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USA: Vier Hinrichtungen in einer Woche – Todesstrafe erlebt Rekordjahr

Myriams-Fotos (CC0), Pixabay
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In den Vereinigten Staaten stehen diese Woche vier Hinrichtungen bevor – so viele wie seit über einem Jahrzehnt nicht mehr in einem Monat. Sollte der Zeitplan eingehalten werden, wäre Oktober 2025 der hinrichtungsreichste Monat seit Mai 2011, berichtet USA Today unter Berufung auf Daten des Death Penalty Information Center.

Todesstrafe 2025 auf dem Vormarsch

Insgesamt wurden 2025 bislang 35 Menschen hingerichtet – so viele wie zuletzt 2014. Expert:innen führen den Anstieg auf das politische Klima unter US-Präsident Donald Trump zurück. Gleichzeitig wird in mehreren Bundesstaaten wieder über alternative Hinrichtungsmethoden wie den elektrischen Stuhl oder Erschießungskommandos diskutiert.

Die geplanten Hinrichtungen im Überblick:

1. Lance Shockley (Missouri) – 14. Oktober

  • Verbrechen: Mord an einem Highway-Polizisten im Jahr 2005

  • Hintergrund: Der Beamte war in seiner Einfahrt mit einem Gewehr erschossen worden.

  • Kritik: Keine Zeugen, kein Geständnis, keine physischen Beweise. Shockleys Anwälte fordern moderne DNA-Tests, die abgelehnt wurden.

  • Zitat Verteidigung: „Wir werden nie die Wahrheit erfahren, solange das Beweismaterial nicht getestet wird.“

2. Samuel Lee Smithers (Florida) – 14. Oktober

  • Verbrechen: Doppelmord an zwei Frauen 1996, darunter eine mit einer Axt

  • Hintergrund: Smithers war Kirchendiakon. Eine Tat gestand er, die andere schob er später einem angeblichen Erpresser zu.

  • Kritik: Mit 72 Jahren fordern seine Anwälte, ihn wegen Alter und möglicher geistiger Einschränkungen zu verschonen.

3. Charles Ray Crawford (Mississippi) – 15. Oktober

  • Verbrechen: Vergewaltigung und Mord an einer 20-jährigen Studentin 1993

  • Hintergrund: Crawford brach in das Elternhaus des Opfers ein, war zur Tatzeit auf Kaution frei.

  • Kritik: Seine Anwälte akzeptierten die Schuld, um eine Unzurechnungsfähigkeitsverteidigung zu ermöglichen – gegen Crawfords Willen. Heute wird ein neues Verfahren gefordert.

4. Richard Djerf (Arizona) – 17. Oktober

  • Verbrechen: Vierfachmord an der Familie seines Mitbewohners 1993, darunter ein fünfjähriges Kind

  • Geständnis: Djerf gestand alles in einem handschriftlichen Brief – von Vergewaltigung bis Mord.

  • Zitat Djerf: „Ich hoffe, mein Tod bringt der Familie Frieden. Was ich getan habe, war grausam und unentschuldbar.“

Ein Land zwischen Gerechtigkeit und Grauzonen

Kritiker warnen, dass sich die USA mit dem aktuellen Kurs weiter von internationalen Menschenrechtsstandards entfernen. Besonders umstritten ist der Einsatz der Todesstrafe trotz ungeklärter Beweislagen, wie im Fall Shockley.

Gleichzeitig zeigen sich Justiz und Politik zunehmend kompromisslos. Einige Bundesstaaten reagieren mit Gesetzesänderungen auf Engpässe bei Giftcocktails, indem sie veraltete Methoden wie den Gaskammer-Einsatz oder Erschießungskommandos reaktivieren.


Fazit:
Die aktuelle Welle von Hinrichtungen ist nicht nur juristisch und ethisch umstritten, sondern ein Indikator für den politischen Klimawechsel in den USA. Während Gegner der Todesstrafe über Menschenrechte sprechen, sehen Befürworter darin „eine Rückkehr zur Härte“.

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