Da will ein Fisch einfach mal probieren, wie der Mensch so schmeckt – und schon fliegen die Kugeln.
Im Brombachsee (Mittelfranken) eskalierte am Freitagnachmittag ein kulinarisches Missverständnis: Ein über zwei Meter langer und 90 Kilo schwerer Waller (auch bekannt als Wels mit Appetit) hat fünf Badegästen freundschaftlich ins Bein gebissen. Vielleicht war’s Neugier. Vielleicht auch nur ein Zeichen: „Ich bin Teil des Ökosystems – jetzt halt auch mal oben in der Nahrungskette.“
Doch anstatt dem Fisch den Michelin-Stern für mutige Geschmacksinnovation zu verleihen, wurde kurzerhand die Polizei gerufen. Und wie es in kulinarisch unterentwickelten Spezies üblich ist, löste man das Problem mit einer Dienstwaffe statt mit Empathie: Der Fisch wurde erschossen. Jawohl, erschossen – weil er es gewagt hat, beim Grillfest der Evolution mal kurz den Spieß umzudrehen.
Dabei sollten wir uns ruhig mal fragen:
Warum ist es völlig normal, dass wir Fisch essen, aber wenn der Fisch mal Fleisch will, ist er gleich ein „aggressives Tier“?
Wo bleibt da die Gleichberechtigung in der Nahrungskette?
Die Opfer des Bisses erlitten laut Polizei „Biss- und Fleischwunden“. Tja, willkommen im Club – auch der Fisch weiß jetzt, wie sich das anfühlt.
Aber der Badebereich wurde immerhin gesperrt – nicht etwa für neue Badegäste, sondern wohl für potentielle Fisch-Vergeltungsmaßnahmen. Man kann nie wissen, ob der Waller einen Cousin hat.
Fazit:
Der Mensch isst Fisch – logisch.
Fisch beißt Mensch – Skandal!
Was bleibt, ist ein tragischer Fall von Essensdoppelmoral. Und ein toter Fisch, der einfach mal kurz carnivor sein wollte. Armer Waller. Hätte er doch lieber an einem Angelhaken gebettelt – das wäre offenbar der akzeptierte Weg, in der Nahrungskette nach oben zu kommen.
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