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Warum schreibt Trump die US-Wirtschaftsgeschichte um?

Maklay62 (CC0), Pixabay
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Präsident Donald Trump versucht, die Geschichte der US-Wirtschaft neu zu deuten – entgegen dem Konsens von Historikern und Ökonomen. Dabei beschönigt er nicht nur die Vergangenheit der US-Handelspolitik, sondern verklärt auch die wirtschaftlichen Effekte von Zöllen in der Geschichte.

Tarifpolitik als goldene Vergangenheit

Trump behauptet, dass die USA zwischen 1789 und 1913 als Zollnation „proportional am wohlhabendsten“ waren. Historiker bezweifeln das:

  • Damals gab es keine Sozialsysteme wie Medicare oder Sozialversicherungen.

  • Die Lebensqualität war weit unter heutigen Standards (keine Elektrizität, keine medizinische Grundversorgung, kein flächendeckendes Bildungssystem).

  • Das heutige Amerika ist gemessen am Lebensstandard und Wirtschaftsausstoß wesentlich reicher.

Falsche Geschichtsdeutung zur Großen Depression

Trump behauptet, die Große Depression hätte verhindert werden können, wenn man an hohen Zöllen festgehalten hätte. Tatsächlich sehen viele Historiker den Smoot-Hawley-Zoll von 1930 als mitverantwortlich für die Verschärfung der Depression, weil er internationale Handelsbeziehungen stark belastete.

Ursprung der Einkommensteuer

Trump kritisierte die Einführung der Einkommensteuer 1913 als angeblich grundlos. Doch laut Verfassungsrecht und Archiven war sie eine Reaktion auf soziale Ungleichheit und ein Weg, Einnahmen gerechter zu verteilen – die Mehrheit der Bundesstaaten unterstützte die Verfassungsänderung.

Missverständnisse über Zölle

Trump suggeriert, dass ausländische Länder die Zölle zahlen. Fakt ist: US-Unternehmen zahlen sie beim Import – die Kosten werden an Verbraucher weitergegeben. Das macht Trumps aktuelle Zollpolitik zu einer der größten Steuererhöhungen für US-Bürger in der Geschichte.

Fazit des Artikels

Trump romantisiert eine vergangene Wirtschaftspolitik, die in ihrer historischen Realität ungleich, unsicher und rückständig war. Seine Darstellung widerspricht weitgehend der Forschung führender Ökonomen. Seine Aussagen sind Teil eines politischen Narrativs, das Nostalgie mit wirtschaftlicher Realität verwechselt.

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