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Verfassungsschutzbericht 2024: Deutlicher Anstieg rechtsextremer Szenen – leichte Zunahme bei Linksextremismus und Islamismus

MIH83 (CC0), Pixabay
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Der Verfassungsschutz verzeichnet einen spürbaren Anstieg extremistischer Strömungen in Deutschland – allen voran im rechtsextremen Spektrum. Das geht aus dem aktuellen Jahresbericht für 2024 hervor, den Bundesinnenminister Alexander Dobrindt heute in Berlin vorgestellt hat.

Demnach ist die Zahl der Personen, die dem rechtsextremen Milieu zugeordnet werden, innerhalb eines Jahres um knapp 25 Prozent gestiegen – auf nun rund 50.000. Besonders besorgniserregend sei laut Ministerium die Zunahme gewaltbereiter Gruppen und die verstärkte Vernetzung rechtsextremer Akteure in sozialen Medien sowie im internationalen Raum.

Im linksextremistischen Bereich fällt der Anstieg deutlich moderater aus. Die Zahl der dem Verfassungsschutz bekannten Linksextremisten stieg leicht von rund 37.000 auf etwa 38.000 Personen. Sicherheitsbehörden beobachten hier vor allem eine anhaltende Mobilisierung rund um gesellschaftspolitische Themen wie Klimaprotest oder Antikapitalismus – mit vereinzelten gewaltbereiten Aktionen im urbanen Raum.

Auch im islamistischen Spektrum zeigt sich nach Jahren eines leichten Rückgangs nun wieder ein vorsichtiger Anstieg. Der Bericht spricht von einer moderaten Zunahme islamistischer Gruppierungen und Einzelpersonen, wobei vor allem salafistische Netzwerke wieder verstärkte Aktivität zeigen. Gründe dafür seien unter anderem internationale Konflikte, digitale Radikalisierung sowie ein wachsendes Rekrutierungspotenzial über soziale Plattformen.

Innenminister Dobrindt betonte bei der Vorstellung des Berichts die Bedeutung einer konsequenten Beobachtung und eines koordinierten Vorgehens gegen alle Formen des Extremismus:
„Die Bedrohung unserer demokratischen Ordnung kommt aus unterschiedlichen Richtungen – wir dürfen keine davon unterschätzen. Der Schutz unserer offenen Gesellschaft verlangt Wachsamkeit und Entschlossenheit.“

Der Verfassungsschutzbericht gilt als zentrales Instrument zur Lagebeurteilung extremistischer Entwicklungen in Deutschland und wird jährlich veröffentlicht. Er basiert auf bundesweit erhobenen Daten der Sicherheitsbehörden.

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