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Waldbrandrauch aus Kanada kehrt zurück – Nordamerika droht erneut ein belasteter Sommer

jorono (CC0), Pixabay
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Der Rauch aus kanadischen Waldbränden sorgt erneut für gesundheitsschädliche Luftqualität in Teilen Nordamerikas – und die Prognosen deuten darauf hin, dass das den ganzen Sommer über so bleiben könnte. Bereits im Juni zeigen sich in mehreren Regionen der USA himmelverhangene Bedingungen und erhöhte Feinstaubwerte.

„Gemeinden in Kanada und den USA sollten wachsam bleiben und sich regelmäßig über Luftqualitätswarnungen informieren,“ warnt Djordje Romanic, Atmosphärenwissenschaftler an der McGill University.

2025 nicht ganz so extrem wie 2023 – aber dennoch überdurchschnittlich

Der Rauch erinnert viele an den Juni 2023, als ein oranger Dunst den Himmel über New York City und anderen US-Städten färbte. Damals verbrannten in Kanada über 150.000 Quadratkilometer Wald – mehr als je zuvor. Zum Vergleich: Bislang sind es im Jahr 2025 rund 19.900 Quadratkilometer – etwa viermal so viel wie im langjährigen Durchschnitt, aber deutlich weniger als im Vorjahr.

Dennoch: Laut Kanadas Wetterbehörde wird der Sommer heißer und trockener als üblich, insbesondere in Nord-Ontario und den westlichen Provinzen. Das begünstigt eine erneut überdurchschnittliche Waldbrandsaison.

Wie gelangt der Rauch in die USA?

Die Wetterlagen spielen eine entscheidende Rolle bei der Verteilung des Rauchs:

  • Nordwestwinde hinter Kaltfronten transportieren Rauch aus Kanada in die USA.

  • Hochdruckgebiete (Antizyklone) können Rauch durch absinkende Luftmassen in Bodennähe festhalten.

  • In höheren Luftschichten sorgt die Strömung des Jetstreams dafür, dass Rauch tausende Kilometer zurücklegt.

Prognosen schwierig – aber Grund zur Vorsicht

„Rauchvorhersage ist eine komplizierte Wissenschaft,“ erklärt Christy Climenhaga von Environment and Climate Change Canada. Die Prognose hängt von vielen Faktoren ab: Wo die Brände entstehen, wie groß sie sind, und welche Wetterlagen herrschen.

Ein Jetstream-Muster wie 2023 – mit einem Höhenrücken im Westen und einem Trog im Osten – könnte sich auch 2025 wiederholen. Dieses Muster führte damals dazu, dass rauchige Luftmassen direkt in den Osten der USA strömten und wochenlang anhielten.

Fazit: Menschen mit Vorerkrankungen sollten sich schützen

Auch wenn 2025 nach aktuellem Stand nicht das katastrophale Ausmaß von 2023 erreichen dürfte, warnen Experten vor langfristiger Belastung. Empfindliche Gruppen – etwa Menschen mit Atemwegserkrankungen, Kinder und Ältere – sollten vorsorglich Masken tragen, Innenräume nicht verlassen und Luftreiniger nutzen, wenn die Luftqualität stark sinkt.

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