Verbraucherschutzinformationen

Vorabkosten bei Krediten

angelolucas (CC0), Pixabay
Teilen

Ein schnell und unkompliziert zugesagter Kredit, ohne Schufa-Auskunft und trotz schlechter Bonität – für manche Verbraucherinnen und Verbraucher sind solche Versprechen ein willkommener finanzieller Strohhalm.

Vor Auszahlung des Kredits verlangen die Anbieter nur noch einen überschaubaren Betrag, dann werde das Geld unverzüglich ausgezahlt. Dem Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) ist kein Fall bekannt, in dem ein Kredit nach einer Vorab-Zahlung dann auch tatsächlich ausgezahlt wurde.

Vor der vermeintlichen Auszahlung eines Kredites fordern die identifizierten Anbieter Verbraucher auf, einen Betrag zu bezahlen – eine Kaution, Vermittlungsgebühr, Provision oder Bearbeitungsgebühr – in der Regel in der Höhe von 200 bis 300 Euro. „Geht das Geld auf ein ausländisches Konto, haben die Verbraucher kaum eine Chance, ihr Geld zurückzubekommen“, warnt Dr. Heiko Fürst, Referent im Team Marktbeobachtung Finanzmarkt des vzbv.

Die Betrugsmasche ist bereits bekannt: Über eine Online-Recherche, soziale Medien oder einen direkten Anruf erfahren Verbraucher von Krediten, die angeblich schnell und unkompliziert bewilligt werden. Nicht selten locken diese Angebote mit Hinweisen wie „ohne Schufa“. Für Verbraucher mit schlechter Bonität in einem finanziellen Engpass ein gern gehörtes Versprechen. „Die Anbieter sitzen häufig im Ausland oder es gibt auf den Internetseiten kein Impressum“, so Fürst.

Vorkasse bei Kreditvermittlung – Betrugsgefahr

Es ist rechtlich nicht zulässig, Entgelte vor Erbringung der Leistung in Rechnung zu stellen. Verlangt ein Kreditvermittler also, dass vor der Auszahlung eines Kredits noch etwas bezahlt werden müsse, sollten Verbraucher hellhörig werden. Im Frühwarnnetzwerk der Marktbeobachtung des vzbv wurde diese Betrugsmasche mit verschiedenen Anbietern gemeldet.

Für Verbraucher in finanzieller Notlage ist im Zweifelsfall eine Schuldnerberatung die geeignetere Anlaufstelle. Viele gemeinnützige Träger und Wohlfahrtverbände haben entsprechende Beratungsstellen eingerichtet. Kontakte können das Jobcenter oder Sozialamt vermitteln. Auch die Verbraucherzentralen helfen bei der Suche nach seriösen Angeboten.

Kommentar hinterlassen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Kategorien

Ähnliche Beiträge
Verbraucherschutzinformationen

Konkurrenz zu PayPal: Europäisches Bezahlsystem Wero im Test

Das digitale Bezahlsystem Wero will in Europa eine ernsthafte Alternative zu US-Anbietern wie...

Verbraucherschutzinformationen

Preisturbulenzen bei Gold und Silber: Wackelt der „sichere Hafen“?

Gold und Silber galten über Jahrzehnte als verlässliche Rückzugsorte in Krisenzeiten. Doch...

Verbraucherschutzinformationen

Elektronische Patientenakte bleibt Ladenhüter: Verbraucherschützer sehen mehrere Gründe

Ein Jahr nach breiter Einführung wird die elektronische Patientenakte (ePA) in Deutschland...

Verbraucherschutzinformationen

Energieausweis richtig lesen – Was er über Heizkosten verrät

Wenn Sie gerade eine Wohnung oder ein Haus kaufen oder mieten wollen,...