Die Polizei warnt aktuell erneut vor einer besonders raffinierten Betrugsmasche, die sich gezielt gegen ältere Menschen richtet. Vier Männer stehen nun vor Gericht. Sie sollen gemeinsam mit weiteren Personen bundesweit Seniorinnen und Senioren um viel Geld betrogen haben – insgesamt geht es um einen Schaden von rund zwei Millionen Euro.
So funktioniert die „Faksimile-Masche“
Die Täter gaben sich als Buchhändler oder Mitarbeiter eines Verlags aus. Sie boten angeblich wertvolle Sammlerbücher (Faksimiles) an – also hochwertige Nachdrucke alter und historischer Bücher. Diese sollten mehrere zehntausend Euro, teilweise sogar bis zu 450.000 Euro wert sein.
Die Angerufenen – meist ältere Menschen – wurden davon überzeugt, dass sie mit dem Verkauf oder Kauf dieser Bücher große Gewinne machen könnten. Dafür sollten sie jedoch zunächst eine „Provision“ oder „Kaution“ überweisen.
In Wahrheit existierten die versprochenen Bücher gar nicht – oder sie waren völlig wertlos. Ziel der Täter war es allein, an das Geld der Betroffenen zu kommen.
Bande organisierte Betrug professionell
Laut Staatsanwaltschaft arbeiteten die Täter arbeitsteilig:
Ein Mann organisierte Anrufe über ein Callcenter, andere erschienen sogar persönlich an den Haustüren der Betroffenen. In einigen Fällen sollen sie die Gelegenheit auch genutzt haben, um Wertgegenstände zu stehlen.
Die Polizei hat im Mai mehrere Wohnungen in Berlin und Brandenburg durchsucht. Die vier Männer wurden dabei festgenommen und sitzen inzwischen in Untersuchungshaft.
Polizei und Verbraucherschützer warnen
Die Polizei bittet besonders ältere Menschen und deren Angehörige um erhöhte Aufmerksamkeit. Die sogenannte „Faksimile-Masche“ ist kein Einzelfall – bundesweit sind bereits zahlreiche Betroffene bekannt geworden.
👉 Wichtig zu wissen:
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Kaufen oder verkaufen Sie niemals wertvolle Gegenstände am Telefon oder an der Haustür.
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Zahlen Sie keine Vorausgebühren für angebliche Bücher oder Sammlerstücke.
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Sprechen Sie mit Angehörigen, wenn Ihnen etwas verdächtig vorkommt.
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Im Zweifel: Rufen Sie die Polizei unter 110 an.
Weitere Informationen erhalten Sie auch bei Ihrer örtlichen Verbraucherzentrale oder direkt bei der Polizei.
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