Nach der Veröffentlichung von Millionen neuer Dokumente im Zusammenhang mit dem verstorbenen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein will die US-Justiz keine weiteren Anklagen mehr erheben. Wie der stellvertretende Justizminister Todd Blanche am Sonntag in Interviews mit CNN und ABC erklärte, sei die umfassende Überprüfung der Unterlagen abgeschlossen. Dabei habe man keine neuen Informationen gefunden, die strafrechtliche Schritte rechtfertigen würden.
„Diese Überprüfung ist abgeschlossen“, so Blanche. Nur noch eine geringe Zahl von Dokumenten werde derzeit von einem Richter auf sensible Inhalte geprüft.
Am Freitag hatte das US-Justizministerium eine neue Welle von Materialien veröffentlicht – über drei Millionen Seiten, darunter E-Mails, Fotos und Videos. Die Veröffentlichung ist Teil eines Transparenzprozesses, der seit Monaten läuft. Insgesamt wurden laut Justizministerium inzwischen rund 3,5 Millionen Seiten freigegeben – etwa die Hälfte des gesamten Aktenbestands rund um Epstein, der sich auf insgesamt sechs Millionen Seiten beläuft.
In den Dokumenten tauchen erneut prominente Namen auf: Neben dem ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump werden auch Tech-Milliardär Elon Musk, Microsoft-Gründer Bill Gates und der ehemalige britische Prinz Andrew genannt. Hinweise auf konkrete strafbare Handlungen dieser Personen enthalten die Akten laut Justizministerium jedoch nicht.
Jeffrey Epstein war 2019 in einem New Yorker Gefängnis tot aufgefunden worden. Offiziell wurde sein Tod als Suizid eingestuft. Epstein war wegen des Aufbaus eines weitreichenden Missbrauchsnetzwerks für minderjährige Mädchen angeklagt. Der Skandal erschütterte die internationale Öffentlichkeit, nicht zuletzt wegen Epsteins enger Verbindungen zu Politik, Wirtschaft und Hochadel.
Obwohl die strafrechtliche Aufarbeitung nun offiziell für beendet erklärt wurde, werfen viele Beobachter der US-Justiz vor, nicht alle Fragen beantwortet zu haben – und besonders einflussreiche Personen geschont zu haben.
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