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Volkswagen plant drastische Sparmaßnahmen bis 2028

jp26jp (CC0), Pixabay
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Der Autobauer Volkswagen plant offenbar ein umfassendes Sparprogramm: Bis 2028 sollen die Kosten um 20 Prozent gesenkt werden. Medienberichten zufolge schließt das Unternehmen auch Werksschließungen nicht aus. Hintergrund sind der zunehmende Wettbewerbsdruck aus China, sinkende Verkaufszahlen sowie hohe Produktionskosten.

Konzernchef Oliver Blume und Finanzvorstand Arno Antlitz sollen das Programm mit „massiven“ Einsparungen bei einem internen Führungstreffen vorgestellt haben. Ziel ist es, Volkswagen in einem veränderten globalen Marktumfeld profitabler und widerstandsfähiger aufzustellen.

Bereits vor rund anderthalb Jahren hatte Volkswagen eine tiefgreifende Restrukturierung angekündigt. Damals war von Einsparungen in Höhe von 10 Milliarden Euro die Rede – ein Schritt, der in Deutschland als „Erdbeben“ wahrgenommen wurde. Geplant ist unter anderem ein Abbau von 35.000 Stellen bis 2030, vor allem durch natürliche Fluktuation und Renteneintritte. Die jährliche Entlastung wurde mit 1,5 Milliarden Euro beziffert.

Der Druck auf die deutsche Autoindustrie wächst weiter. Neben hohen Energie- und Produktionskosten macht vor allem die starke Konkurrenz chinesischer Hersteller auf dem europäischen Markt den Unternehmen zu schaffen. Gleichzeitig steigt das Handelsdefizit der EU gegenüber China deutlich an. Nach Angaben von Eurostat lag es 2025 bei rund 359 Milliarden Euro – ein Plus von 18 Prozent.

Die EU versucht mit Zöllen auf chinesische Elektroautos gegenzusteuern. Deutschland hatte unter dem früheren Bundeskanzler Olaf Scholz allerdings gegen diese Maßnahmen gestimmt – aus Sorge um die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Hersteller mit Produktionsstandorten in China. Auch unter Kanzler Friedrich Merz bleibt das Thema Handel mit China politisch brisant.

Volkswagen selbst wollte sich zu den aktuellen Berichten nicht konkret äußern und verwies auf die bevorstehende Veröffentlichung der Jahreszahlen im März. Ein Sprecher betonte jedoch, dass das Unternehmen bereits Einsparungen im zweistelligen Milliardenbereich erzielt habe und so geopolitische Belastungen – etwa US-Zölle – abfedern konnte.

Klar ist: Der traditionsreiche Konzern steht vor einem tiefgreifenden Umbau. Ob dieser auch Werksschließungen umfassen wird, dürfte sich in den kommenden Monaten zeigen.

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