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Verbraucherschützer verklagen Milka-Hersteller wegen „Mogelpackungen“

pixelheart (CC0), Pixabay
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Die Verbraucherzentrale Hamburg (VZHH) hat beim Landgericht Bremen Klage gegen den Milka-Hersteller Mondelez eingereicht. Grund ist die jüngste Änderung bei den bekannten lila Schokoladentafeln: Statt wie bisher 100 Gramm enthalten viele Sorten inzwischen nur noch 90 Gramm, während Verpackung und Design nahezu unverändert geblieben sind.

Vorwurf: Verbraucher getäuscht

Aus Sicht der Verbraucherschützer handelt es sich um eine klassische „Mogelpackung“. Viele Kundinnen und Kunden gingen davon aus, dass die Tafeln weiterhin die gewohnte Füllmenge enthielten. „Das ist unlauterer Wettbewerb, weil die Verpackung den Eindruck erweckt, es habe sich nichts geändert – obwohl weniger drin ist“, erklärte Armin Valet, Lebensmittel-Experte der VZHH.

Politische Forderung

Valet fordert zudem klare gesetzliche Regeln für solche Fälle. Die Bundesregierung müsse endlich verbindliche Vorgaben einführen, damit Hersteller nicht durch „Schrumpfpackungen“ versteckte Preiserhöhungen vornehmen könnten. Gerade in Zeiten steigender Lebensmittelpreise seien Verbraucherinnen und Verbraucher auf Transparenz und Fairness angewiesen.

Hintergrund: steigende Kosten

Mondelez hatte die Änderungen mit gestiegenen Kosten in der Lieferkette sowie stark erhöhten Kakaopreisen begründet. In den vergangenen zwölf Monaten haben sich die Rohstoffkosten fast verdreifacht. Nach Angaben des Unternehmens sei die Angabe des neuen Gewichts auf der Verpackung deutlich sichtbar, außerdem habe man über die Veränderungen auch in sozialen Netzwerken informiert.

Ein Präzedenzfall?

Der Fall könnte Signalwirkung haben: Sollten die Verbraucherschützer Erfolg vor Gericht haben, könnte dies auch andere Lebensmittelhersteller treffen, die in den vergangenen Jahren ihre Packungsgrößen reduziert haben. In Deutschland ist das Problem bekannt – die Verbraucherzentralen sprechen regelmäßig von Hunderten gemeldeten „Mogelpackungen“ pro Jahr.

Ob die Klage Erfolg hat, muss nun das Landgericht Bremen entscheiden. Klar ist aber schon jetzt: Der Streit um die geschrumpfte Milka-Tafel könnte zu einem grundsätzlichen Politikum über faire Verpackungen und Preistransparenz im Lebensmittelhandel werden.

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