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Virginia Giuffre

RobVanDerMeijden (CC0), Pixabay
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Der tragische Fall Virginia Giuffre bekommt mit der Veröffentlichung ihres posthumen Buches „Nobody’s Girl“ eine neue, bewegende Dimension – und erinnert die Welt daran, dass hinter den Schlagzeilen über Jeffrey Epstein, Ghislaine Maxwell und Prinz Andrew ein echter Mensch stand.

Giuffre, eine der bekanntesten Stimmen im Epstein-Skandal, starb im April 2025 durch Suizid – nur sechs Monate vor dem Erscheinen ihres Buches. Das Werk war ihr Versuch, sich zu befreien: von der Pflicht, ihr Trauma immer wieder öffentlich zu durchleben, und von der Rolle, die ihr die Medien zugeschrieben hatten – Opfer, Anklägerin, Symbolfigur.

💔 Ein Leben zwischen Trauma und Mut

In ihrem Buch beschreibt Giuffre den jahrzehntelangen Missbrauch, erst in der Kindheit, dann durch Epstein und Maxwell, die sie mit 17 in ihren Kreis zogen. Sie wurde zu Sexpartys und Reisen gezwungen, auch zu Begegnungen mit Prinz Andrew, der bis heute jede Schuld bestreitet.

Doch das Buch ist mehr als eine Anklage – es ist der Versuch einer Selbstbefreiung. Es erzählt, wie Giuffre nach der Flucht aus Epsteins Umfeld in Thailand ihren späteren Ehemann Robbie kennenlernte, nach Australien zog, Mutter von drei Kindern wurde und versuchte, Normalität zu finden.

📖 Eine Stimme für andere

„Sexueller Missbrauch endet – aber er geht nie weg“, schreibt sie. Die Wunden seien unsichtbar, aber allgegenwärtig.
Ihre Co-Autorin Amy Wallace beschreibt, wie Giuffre darauf bestand, auch ihre psychischen Abstürze, ihre Suizidversuche und die Rückschläge offenzulegen – „weil das Teil der Wahrheit ist und anderen Überlebenden Mut machen soll“.

⚖️ Zwischen Skandal und Sensationsgier

Trotz ihrer Intention konzentrierten sich viele Medienberichte auf die „pikanten Enthüllungen“: Namen, Orgien, Skandale. Ihre Freunde und Mitstreiter wünschen sich, dass Leser mehr sehen – die kämpferische, humorvolle Frau, die trotz allem Mutter, Freundin und Fürsprecherin blieb.

Giuffre wollte, dass ihre Geschichte anderen Betroffenen Hoffnung gibt. Sie wusste, dass das Erzählen schmerzt – aber Schweigen tötet.

🌹 Ein Vermächtnis der Stärke

„Sie fast geschafft“, sagt ihre Anwältin Sigrid McCawley. „Sie hat überlebt, gekämpft und anderen geholfen – bis sie selbst keine Kraft mehr hatte.“

Ihr Buch bleibt nun ihr Zeugnis – eine Mahnung, dass hinter jeder Sensationsmeldung ein Mensch steht, der um seine Würde kämpft.

🕯️ „She almost made it“ – sie hat es fast geschafft.

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