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Warum Gen Z weniger Sex hat – und was wirklich dahintersteckt

qimono (CC0), Pixabay
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Obwohl junge Menschen heute mehr Zugang zu Informationen über Sex haben als je zuvor, zeigen aktuelle Studien, dass die Gen Z seltener Sex hat als frühere Generationen. Doch das liegt nicht an Prüderie – sondern an einem komplexen Mix aus sozialem Wandel, politischer Unsicherheit und digitaler Selbstdarstellung.

Laut einer CDC-Studie ist das Sexualverhalten Jugendlicher seit 2013 rückläufig. Eine Kinsey-Institut-Umfrage von 2022 ergab, dass ein Viertel der Gen Z-Erwachsenen noch nie Sex mit einer anderen Person hatte.

Die Rolle von „Jungfräulichkeit“ und Scham

Journalistin Carter Sherman untersucht in ihrem Buch „The Second Coming“ den kulturellen Druck rund um Sexualität und Jungfräulichkeit. Sie schildert, wie junge Menschen sich oft „falsch“ fühlen – entweder, weil sie zu früh Sex haben oder zu lange keinen. Die Botschaft: Egal was du tust, es ist nie richtig.

Sherman betont, dass Scham und gesellschaftliche Erwartung oft mehr Einfluss auf das Verhalten junger Menschen haben als Lust oder Moralvorstellungen.

Einfluss politischer Entwicklungen – besonders nach dem Ende von Roe v. Wade

Der Wegfall des Rechts auf Abtreibung in den USA hat bei vielen jungen Menschen – insbesondere Frauen – massive Unsicherheit ausgelöst. Viele sind dadurch vorsichtiger geworden, was Beziehungen und Sexualität betrifft.

„Es geht nicht nur um Sex. Viele fühlen sich nicht einmal mehr sicher genug, um überhaupt eine romantische Beziehung einzugehen“, so Sherman.

Erstarkender „Sexualkonservatismus“

Gleichzeitig gewinnen konservative Bewegungen, die traditionelle Rollenbilder und Enthaltsamkeit betonen, bei manchen jungen Menschen an Zustimmung – vor allem, weil sie überhaupt über die Schwierigkeiten des modernen Sexuallebens sprechen, während progressive Stimmen oft schweigen.

Social Media, Körperbild und digitale Intimität

Obwohl das Internet viele Möglichkeiten für Aufklärung bietet, fördert es auch Selbstzweifel. Likes, Matches und Follower dienen als Maßstab für sexuelle Attraktivität – was laut Sherman zu einer „Angst vor dem Ausziehen“ führt.

„Wenn man denkt, man müsse perfekt aussehen, um überhaupt intim zu werden, bleibt echte Nähe auf der Strecke.“

OnlyFans & Co.: Zwischen Selbstdarstellung und Realität

Plattformen wie OnlyFans verschieben Grenzen zwischen digitaler und realer Sexualität. Sherman sieht darin keinen rein negativen Trend – aber eine Realität, die nicht ignoriert werden darf, wenn es um Gespräche über Sexualität geht.

Was Erwachsene wissen sollten

Sherman rät Älteren, mit Empathie statt Belehrung auf junge Menschen zuzugehen. Die Gen Z ist durch das Internet an offene Gespräche über Identität und Sexualität gewöhnt – wer misstrauisch oder urteilend reagiert, verliert schnell den Zugang.


Fazit:
Ob Gen Z weniger Sex hat, ist nicht die entscheidende Frage. Wichtiger ist laut Sherman, ob junge Menschen sich dabei wohlfühlen – oder ob das fehlende Sexleben Ausdruck von Einsamkeit, Scham oder politisch bedingter Unsicherheit ist.

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