative Feststellungsklage und wann macht diese Sinn?

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Interviewer (diebewertung.de): Frau Rechtsanwältin Bontschev, vielen Dank, dass Sie sich Zeit für dieses Interview nehmen. Heute möchten wir gerne mehr über das Thema „negative Feststellungsklage“ erfahren. Könnten Sie zunächst erklären, was eine negative Feststellungsklage ist?

Rechtsanwältin Kerstin Bontschev: Gern, vielen Dank für die Einladung. Eine negative Feststellungsklage ist eine Klage, die eine Person oder ein Unternehmen vor Gericht einreicht, um feststellen zu lassen, dass sie in einer bestimmten Angelegenheit keine Verpflichtungen, Ansprüche oder Rechte hat. Anders ausgedrückt, es geht darum, eine rechtliche Klarheit zu schaffen, indem man vor Gericht bestätigt, dass man nicht in einem bestimmten Sachverhalt haftet oder verantwortlich ist.

Interviewer: Wann macht es Sinn, eine negative Feststellungsklage einzureichen?

Rechtsanwältin Bontschev: Eine negative Feststellungsklage kann in verschiedenen Situationen sinnvoll sein. Zum Beispiel, wenn ein Unternehmen unsicher ist, ob es mit seinen Handlungen oder Produkten die Rechte eines anderen Unternehmens verletzt. Indem es eine negative Feststellungsklage einreicht, kann es gerichtlich klären lassen, dass keine Verletzung vorliegt und somit potenzielle Klagen vermeiden.

Auch bei rechtlichen Streitigkeiten zwischen Parteien kann eine negative Feststellungsklage eine Lösung bieten. Wenn eine Partei befürchtet, dass die andere Partei sie in Zukunft verklagen könnte, um bestimmte Rechte oder Ansprüche geltend zu machen, kann sie durch eine negative Feststellungsklage proaktiv handeln und die rechtliche Lage klären lassen.

Interviewer: Gibt es auch Situationen, in denen eine negative Feststellungsklage nicht ratsam ist?

Rechtsanwältin Bontschev: Ja, das gibt es. Eine negative Feststellungsklage macht nur Sinn, wenn sie dazu dient, eine tatsächliche Unsicherheit zu klären oder potenzielle Klagen abzuwehren. Wenn bereits eine bestehende Klage gegen die Partei vorliegt oder die rechtliche Situation eindeutig ist, kann eine negative Feststellungsklage unnötig sein und zu zusätzlichen Kosten führen.

Außerdem sollte man bedenken, dass eine negative Feststellungsklage nicht immer automatisch zu einem positiven Ergebnis führt. Es besteht immer das Risiko, dass das Gericht anders entscheidet und die behauptete Rechtslage nicht bestätigt.

Interviewer: Vielen Dank, Frau Rechtsanwältin Bontschev, für diese ausführlichen Informationen zur negativen Feststellungsklage.

Rechtsanwältin Bontschev: Ich danke Ihnen für das interessante Interview und stehe Ihnen gerne für weitere Fragen zur Verfügung.

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