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Vertrauliche Zyklusdaten im Netz: Wie Flo, Facebook und Google intime Informationen weitergaben

Saranya7 (CC0), Pixabay
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Millionen Frauen weltweit nutzten die App Flo, um ihren Zyklus zu tracken – im Vertrauen darauf, dass sensible Gesundheitsdaten wie Menstruationszeiten, Fruchtbarkeitsphasen oder Schwangerschaftsversuche privat bleiben. Doch dieses Vertrauen wurde offenbar missbraucht: Zwischen 2016 und 2019 gelangten intime Angaben von Nutzerinnen an Facebook (Meta) und Google – ohne deren Wissen oder Einverständnis.

Nun sorgt eine juristische Aufarbeitung in den USA für Schlagzeilen. Eine Jury im Bundesstaat Kalifornien entschied, dass Meta illegal auf sensible Gesundheitsdaten von Flo-Nutzerinnen zugegriffen habe. Der Konzern habe damit gegen das kalifornische Abhörgesetz verstoßen. Meta kündigte zwar Berufung an, doch das Signal ist deutlich: Der Schutz digitaler Gesundheitsdaten steht auf dem Prüfstand.

Parallel dazu einigten sich Google und Flo auf einen Vergleich in Höhe von 56 Millionen Dollar – davon übernimmt Google 48 Millionen, Flo selbst 8 Millionen Dollar. Die endgültige richterliche Bestätigung steht zwar noch aus, doch der Fall gilt schon jetzt als Präzedenzfall für den Datenschutz im Gesundheitsbereich.

Verletztes Vertrauen bei Nutzerinnen

Die Enthüllung trifft Flo hart – die App gilt mit über 250 Millionen Downloads als weltweit führende Plattform für Zyklustracking. Viele Nutzerinnen gaben dort nicht nur Daten über ihre Menstruation, sondern auch über Emotionen, sexuelle Aktivität, Verhütung oder Schwangerschaftssymptome ein.

Die Weitergabe dieser Informationen an Tech-Konzerne wirft gravierende Fragen zum Datenschutz und zur Datennutzung auf. Kritiker sprechen von einem massiven Vertrauensbruch: Nutzerinnen hätten mit höchstpersönlichen Informationen ein System gefüttert, das – wie sich nun zeigt – diese womöglich für Marketing- oder Analysezwecke nutzte.

Anwälte: „Klares Signal an Big Tech“

Die Klägervertreter Michael Canty und Carol Villegas von der Kanzlei Labaton Keller Sucharow bewerteten das Urteil als wegweisend:

„Dieses Urteil sendet eine klare Botschaft zum Schutz digitaler Gesundheitsdaten und zur Verantwortung der großen Technologieunternehmen.“

Datenschützer fordern nun striktere Regeln und Transparenzpflichten für Gesundheits-Apps – insbesondere, wenn sie mit großen Plattformen interagieren.

Gesundheitsdaten als digitales Gold

Der Fall zeigt, wie wertvoll Gesundheitsdaten im Zeitalter von KI, Werbung und Verhaltensanalyse sind. Schon kleinste Datensätze können Rückschlüsse auf Lebensstil, Fruchtbarkeit, Beziehungsstatus oder psychische Gesundheit erlauben – Informationen, die für Werbetreibende und Datenhändler Gold wert sind.

Für Nutzerinnen bleibt die Erkenntnis bitter: Wer intime Daten mit einer App teilt, gibt oft mehr preis, als er denkt.
Die zentrale Frage lautet daher: Wie sicher ist „digitales Vertrauen“ noch – wenn sogar der eigene Zyklus zur Ware wird?

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