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Warren Buffett tritt ab: Was Top-Manager von ihm gelernt haben

PIRO4D (CC0), Pixabay
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Heute geht eine Ära zu Ende: Warren Buffett, 95 Jahre alt und legendärer Chef von Berkshire Hathaway, tritt nach Jahrzehnten an der Spitze des Investment-Giganten zurück. Ab morgen übernimmt sein langjähriger Nachfolger Greg Abel das Ruder.

Für viele war Buffett jedoch mehr als nur der „Orakel von Omaha“ – er war ein Lehrer, ein Vorbild, ein Meister der klaren Worte und langfristigen Strategien.

„Unser Lieblings-Haltedauer ist: für immer“

Ein zentraler Punkt, den Manager auf der ganzen Welt von Buffett übernahmen, war seine fast stoische Geduld. „Unser Lieblings-Haltedauer ist: für immer“, schrieb er schon 1989 an seine Aktionäre. Buffett war berüchtigt dafür, auf großen Bargeldreserven zu sitzen und nur dann zu investieren, wenn sich eine wirklich lohnenswerte Gelegenheit bot – dann aber langfristig.

Investor und Ex-Politiker Anthony Scaramucci erinnert sich: Als er Buffett schrieb, dass er für seine 1,5-jährige Tochter Berkshire-Aktien kaufen wolle, antwortete dieser, dass 82,5 Jahre Haltedauer doch „sehr kurzfristig“ gedacht seien – er selbst strebe 100 Jahre an.

„Vorhersagen zählen nicht – Archen bauen zählt“

Buffett war nicht nur ein brillanter Investor, sondern auch ein begnadeter Kommunikator. Seine legendären Jahresbriefe an Aktionäre sind für viele CEOs Pflichtlektüre – und ein Meisterwerk klarer Sprache.

„Er konnte komplexe Themen mit einfachen Worten auf den Punkt bringen“, sagt Steve Hafner, CEO von Kayak. Buffett nutzte lieber ein 1-Cent-Wort statt eines akademischen Fachbegriffs – immer mit einem Schuss Humor.

Unvergessliche Zitate:

  • „Nur wenn die Ebbe kommt, sieht man, wer nackt geschwommen ist.“

  • „Vorhersagen zählen nicht. Archen bauen zählt.“

  • „Ich habe schweren Herzens die Idee verworfen, das Portfolio nach meinem Tod weiter zu managen – so sehr ich dem Begriff ‚über den Tellerrand hinausdenken‘ auch eine neue Bedeutung geben wollte.“

„Ich werde gnadenlos sein“

Buffett war bei aller Freundlichkeit auch glasklar in seinen Prinzipien. Integrität war für ihn kein leeres Wort. Sein berühmtes Zitat vor dem US-Kongress ist unvergessen:
„Verlieren Sie Geld für das Unternehmen, werde ich verständnisvoll sein. Verlieren Sie einen Hauch von Ansehen, werde ich gnadenlos.“

Larry Restieri, CEO der Vermögensverwaltung Hightower, beschreibt Buffett als jemanden, der zeigte, „dass Exzellenz eine Disziplin ist – mit klarer Ausrichtung, Geduld und Prinzipientreue“.

Mehr als Geld: „Kindness is costless“

Obwohl Buffett zu den reichsten Menschen der Welt zählt – mit einem geschätzten Vermögen von rund 150 Milliarden Dollar –, war materieller Besitz für ihn nie Selbstzweck.

Er sagte einmal: „Eine große Sammlung von Besitztümern endet oft damit, dass sie ihren Besitzer besitzt.“ Deshalb rief er 2010 gemeinsam mit Bill und Melinda Gates die Giving Pledge ins Leben: Eine Initiative, bei der sich Milliardäre verpflichten, den Großteil ihres Vermögens für wohltätige Zwecke zu spenden.

„Warren hat mich dazu inspiriert, über den finanziellen Erfolg hinauszudenken“, sagte Immobilieninvestor Marcel Arsenault, der die Pledge ebenfalls unterschrieb.

Buffetts Philosophie: Großzügigkeit beginnt im Kleinen. In einem Brief aus dem Jahr 2025 schrieb er:
„Wenn du jemandem auf irgendeine von tausend Arten hilfst, hilfst du der Welt. Freundlichkeit kostet nichts – ist aber unbezahlbar.“

Ein Vermächtnis, das bleibt

Warren Buffetts Rücktritt markiert das Ende einer Ära – aber seine Prinzipien, sein Humor und sein schlichter Zugang zu einem oft überkomplizierten Wirtschaftssystem werden Generationen von Investoren, Unternehmern und Menschen weit über die Börse hinaus prägen.

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