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Verheerender Hochhausbrand in Hongkong: Mindestens 65 Tote – Überlebender aus 16. Stockwerk gerettet

geralt (CC0), Pixabay
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Nach dem schlimmsten Hochhausbrand in Hongkong seit Jahrzehnten ist die Zahl der Todesopfer auf mindestens 65 gestiegen. Noch immer werden zahlreiche Menschen vermisst. Der Brand brach am Mittwoch im Wohnkomplex Wang Fuk Court im Stadtteil Tai Po aus und breitete sich rasend schnell über mehrere Gebäude aus.

Am Donnerstagabend konnten Feuerwehrleute einen Mann lebend aus dem 16. Stockwerk eines der Gebäude bergen. Insgesamt wurden laut Feuerwehr bisher 70 weitere Personen verletzt, darunter auch mehrere Feuerwehrleute. Einer von ihnen kam ums Leben, zehn weitere wurden verletzt.

Wohnkomplex war in Renovierung – Bauarbeiter verhaftet

Der betroffene Wohnkomplex befand sich zum Zeitpunkt des Feuers in der Renovierung. Er war vollständig mit brennbarem Bambusgerüst und Netzen umgeben – ein in Hongkong traditionell genutztes Baumaterial. Die Polizei hat drei Bauarbeiter festgenommen, die im Verdacht stehen, durch fahrlässiges Verhalten den Brand mitverursacht zu haben. Sie werden des fahrlässigen Totschlags beschuldigt.

Zahlreiche Menschen vermisst – viele Bewohner älteren Alters

Noch immer ist unklar, wie viele Menschen sich zum Zeitpunkt des Brandes im Gebäudekomplex aufhielten. Laut Behörden wurden zunächst 279 Bewohner als vermisst gemeldet. Viele der Bewohnerinnen und Bewohner waren ältere Menschen, die möglicherweise in ihren Wohnungen eingeschlossen waren.

Stadtregierung leistet Nothilfe – 500 Menschen in Notunterkünften

Die Behörden haben insgesamt neun Notunterkünfte eingerichtet, in denen rund 500 evakuierte Personen untergebracht wurden. Laut Regierungschef John Lee steht pro Haushalt ein Sozialarbeiter zur Verfügung. Zusätzlich sind 250 Ärztinnen und Ärzte sowie weitere medizinische Fachkräfte vor Ort, um psychologische Betreuung zu leisten.

Finanzielle Hilfe angekündigt

Um die Betroffenen schnell zu unterstützen, kündigte die Regierung sofortige Hilfszahlungen an:

  • 10.000 Hongkong-Dollar (etwa 1.200 Euro) pro Haushalt

  • Einrichtung eines Hilfsfonds in Höhe von 300 Millionen HKD (rund 38,5 Millionen Euro)

Die Regierung ruft zudem die Bevölkerung und Hilfsorganisationen zu Spenden auf. Alle offiziellen Feierlichkeiten wurden abgesagt. Chinas Präsident Xi Jinping ließ sein Beileid aussprechen.

Kritik an Bambusgerüsten – Diskussion um neue Bauvorschriften

Der Brand hat auch eine öffentliche Debatte über die Sicherheit von Bambusgerüsten ausgelöst. Zwar gelten sie als günstig und flexibel, doch ihr Brandrisiko ist hoch. Regierungschef Lee erklärte, man prüfe den Wechsel auf Metallgerüste und werde sämtliche Bambusgerüste in der Stadt überprüfen lassen.

Überlebende berichten von dramatischen Szenen

Viele Überlebende konnten sich nur mit dem retten, was sie am Körper trugen. Ein Bewohner berichtete CNN: „Ich habe geschrien, als ich das Fenster öffnete und überall Rauch sah. Wir haben nichts mehr – nicht einmal Kleidung.“ Andere berichteten, sie hätten keine funktionierenden Brandmelder bemerkt.

Auch Krankenhauspersonal betroffen

Nach Angaben der Hongkonger Krankenhausbehörde haben etwa 50 Beschäftigte des Gesundheitswesens durch das Feuer ihre Wohnungen verloren. Eine Mitarbeiterin wird noch vermisst, eine weitere wurde verletzt. Die Behörde sicherte Betroffenen Unterkunft und Sonderurlaub zu.

Fazit: Eine Stadt im Schockzustand

Mehr als 24 Stunden nach Ausbruch des Feuers ist der Brand laut Behörden „grundsätzlich unter Kontrolle“. In einigen Wohnungen lodern jedoch noch immer Flammen. Die genaue Ursache des Feuers ist noch unklar, ebenso die Gesamtzahl der Opfer. Die Stadt steht unter Schock – und trauert gemeinsam um die Toten.

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